Triathlon : Die Ostsee wird brodeln

Picke-packe voll war der Startbereich des 1. OstseeMan113 im Jahr 2017 in Damp. Auch am Sonntag bei der zweiten Auflage ist das Teilnehmerfeld mit gut 600 Einzelstartern ausgebucht.
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Picke-packe voll war der Startbereich des 1. OstseeMan113 im Jahr 2017 in Damp. Auch am Sonntag bei der zweiten Auflage ist das Teilnehmerfeld mit gut 600 Einzelstartern ausgebucht.

Der 2. OstseeMan113-Triathlon in Damp lockt am Sonntag mehr als 600 Athleten an. Nordlichter gehen mit guten Siegchancen an den Start auf der halben Langdistanz.

shz.de von
22. Juni 2018, 06:00 Uhr

Damp | Der Sommer ist da und die Triathlonsaison nimmt richtig Fahrt auf. Mit dem 2. OstseeMan113-Triathlon in Damp wartet am Sonntag eines der großen Highlights der Saison 2018 im Norden. Der Ausdauer-Dreikampf über die 113 km lange halbe Langdistanz aus 1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren und 21,0975 km Laufen lockt über 600 Einzelstarter und weitere rund 300 Staffelstarter in das Ostseebad. Um 9 Uhr fällt an der Niebymole der Startschuss für das Einzelrennen, ehe um 9.30 Uhr die Staffelstarter den Athleten hinterherjagen werden.

Nach der gelungenen Premiere im Vorjahr stehen das Ostseeresort Damp und die Nachbargemeinden in Schwansen für einen Tag wieder ganz im Zeichen des Triathlons. Mit dem im Vorjahr neu initiierten Wettkampf über die halbe IronMan-Distanz hat das Veranstalterteam um Renndirektor Reinhard Husen offenbar genau den Trend der Szene erkannt und einen Nerv getroffen. Wie schon die Premiere 2017 war auch der 2. Auflage bereits Monate vor dem Start restlos ausgebucht. Auch in diesem Jahr reichten die 600 Startplätze nicht aus, um allen Interessierten die Teilnahme zu ermöglichen. „Mit dem neuen Angebot greifen wir einen weltweiten Trend der letzten Jahre auf und reagieren auf die große Nachfrage nach der Halbdistanz“, erklärt Renndirektor Husen. Beim OstseeMan113 können die Triathleten, denen die legendäre IronMan-Distanz (3,8 km – 180 km – 42,195 km) noch einen Tick zu happig erscheint, auf der halben Langdistanz ihre Ausdauer austesten. Für diejenigen „Eisenmänner“ und „Eisenfrauen“, die den vollen OstseeMan-Triathlon in Glücksburg oder den 2017 neu eingeführten IronMan in Hamburg im Blick haben, ist der Damper Wettkampf eine willkommene Möglichkeit für einen Formtest.

Das gilt auch für den Kölner Till Schramm. Der dreifache Sieger des OstseeMan-Triathlons ist inzwischen einer der großen Champions auf der klassischen Distanz in Glücksburg. Für ihn gehört der Wettkampf am Sonntag zur Vorbereitung auf den Dreikampf am 5. August am Wasserschloss. Im Vorjahr hatte sich Schramm in Damp mit dem vierten Platz begnügen müssen. Nun hofft er, auch beim „kleinen Bruder“ des Glücksburger OstseeMan-Events jubeln zu dürfen. Der 33-Jährige möchte in Glücksburg seine Erfolgsserie ausbauen und nutzt nun die halbe Distanz, um schon einmal Gefühl für das Ostseewasser zu bekommen.

Mit rauen Bedingungen an der Küste ist hingegen Imke Oelerich bestens vertraut. Die 28-jährige Triathletin reist zwar aus ihrer neuen Wahlheimat im Schweizer Kanton Bern an, kann aber als echte Nordfriesin mit Wind und Wellen bestens umgehen. Dies bewies sie bereits mehrfach als Siegerin des „Gegen den Wind“-Triathlons in St. Peter-Ording. Nach den starken Auftritten an der Nordsee möchte Oelerich, die am Sonntag für ihren Heimatverein TSV Mildstedt antreten wird, nun auch in und an der Ostsee schnell unterwegs sein. Eine Hüftverletzung hatte sie im vergangenen Jahr mehrere Monate ausgebremst und auch die Trainingsintensität wie auf Profiniveau kann sie noch nicht wieder in ihren Alltag einbauen. Dennoch geht Oelerich optimistisch an ihre erste Halbdistanz seit mehr als anderthalb Jahren. Im November 2016 hatte sie zuletzt beim IronMan 70.3 in Thailand den vierten Platz im Profifeld erkämpft. „Ich freue mich riesig auf den Wettkampf und gehe nicht ohne Ambitionen an den Start. Ich habe zwar nur halb so viele Trainingskilometer in den Beinen wie früher üblich, aber zum Daylight-Finish wird es wohl reichen“, erklärt das gebürtige Nordlicht verschmitzt – wohl wissend, dass das Glück eines Zieleinlaufs vor Sonnenuntergang am Sonntag kurz nach dem längsten Tag des Jahres auch dem letzten Finisher vergönnt sein wird.

Schleswig-Holstein als Heimat und die Schweiz als Trainingsrevier – das sind auch für die Vorjahreszweite Anine Hell aus Basel die Eckdaten ihrer Biografie. Nachdem die gebürtige Eckernförderin im Vorjahr nach 4:16:33 Stunden mit nur drei Minuten Rückstand auf die Siegerin als Zweite die Ziellinie überquert hatte, könnte nun der große Coup drin sein. Hell und Oelerich gelten als heißeste Anwärterinnen auf die Nachfolge von Hannah Winckler als OstseeMan113-Champion bei den Damen. Die Vorjahressiegerin aus Flensburg ist in der vergangenen Woche erstmals Mutter geworden und legt 2018 eine Babypause ein.

Markus Thomschke vom OSSV Kamenz, der im Vorjahr nach starken 3:46:06 Stunden in Damp als schnellster Mann bei der Premiere von den vielen Zuschauern gefeiert worden war, ist am Sonntag ebenfalls nicht am Start, sodass es auf jeden Fall ein neues Siegerpaar geben wird. Ab 12.45 Uhr werden die schnellsten Athleten im Zielbereich an der Niebymole erwartet.

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