Segeln : Augenschmaus für Schaulustige

Imposanter Zieleinlauf kurz vor dem Eckernförder Hafen, bei dem bis zum letzten Moment gekämpft wurde.
Imposanter Zieleinlauf kurz vor dem Eckernförder Hafen, bei dem bis zum letzten Moment gekämpft wurde.

Aaleregatta und Welcome-Race bietet Zuschauern an Land tolle Bilder. Spinnakerzweikämpfe vor der Marinemole

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19. Juni 2018, 06:00 Uhr

Eckernförde | Es war die wohl längste Folge an Starts in der Geschichte der Aalregatta, als es galt, am Sonnabend nicht ganz 300 Yachten auf die 28 Seemeilen lange Strecke nach Eckernförde zu schicken. Schon um neun Uhr erfolgte das erste Ankündigungssignal und mit dem Startschuss aus der Hand der Urenkelin des Kaiser-Bruders Prinz Heinrich von Preußen – Edwina von Posern, Herzogin zu Mecklenburg – wurden die Trimarane auf den Kurs entlassen.

Mit dem letzten Schuss am Starthaus dürften fast zeitgleich nach 2:17:28 Stunden die Brüder Helge und Christian Sach auf ihrem M32-Katamaran „Itelligence“ ins Ziel gegangen sein. Jedoch ohne den Streckenrekord auf eine neue Bestmarke zu setzen. Für die Zuschauer auf der Mole war es ein grandioses Schauspiel, als die Yachten je nach Startgruppe unter Spinnaker loszogen. Der ein oder andere Berufsschiffer wurde durch die vielen Yachten in der Kieler Innenförde an den Rand der Verzweiflung gebracht. Ließen sich gerade in der Yardstick-Klasse einige Skipper mit dem Überqueren der Startlinie großzügig Zeit, herrschte bei den ORC- Starts deutlich dichteres Gedränge, um möglichst mit dem Startschuss über die Linie zu gehen. Dass dies nicht von ungefähr kam, bewiesen am Ende die Ergebnisse, die sich manchmal um nur ganz wenige Sekunden in der Platzierung unterschieden.

Ein Augenschmaus für die Schaulustigen dürften die Starts beim Rendezvous der Klassiker gewesen sein, die anlässlich der 125-jährigen Jubiläumsveranstaltung mit von der Partie waren. Wer konnte, setzte Spin- oder Gennaker mit der Folge, dass sich einige heftige Luvkämpfe lieferten, um aus der gegnerischen Windabdeckung heraus zu kommen. So auch die „Germania VI“ und „Peter v. Seestermühe“, die sich einen heftigen Schlagab-tausch vor Möltenort lieferten. Die „Peter v. Seestermühe“ war gegen die „Germania VI“ jedoch chancenlos.


Alsen segelt mit seiner Murmel auf Platz 2

Wehte der Wind während der Startfolge aus Südost, drehte dieser im Streckenverlauf, sodass einige Yachten fast die ganze Strecke bis Eckernförde nur unter Gen- oder Spinnaker segeln konnten. So gab es auch kurz vor der Ziellinie – gut sichtbar von der Strandpromenade und Hafenmole – heftige Spinnakerzweikämpfe um die Marinemole. Nicht alle hatten das Glück, optimal durchzukommen. Zwischenzeitliche Flautenlöcher gepaart mit heftigem Regen erschwerten die Fahrt. Zudem sprang der Wind von Nordost auf Südwest, so dass einige ins Ziel kreuzen mussten.

Etliche Stammgäste waren auch vom SCE wieder mit dabei. Die erfolgreichste SCE-Crew war das Team Acht Boot Murmel mit der Crew von Johann Christoph Alsen, der es in der Yardstickgruppe „Grün“ auf den zweiten Platz schaffte, nach berechneter Zeit nur 9 Sekunden vor der „Trinity“, ebenfalls SCE, die mit vereinter Familienkraft der von Waldows den dritten Platz belegte.

Ab 10 Uhr erfolgte dann am Sonntag das Rückrace nach Kiel mit deutlich geringerer Teilnehmerzahl. Wie schon Am Vortag stimmten die Bedingungen für die „Itelligence“ der Gebrüder Sach, die das Potenzial ihres Katamarans voll ausreizten die Konkurrenz ihrer Startgruppe schnell hinter sich ließen. Auch für die restliche Teilnehmer war es wieder ein Spinnaker Start, der die Crews forderte.

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