EM der gut beherrschbaren "Nussschalen"

Konzentriert segelt sich Patrick Ruess bei der Open BIC-EM der Altersklasse Open zum  Meistertitel. Foto: Hallstein
Konzentriert segelt sich Patrick Ruess bei der Open BIC-EM der Altersklasse Open zum Meistertitel. Foto: Hallstein

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18. Juli 2012, 03:59 Uhr

Surendorf | Für eine Woche stand der Nordwind Wassersport Verein aus Surendorf ganz im europäischen Blickfeld, als 45 Segler im Alter von acht bis 16 Jahren zur inoffiziellen Europameisterschaft in der Open Bic Klasse gegeneinander antraten.

Gab es zum Wochenauftakt zunächst Trainingseinheiten für die Jugendlichen in den Altersklassen U13, U15 und Open (bis 20 Jahre), starteten ab Donnerstag die Wettfahrten, die mal mit Starkwind aber auch mit sehr wenig Wind dem Können der jungen Segler alles abverlangten. " Zum Eingewöhnen waren die Trainingseinheiten zu Beginn genau richtig", sagt Martin Kaufmann, Organisator und Vereins-Vorsitzender. Auch die 39 auswärtigen Segler, darunter Teilnehmer aus Polen, Frankreich, Niederlande und der Schweiz nahmen mit ihren gerade einmal 30 Kilogramm leichten Booten an den zwei Trainingsgruppen teil um sich so auch die nötigen Revierkenntnisse zu verschaffen.

Seit drei Jahren organisiert der Verein zweimal jährlich Regatten vor Surendorf in der seit diesem Jahr von Deutschen Seglerverband anerkannten Bootsklasse. Mit seinem geringen Gewicht, erinnert der Open Bic eher an eine Nussschale, ist aber von der Größe her zwischen Optimisten und Laser-Jolle anzusiedeln und wird von einer Person gesegelt. "Die Größe macht das Boot gut beherrschbar", beschreibt Kaufmann die Vorzüge des Bootes.

"Deutschlandweit gibt es etwa 500 Boote, aber nicht alle sind in Vereinen organisiert", weiß Kaufmann. Anders sieht es da schon in Polen oder der Schweiz aus, die zum Event mit professionellen Teamcoaches und eigenen Schlauchbooten angereist waren, um die nötige Unterstützung auf dem Wasser zu bieten.

Durchmischtes Wetter war dann für die Wettfahrttage angesagt. In vier Rennen gingen die Teilnehmer an den Start und kämpften sich durch den Kurs. Im ersten Rennen konnten Firmin Tritthardt und Jill Paland die ersten Plätze für sich in Anspruch nehmen. Die Internationalität wurde hier aber bereits durch den Drittplatzierten Schweizer Matteo Tagliature und den Franzosen Jacques Osinski unterstrichen.

"Wir hatte Wind mit Böen bis zu 28 Knoten", berichtet Wettfahrtleiter Walter Mielke vom Lübecker YC. Mit ihm war die Wettfahrtleitung hochkarätig besetzt, leitet Mielke doch unter anderem auch die Travemünder Woche. "Für mich war es der erste Kontakt mit dem Open Bic", sagt Mielke, der zugibt, dass mit diesem Boot auch ernsthaft gesegelt werden kann. Auch zeigt er sich positiv vom Können der recht jungen Segler überrascht. "Wir trainieren hier drei Mal die Woche und unsere diesjährigen Anfänger haben wir soweit gebracht, dass sie hier mitsegeln können", ergänzt dazu Kaufmann nicht ohne Stolz.

Am zweiten Wettfahrttag sorgte dann wenig Wind dazu, dass es zu Bahnverkürzungen kam. Hier waren nun die "Leichtgewichter" in den einzelnen Altersklassen bevorteilt, um die fünf Wettfahrten des Tages zu absolvieren. Mit 14 Läufen wurden nicht alle geplanten Wettfahrten gesegelt.

Das Ergebnis spiegelte am Ende den hohen Leistungsstand wieder, der lediglich Patrick Ruess einen ersten Platz und Firmin Tritthardt, beide vom Bodensee, einen zweiten Platz in der Altersklasse "Open" bescherte. Zudem wurde Ruess auch noch Dritter im Gesamtranking. Sowohl in der U15 als auch in der U13 gingen die ersten Plätze an ausländische Teilnehmer, einzig die deutsche Hoffnungsträgerin Jill Paland vom Baldeneysee schaffte es, in der U13 mit einem dritten Platz nach den beiden Schweizer Teilnehmern mit auf das Siegertreppchen zu kommen.

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