Boxen : Erfahrung statt Titel sammeln

Noro Schmavonyan (re.) vom BC 78 Eckernförde und sein Gegner Edon Kaba (PSV Hamburg) lieferten sich einen durchweg spannenden und umkämpften Fight, den der Hamburger nach dreimal 3 Minuten knapp für sich entschied. Fotos: Scholz
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Noro Schmavonyan (re.) vom BC 78 Eckernförde und sein Gegner Edon Kaba (PSV Hamburg) lieferten sich einen durchweg spannenden und umkämpften Fight, den der Hamburger nach dreimal 3 Minuten knapp für sich entschied. Fotos: Scholz

Bei den internationalen Norddeutschen Box-Meisterschaften in Gettorf stiegen drei GTV-Boxer und drei Eckernförder in den Ring.

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02. Juli 2018, 06:00 Uhr

Bei allerbestem Strandwetter richtete der Gettorfer TV in der Halle der Parkschule am Sonnabend die internationalen Norddeutschen Jugendmeisterschaften im Boxen aus. Und auch wenn sich der ein oder andere vielleicht lieber für einen Ostseebesuch entschied, so kamen immerhin gut 300 Zuschauer in die Halle und wurden von den Kämpfern nicht enttäuscht. Bis zu 25 Duelle waren geplant, kurzfristige Absagen ließen die Zahl dann aber noch auf 18 schrumpfen. Auch zwei Gettorfer nahmen teil, und der BC 78 Eckernförde war ebenfalls mit drei Aktiven vertreten.

Für Gettorfs Paul Hubold war es der erste Auftritt vor Publikum in einem richtigen Duell. Allerdings boxte er nicht um Titel, sondern im Wettkampf-Sparring. Hier können Anfänger wichtige Erfahrungen für die weitere Laufbahn sammeln. Und die gab es für Hubold reichlich. Sein Gegner, Jonas Nitsch vom TuS Gaarden, war ein Linksausleger. Dies war für den Gettorfer anfangs noch sehr ungewohnt. „In der 2. Runde war Paul stark, hat dann aber zum Schluss gemerkt, dass ein Kampf etwas anderes ist, als Training“, sagt Gettorfs Box-Spartenleiter und Trainer Alexander Kahn.

Auch Pia Bauer stieg für den GTV in den Ring. Die 14-Jährige traf auf Magdalena Krol vom BSC Kiel. „Pia hat sich sehr gut verkauft“, lobt Kahn. Nach einem Sparring in Flensburg war es für Bauer der zweite Einsatz – und dann vor heimischer Kulisse. Klar, dass sie anfangs etwas nervös war. „Aber das hat sich schnell gelegt. Pia hat sich sehr gut geschlagen und war total begeistert“, sagt Kahn, der zukünftig auch noch ein weiteres heißes Eisen im Feuer haben wird, denn auch Erik Renner hat seinen Kampfpass erhalten und wird bald sein Debüt im Ring geben.

Vom benachbarten BC 78 Eckernförde waren drei Boxer dabei. Einen Titel gab es jedoch nicht. „Das habe ich aber auch nicht erwartet. Wir haben dem Nachwuchs eine Chance gegeben“, sagt BC-78-Trainer Hartmut Jessen. Noro Schmavonyan war gegen Edon Kaba (Polizei SV Hamburg) am nächsten dran an einem Sieg. Der Kampf ging zwar einstimmig zu Gunsten des Hamburgers aus, stand jedoch in allen drei Runden auf Messers Schneide. Schmavonyans um zwei Jahre älterer Gegner hatte leichte körperliche Vorteile. „Noro hat einen tollen Kampf abgeliefert, es war wirklich sehr knapp“, sagt Jessen.


Schmavonyan unterliegt nur knapp

Deutlich weiter von einem Erfolg entfernt war Eckernfördes Nachwuchs-Schwergewichtler Till Maas. Im Training zeigt er regelmäßig sein großes Potenzial, bekommt es aber bisher noch nicht bei Wettkämpfen in den Ring. Gegen Jerry Alabi vom SC Condor Hamburg blieb er unter seinen Möglichkeiten und wurde daher von Jessen in der 3. Runde aus dem Kampf genommen.

„Till ist ein Modellathlet und sehr fleißig im Training. Er war aber zu aufgeregt. Das kommt vor“, sagt Jessen, der weiterhin große Stücke auf Maas hält. Der dritte Eckernförder, Artem Vardanyan, sollte eigentlich auch einen offiziellen Meisterschaftskampf bestreiten, doch Trainer Hartmut Jessen griff ein. „Er hätte gegen Benjamin Kotza vom TuS Gaarden boxen sollen. Der ist ein Riesentalent, während Artem ja noch am Beginn seiner Laufbahn ist.“ So kam Vardanyan dann auch nur im Wettkampfsparring zum Einsatz. Für Jessen ist es wichtig, auch zukünftig die Boxer aus der zweiten Reihe nach vorne zu bringen. „Aber jetzt freuen wir uns erstmal auf die Sommerpause“, so Jessen, der mit seinem BC 78 Eckernförde am 3. November in der Wulfsteerthalle ein großes Event ausrichtet.

Für den Gettorfer TV bleibt als Fazit, eine gute Meisterschaft ausgerichtet zu haben. „Wir haben keine Beschwerden erhalten, eigentlich nur Lob“, bilanziert Kahn, der sich freute, dass alle Mitglieder der noch jungen Boxsparte eine große Hilfe waren.

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