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Sportler des JAHRES : Der Weg in die Weltspitze geht weiter

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Eckernförder Tennisspieler Björn Petersen wurde von unseren Lesern zum Sportler des Jahres gewählt. Er spielt und studiert dank eines Stipendiums ab Sommer für die Baylor University in Texas.

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erstellt am 10.Mär.2016 | 06:00 Uhr

Eckernförde | Von einem Tennismärchen kann keine Rede sein. Dass Björn Petersen mittlerweile in der ATP-Weltrangliste geführt wird, und zwar auf dem geteilten 1230. Platz, ist der Lohn harter Arbeit. Dies haben die Leserinnen und Leser der Eckernförder Zeitung und Landeszeitung belohnt und den Eckernförder zum Sportler des Jahres 2015 gewählt. „Eine tolle Auszeichnung“, freut sich Björn, der aus einer tennisbegeisterten Familie stammt, denn auch Mutter Karen, Vater Jens und Schwester Anna können mit Schläger und Filzball umgehen.

Bei der Ehrung am kommenden Sonnabend wird der Tennisspieler jedoch fehlen. Natürlich steht Petersen wieder auf dem Platz, und zwar in einem ganz wichtigen Spiel. Für ihn und seine Mannschaft, das Internatsteam des SV Louisenlund, geht es um den Aufstieg in die Hallen-Nordliga. „Es wird schwer“, sagt Petersen, der sich auf ein Duell mit dem Briten Richard Gabb freuen kann. Der 24-Jährige spielt für den Bremer TV an Position eins und wird in der Weltrangliste auf Position 485 geführt. „Ich mache mir keine Sorgen, dass ich vom Niveau nicht gegen ihn mithalten kann“, sagt Petersen selbstbewusst.

Und genau dieses Selbstbewusstsein und der Glaube an die eigene Stärke hat den Eckernförder Abiturienten in den vergangenen Jahren weit nach vorne gebracht. Talentiert war der Rechtshänder schon immer, „aber körperlich war ich, was die Größe angeht, ein Spätentwickler“, erinnert sich Petersen. Während viele seiner Konkurrenten der selben Altersklasse bereits deutlich größer und muskulöser waren, blieb bei Petersen der große Schub in die Höhe vorerst aus – um dann aber umso heftiger einzusetzen. Innerhalb weniger Jahre schoss Petersen auf mittlerweile 1,96 Meter. Dazu hat er zeitgleich viel und gewissenhaft an seinem Körper gearbeitet und bringt nun 90 Kilo auf die Waage. Der Großteil davon ist antrainierte Muskelmasse. „Wichtig war es, in der Zeit bevor der Wachstumsschub kam, einfach dran zu bleiben“, sagt Petersen, der mittlerweile seinen Traum vom Profitennis als realistisch einschätzt, auch wenn die bisher eingespielten Preisgelder von 1344 Dollar die Ausgaben bei weitem nicht decken.

Der Schüler hat den Weg vom Deutschen Davis-Cup-Shootingstar Alexander Zverev aufmerksam verfolgt. Mehr als das – beide verbinden sogar gemeinsame Erfolge. „Wir sind ein Jahrgang und haben in der U12 und U14 zusammen Doppel bei den Norddeutschen Meisterschaften gespielt und den Titel geholt“, erinnert sich Petersen, der gerade erst eine Anfrage von Zverev erhielt, um ein gemeinsames Trainingsspiel zu absolvieren, was dann aber aus organisatorischen Gründen ausfiel.

Nach Verbandstraining in Schleswig-Holstein, dem Besuch in der Tennis-Academy in München und unzähligen Trainingsstunden mit seinem Vater Jens, hat Björn sein nächstes großes Ziel nun erreicht. Im Sommer zieht es ihn in die USA. Bei der besonders unter Tennisspielern angesehenen Baylor University in Texas hat der 19-Jährige ein Stipendium erhalten. „Ich wollte unbedingt wohin, wo es warm ist“, freut sich Petersen auf das Abenteuer in den USA und auf wärmere Temperaturen als in Schleswig-Holstein. Genau diesen Weg an der selben Universität ging mit Benjamin Becker auch der aktuell viertbeste deutsche Tennisspieler in der Weltrangliste. „Das ist eine große Chance für mich. Von Januar bis Mai spiele ich Punktspiele für die Uni, aber in der übrigen Zeit kann ich an Turnieren teilnehmen. Die finanziellen Aufwendungen, wie Hotelkosten, Antrittsgelder oder auch Trainer, werden dann komplett für mich übernommen. Das gibt natürlich Sicherheit“, sagt Petersen, der auch damit gut leben kann, dass seine eingespielten Preisgelder dafür an die Lehranstalt gehen. Er ist sich sicher, dass nach seiner Zeit in den USA der Angriff auf die Top-Hundert-Plätze der Weltrangliste beginnen wird. Vorher steht aber noch das Abitur an, und in den Frühjahrsferien geht es wieder zwei Wochen auf Turnierreise, wahrscheinlich in die Türkei. Danach sollen mehr als die bisher sechs gesammelten ATP-Punkte auf dem Konto des Eckernförders stehen.

Preisverleihung

Die Preisverleihung findet am Sonnabend, gegen 17.15 Uhr in der Halbzeitpause des Basketball-Sparkassen-Charity-Games in der Rendsburger Herderhalle statt, das um 17 Uhr angepfiffen wird. Für jeden Punkt fließen 50 Euro in Förderprojekte für Kinder.

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