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3. Handball-Liga : Altenholzer Konzept greift

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

In der 3. Handball-Liga Nord der Männer trägt die Entwicklung junger Spieler beim TSV Altenholz erste Früchte. Sebastian Firnhaber erhält im Sommer einen Profi-Vertrag beim THW Kiel.

shz.de von
erstellt am 27.Dez.2016 | 06:00 Uhr

Altenholz | Als der Altenholzer Geschäftsführer Matthias Fehrke vor der Saison 2016/17 seine Zielvorstellungen mit einem Platz unter den ersten Fünf in der 3. Handball-Liga Nord der Männer bekannt gab, war Trainer Mannhard Bech „not amused“. Er hatte ganz andere Vorstellungen und machte sie Fehrke gegenüber auch deutlich. Der Coach hat sich auf die Fahnen geschrieben, junge Spieler zu entwickeln und an höhere Aufgaben heranzuführen. Dieses Konzept hat jetzt schon die ersten Früchte getragen. Mit Sebastian Firnhaber, der im Sommer einen Profivertrag beim Rekordmeister THW Kiel bekommt und dem frischgebackenen Junioren-Nationalspieler Thies Bergemann haben sich die ersten Spieler für höhere Aufgaben empfohlen.

Aber nicht nur die individuelle, auch die mannschaftliche Entwicklung schritt voran. Der TSV Altenholz belegt nach Abschluss der Hinserie einen sehr guten zweiten Tabellenplatz. Trotz des guten Abschneidens will man beim TSV Altenholz die Zielsetzung aber nicht nach oben korrigieren. „Der Platz ist mir am Ende egal. Für uns ist es wichtiger, die Spieler weiter zu entwickeln und nach vorne zu bringen“, weiß Trainer Mannhard Bech auch, was für ein schweres Programm noch auf sein Team in der Rückserie zukommen wird. „Wir haben allein vier Derbys auswärts zu bestreiten. Die werden bestimmt nicht einfach“, baut der Altenholzer Trainer darauf, unbeschadet, also ohne große Verletzungsausfälle, durch die Rückserie zu kommen.

Weshalb wird die Zielsetzung nach dem guten Abschneiden in der Hinserie nicht nach oben korrigiert?
Mannhard Bech: Wir sehen uns selbst als Ausbildungsmannschaft. Unser Ziel ist es, junge Spieler weiter zu entwickeln und an höhere Aufgaben heranzuführen. Die Zusammenarbeit mit dem THW läuft ideal. Die jungen Spieler profitieren zusätzlich vom Training mit den Profis. Wenn am Ende der Saison ein Platz ganz vorne herauskommt, müssen wir die Situation neu überdenken.

Mit Mirko Baltic kam ein kompetenter Co-Trainer hinzu. Wie hat sich die Zusammenarbeit entwickelt?
Mirko passt menschlich sehr gut zu uns. Er ist für die Videoanalyse zuständig, ich trage die Spielgedanken zu unserer Zusammenarbeit bei. Dadurch, dass wir beide beim Training anwesend sind, können wir individuell sehr viel intensiver trainieren. Von dieser Arbeitsteilung profitieren wir alle.


Vor der Saison sind sieben neue, junge Spieler zur Mannschaft gestoßen. Wie ist es gelungen, sie so schnell zu einer Einheit zu formen?
Wir haben bewusst auf junge, hungrige Spieler gesetzt. Es ist einfacher sie für Spielweisen zu begeistern. Reifere Spieler über 25 Jahren haben meist schon ihre eigenen Vorstellungen.

Was gab den Ausschlag für die erfolgreiche Entwicklung. Wie lange benötigte die Mannschaft, die vorgegebene Marschrichtung zu verinnerlichen?
Ich habe der Mannschaft schon in der Vorbereitung gesagt, welche Art von Handball ich spielen möchte. Es geht um bedingungslosen Tempohandball. Die jungen Spieler haben verstanden, dass bei Tempohandball Fehler vorprogrammiert sind. Es dauert seine Zeit, bis alle Abläufe in Fleisch und Blut übergegangen sind. Es dauerte aber bis zum vierten oder fünften Spiel, bis alle die Marschrichtung verinnerlicht hatten und mit Überzeugung dieses System verfolgten.

Um Tempohandball zu spielen, sind gewisse Fähigkeiten gefragt. Nicht jeder Spieler quält sich gerne. Hat es viel Überzeugungsarbeit gekostet?
Voraussetzung dafür ist eine athletische Ausbildung. Um in diesem Bereich topfit zu sein, bedarf es eines hohen Trainingsaufwands. Die jungen Spieler bekommen nichts geschenkt. Sie müssen an sich arbeiten, um sich weiterzuentwickeln. Ich setze Eigeninitiative der Spieler voraus.

Wie sehen Sie die weitere Entwicklung, wird das Konzept der Zusammenarbeit mit dem THW fortgesetzt?
Neben Sebastian Firnhaber, der ab Sommer einen Profivertrag beim THW erhält und Junioren Nationalspieler Thies Bergemann stehen auch andere Spieler aus unseren Reihen in den Notizbüchern einiger Bundesligisten, wie etwa Spielmacher Jonas Ottsen. Lucas Firnhaber musste beim THW mangels Linkshändern im Rückraum nach dem Ausfall von Steffen Weinhold im Pokalwettbewerb in Friesenheim einspringen. Mit Timon Kaminski steht ein weiterer junger Spielmacher in unseren Reihen, dem ich noch eine große Entwicklung zutraue. Mit Gerrit Klotz aus der A-Jugend des THW kommt eine weiteres Talent in die Altenholzer Talentschmiede. Er wird in der nächsten Serie bei uns spielen. Wir werden weiter unseren Fokus hauptsächlich auf die Ausbildung junger Talente legen.

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