zur Navigation springen

Reiten : Eine ganze Familie erfolgreich im Sattel

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Cora Ackermann-Ripke wurde 1996 Deutsche Meisterin. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Steinfeld bei Süderbrarup und ist dem Reitsport treu geblieben.

Steinfeld | Cora Ackermann-Ripke betreibt mit ihrem Mann Andreas Ripke einen Ausbildungsstall für Springpferde in Steinfeld. Hier werden talentierte Pferde für den Springsport ausgebildet und vermarktet. Auch wenn sie selbst keine Turniere mehr reitet, sitzt sie noch jeden Tag im Sattel und unterstützt den Betrieb. Sie hat die aktive Teilnahme am Turniersport eingestellt und konzentriert sich nun zusammen mit ihrem Mann, neben dem Beruf als Reiter und Trainer, auf die Karriere ihrer beiden reitenden Kinder. Und das klappt ziemlich gut, denn Theresa und Flemming haben bereits sehr erfolgreich an den Europameisterschaften der Junioren/Children teilgenommen. „Die Kinder im Sport voranzubringen und zu fördern, daran haben wir sehr viel Freude“, erklärt sie, wobei ihr Mann Andreas auch selbst auf Turnieren erfolgreich unterwegs ist.

Doch auch Cora Ackermann-Ripke selbst kann auf herausragende Erfolge zurückblicken, denn im Jahr 1996 wurde sie Deutsche Meisterin mit ihrem Pferd Cidre, nachdem sie im Jahr zuvor diesen Titel als Vizemeisterin noch knapp verpasste. Auch für die Teilnahme an drei Nationenpreisen wurde sie vom Bundestrainer nominiert – eine besondere Auszeichnung für einen deutschen Reiter. Für diese Turniere durfte sie ihre Pferde in Bulgarien, Tschechien und Norwegen satteln und konnte auch in der Einzelwertung den Großen Preis von Bulgarien gewinnen. Hier ritt sie ihre Schimmelstute Corinessa, mit der sie vielen bis heute in Erinnerung geblieben ist. Aber auch im Lande ritt sie immer wieder hoch erfolgreich und wurde auf den Landesturnieren in Bad Segeberg 1997, 1998, 2002 und 2003 Landesmeisterin Schleswig-Holsteins.

Dass sie es einmal bis in die Liga der Top-Springreiter schaffen würde, damit hatte am Anfang keiner gerechnet, denn ihre reiterliche Laufbahn startete im Dressursattel. In einem Familienurlaub auf dem Bauernhof saß die ganze Familie das erste Mal im Sattel. Damals war Cora Ackermann-Ripke sechs Jahre alt. Mit sieben bekamen sie und ihre Schwester Carola dann ein eigenes Pony, das am Haus in ihrem damaligen Heimatort Wermelskirchen stand. Bereits mit elf Jahren bestritt sie Dressurprüfungen der Klasse L. Auf den Turnieren fanden die Dressurprüfungen meist vormittags statt, und die Springprüfungen, die ihre Schwester und ihr Vater Hans ritten, dann am späteren Nachmittag. Das wurde ihren Eltern auf die Dauer zu anstrengend. Da Vater und Schwester aber nicht Dressur reiten wollten, musste Cora beim Wechseln aufs Großpferd umsatteln und auch im Springsattel Platz nehmen. Im Nachhinein eine sehr gute Entscheidung.

Nachdem sie eine kaufmännische Ausbildung im elterlichen Betrieb absolviert hatte, wollte sie dann ein Jahr ausschließlich reiten und zog auf die Reitanlage von Gilbert Böckmann. Hier wurden dann aus einem Jahr schnell zwei – und sie lernte ihren zukünftigen Mann Andreas kennen. Da ihr Vater bereits durch die Zucht von Holsteiner Pferden mit dem Land zwischen den Meeren verbunden war und sich in den Norden verliebt hatte, beschloss die Familien den Umzug nach Steinfeld, wo sie seit 1995 gemeinsam einen Zucht- und Ausbildungsstall für Springpferde betreiben. In den folgenden Jahren konnten sich Ackermann-Ripke und ihr Mann ganz der Reiterei widmen, während sich ihr Vater Hans Ackermann mit seiner Frau Tina um die Pferde- und Rinderzucht kümmerten, denn auch die imposanten, französischen Blonde d´Aquitaine-Rinder züchtet ihr Vater sehr erfolgreich.

Ruhiger wurde es mit dem Reiten als die Kinder Theresa und Flemming geboren waren. „Die Zeit ist einmalig, und ich wollte sie genießen. Den Pferden bin ich ja weiterhin treu geblieben“, erinnert sie sich. Während die Tochter schon sehr früh angefangen hat, zu Reiten, hatte sich ihr Sohn Flemming auf das Fußballspielen festgelegt. „Das führte dann dazu, dass zeitweise Andreas mit Theresa zu den Turnieren fuhr und ich mit Flemming zum Fußball ging, denn er sollte in unserer Reiterfamilie nicht zu kurz kommen.“ Das änderte sich aber schlagartig nachdem die gesamte Familie aus Arezzo zurückkam, wo Theresa an der Jugend-EM teilgenommen hatte. Hier waren alle Reiter Jugendliche und hatten dementsprechend sehr viel Spaß und sportlich eine aufregende, spannende Zeit. Das wollte Flemming nun auch und tauschte die Bolzer gegen Reitstiefel. Der Erfolg gibt ihm Recht, denn er kann bereits Erfolge auf M-Niveau verzeichnen.

Seit sechs Jahren lässt Cora Ackermann-Ripke auf Turnieren nun ihren Kindern und ihrem Mann den Vortritt, was nicht heißt, dass sie damit nichts mehr zu tun hat. Da Theresa mittlerweile eine Ausbildung bei der Allianz Agentur von Meik Piotter in Brodersby absolviert, wird die Zeit fürs Training schon mal knapp. Da springt dann die Mutti ein und hält ihr Pferd fit. Cora Ackermann-Ripke bildet weiterhin junge Pferde für den Turniersport aus, denn das ist die Basis ihres Familienbetriebes. Für das Ausbilden und Heranführen junger Pferde an den Turniersport, braucht man schon ein gutes Händchen, und eben dafür ist die Familie Ackermann/Ripke auch bekannt. Auch ihr Ehemann ist dankbar, wenn er ihr gelegentlich mal das ein oder andere Pferd zum Training überlassen kann, wenn er geschäftlich unterwegs ist. Das Reiten bestimmt neben Haus- und Büroarbeit also auch heute noch den Alltag und so freut sie sich, wenn ihr Training Früchte trägt und anerkannt wird, wie gerade geschehen. Ihre beiden Kinder wurden vom Rotary-Club Kappeln für herausragende sportliche Leistungen in einer feierlichen Veranstaltung auf Gut Roest geehrt. Denn Theresa kann die Titel als Landesmeisterin, zweimalige Deutsche Meisterin und Mannschafts-Gold und -Silber bei Europameisterschaften vorweisen. Ihr Bruder erritt Bronze bei der Jugend-EM in Milstreet, Irland.

„Ich freue mich, dass weitergeben zu können, was mir schon von Kindesbeinen an Freude bereitet hat. Es gibt im Sport auch immer Höhen und Tiefen, aber gerade das macht den Reiz aus. Du musst dich jeden Tag neu beweisen,“ resümiert sie.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen