Sportler des Jahres : Dressurreiten: „Die Perfektion fasziniert mich“

Mandy Sörensen und ihr neues Spitzen-Pferd Royal Rudi, mit dem sie S*-Dressuren gewinnen will.
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Mandy Sörensen und ihr neues Spitzen-Pferd Royal Rudi, mit dem sie S*-Dressuren gewinnen will.

Dressurreiterin Mandy Sörensen ist zur Sportlerin des Jahres gewählt worden. Im Jahr 2018 sollen weitere Erfolge mit ihrem neuen Pferd Royal Rudi folgen.

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08. März 2018, 06:00 Uhr

Osdorf | Der Ehrgeiz bei Mandy Sörensen war geweckt. „Als mir Freunde erzählt haben, dass ich zur Sportlerin des Jahres nominiert bin, wollte ich die Wahl natürlich auch gewinnen.“ Und die 29-jährige Dressurreiterin aus Osdorf konnte sich auf die große Reitgemeinschaft im Kreisgebiet verlassen. Die Leser und Leserinnen der Eckernförder Zeitung und Landeszeitung wählten die Pädagogik- und Politikwissenschaft-Studentin zur Nummer 1 bei den Frauen. „Eine Reiterin ohne Pferd ist aber auch nur ein Mensch“, sagt sie schmunzelnd und gibt die Lorbeeren auch an ihre vierbeinigen Lieblinge weiter.

Allerdings ist Sörensen im großen Maße selber dafür verantwortlich, dass sie auf den Rücken erfolgreicher Pferde sitzt. Seit 2013 arbeitet sie als selbstständige Bereiterin. Sie nimmt also Pferde und auch Reiter unter ihre Fittiche und bildet sie aus. „Dabei wollte ich eigentlich gar nicht das Reiten zum Beruf machen. Es hat sich dann aber so ergeben und ist einfach das, was mir Freude bereitet. Meine Passion“, sagt Sörensen. Dabei ist es schon ein wenig paradox, denn je erfolgreicher sie mit den Pferden arbeitet, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Besitzer sie verkaufen und ihr Auftrag beendet ist. „Das ist nicht immer leicht, weil man zu den Pferden natürlich eine Beziehung aufbaut, aber es gehört eben dazu.“

Eines ihrer Lieblingspferde musste sie in diesem Jahr abgeben. Die gute und erfolgreiche Kooperation mit der Besitzerin Susanne Behn aus Güby endete wegen des großen Anfahrtsweges. Daher wird sie ihr Erfolgs-Pferd der vergangenen Jahre, den 12-jährigen Wallach Hollywood, nicht mehr reiten. Auf ihm feierte sie 2017 viele Erfolge, die letztendlich für die Nominierung und den Sieg bei der Sportlerwahl sorgten.

Es gibt aber weitere Vierbeiner, zu denen sie besondere Beziehungen hat. Dazu zählt an erster Stelle ihr erstes Pony Mickey. Er ist genauso alt wie seine Reiterin und steht im heimischen Stall in Osdorf. „Mit ihm bin ich meine ersten Führzügel-Wettbewerbe und Springen geritten.“ Damals war Mandy drei Jahre alt und konnte sich auf die Unterstützung von Mutter Ellen und Vater Rainer verlassen. „Wir sind damals quer durch Norddeutschland gefahren. Mickey ist mein Herzstück“, sagt Mandy, die ihre ersten Dressuren danach auf General ritt, der ebenfalls ein wichtige Rolle in ihrer Laufbahn spielte. Ihre Geschwister Bonny und Justin sind dem Reitsport dagegen nicht in der Art verfallen wie Schwester Mandy.

Die ersten großen Erfolge feierte sie mit der Stute Aemily, mit der sie vor zehn Jahren auch schon S*-Dressuren gewann. „Sie hat mich gleich beim ersten Mal abgeworfen und war ziemlich bockig. Das hat meinen Ehrgeiz geweckt“, lacht Sörensen. Solche Spitzen-Pferde sind aber die Ausnahme. „Die Aufgabe, junge Tiere zu verbessern, ist allein schon eine spannende Herausforderung.“

Dieses Level ist für ihr aktuelles Top-Pferd, den erst achtjährigen Royal Rudi, kein Problem. Die Eigentümer haben die Osdorferin beauftragt, ihn auszubilden. Und Sörensen hat große Erwartungen an den talentierten Wallach. „Noch fehlt ihm etwas die Kraft und die Konstanz, aber das kommt noch. Ich glaube, dass er sich in diesem Jahr richtig gut entwickeln wird.“ Dann sollten Top-Platzierungen im S*- und S**-Dressurwettbewerb möglich sein. Um sich auf diesem Niveau messen zu können, wird das gut harmonierende Duo Turniere in ganz Norddeutschland anfahren. Sörensen ist nach den erfolgreichen Jahren 2016 und 2017 in die Leistungsklasse 2 aufgestiegen. „Es wäre schon ein Traum, auch mal international zu reiten. Aber das lässt sich schwer vorausplanen.“

Die Entscheidung, sich für Dressur und gegen das Springen zu entscheiden, fiel ihr nie schwer. „Es ist die Perfektion, die mich an der Dressur fasziniert.“ Bis sie die mit einem Pferd erreicht, bedarf es viel Arbeit und Zeit. Zum Glück ist ihr Freund Niklas ebenfalls ein leidenschaftlicher Reiter. „Er hat also Verständnis, wenn mal wieder nicht viel Zeit da ist.“ Zumal Sörensen bereits jetzt einige Stunden in der Woche Kinder in sozialen Brennpunkten betreut. „Die Reiterei ist meine Leidenschaft und die viele Arbeit der vergangenen Jahre hat sich gelohnt“, sagt Sörensen.


Die Preisverleihung findet am Sonnabend in der Pause des Basketball-Sparkassen-Charity-Games in der Rendsburger Herderhalle statt, das um 17 Uhr angepfiffen wird. Für jeden Punkt fließen 50 Euro in Förderprojekte für Kinder.

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