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Handball-Interview : „Alle müssen eine Menge Leidenschaft an den Tag legen“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Im Interview mit dem neuen Trainer der HG OKT Olaf Keck verrät dieser, wie er sich seinen neuen Job vorstellt. Er sieht sich dabei nicht nur als Trainer der ersten Damen-Mannschaft

shz.de von
erstellt am 09.Mai.2016 | 06:00 Uhr

Owschlag | Mit dem 48-jährigen Berufsoffizier Olaf Keck aus Hohn, der in diesem Monat mit seiner Frau von Niedersachsen nach Schleswig-Holstein ziehen wird, hat die HG OKT einen neuen Handball-Trainer mit B-Lizenz gefunden. Keck wird das Traineramt der 3. Liga-Frauen vom scheidenden dänischen Handballlehrer Vagn Hansen übernehmen. Die EZ sprach mit Olaf Keck im Interview über seine Erwartungen, seine Handball-Philosophie und seine Ziele.

Herr Keck, Sie wurden Anfang April vom Vorstand der HG OKT als neuer Trainer der 3. Liga-Frauen bekannt gegeben. Wie kam der Kontakt zum Verein zustande?
Wie so häufig im Leben, reiner Zufall. Ich wurde von Hannover nach Hohn versetzt. Ein Kollege hatte erfahren, dass Jens Stolley aus dem Vorstand der HG auf Trainersuche für die Mannschaft ist und hat mich gefragt, ob er meine Telefonnummer weitergeben dürfe. Ich hatte nichts dagegen, weil ich meine Landesliga-Mannschaft, die Frauen der HSG Schaumburg-Nord , aufgrund meines Umzugs nach Borgstedt ja leider in der nächsten Saison nicht mehr trainieren kann. Handball hat in meinem Leben einen hohen Stellenwert. Deshalb war ich interessiert. Nach dem ersten Kontakt am 10. März entwickelte sich viel gegenseitiges Einvernehmen, sodass wir uns schnell einig wurden.

Welche Erwartungen haben Sie an den Verein und die Mannschaft? Welche Spielweise bevorzugen Sie?
Ich sehe meine Aufgabe nicht ausschließlich als Trainer der ersten Mannschaft. Vielmehr ist meine Tätigkeit im Verein komplexer. Ich sehe mich vor allem auch als Koordinator zwischen dem Vorstand, der ersten Frauen-Mannschaft und dem gesamten weiblichen Handball in der HG OKT. Wir ziehen alle am gleichen Strang. Dies gilt es zu koordinieren. Das bedeutet auch, dass ich Trainingseinheiten aller weiblichen Mannschaften ab D-Jugend besuchen werde und zu diesen Einheiten auch Spielerinnen der ersten Frauen dazu bitte. Ich möchte Schranken öffnen. Bezüglich meiner Spielphilosophie kann ich nur sagen, dass ich einen schnellen Handball gepaart mit Auslösehandlungen bevorzuge. Die Abwehr variiert je nach Gegner und Spielsituation und kann zwischen offensiv und defensiv hin und her wechseln. Dazu brauchen wir gut ausgebildete Spielerinnen.


Denken Sie, dass es die Frauen neben den eigenen Trainingseinheiten zeitlich bewerkstelligen können, auch noch beim Jugendtraining mitzuwirken? Immerhin geht jede Spielerin in erster Linie ihrem Beruf, Ausbildung oder Schule nach. Wie oft gedenken Sie mit der Mannschaft zu trainieren?
Wir werden in der Saison viermal die Woche trainieren. In der Vorbereitung kann das auch öfter sein. Ich denke, dass wir durch rege Kommunikation durchaus dazu kommen können, dass wir meine Ideen gemeinsam verwirklichen. Es ist ja durchaus möglich, dass nicht jede Spielerin der ersten Mannschaft jedes Mal zum Training erscheint. Mit mir kann man reden. Wenn mir beispielsweise eine Spielerin der ersten Frauen bei einer Trainingseinheit der C-Jugend geholfen hat, kann es vorkommen, dass sie zum nächsten Mannschaftstraining frei bekommt. Diesen Spagat zwischen Beruf und Leistungshandball gilt es hinzubekommen. Dazu müssen alle eine Menge Leidenschaft an den Tag legen. Gemeinsame Trainingseinheiten der ersten und zweiten Frauen und der A-Jugend habe ich mit den Trainern schon besprochen. Ausgesprochen angenehm ist, dass sehr viel Kooperationsbereitschaft in der HG OKT vorhanden ist. Alle sind äußerst engagiert.


Da kommt viel Arbeit auf Sie zu. Bekommen Sie dabei Unterstützung durch einen Co-Trainer?
Das wäre wünschenswert. Leider haben wir noch niemanden gefunden. Auf der Suche nach einem Athletik-Trainer laufen aber bereits erste Gespräche.

Planen Sie Trainingsspiele oder Turnier-Teilnahmen?
Fest zugesagt ist der Kieler-Woche-Cup im Juni. Von Trainingsspielen halte ich viel. Dabei können wir Spielsituationen experimentell mit unterschiedlicher Mannschaftszusammensetzung ausprobieren und üben. Ich stehe bereits mit einigen Mannschaften in Kontakt. Vor Saisonbeginn werde ich mit Sicherheit meinen 14er-Kader benennen. Ich halte nichts davon, Spielerinnen im Unklaren darüber zu lassen, wie ich ihre Leistung für die Mannschaft einschätze.

Wagen Sie schon eine Prognose auf einen Tabellenplatz zum Ende der nächsten Saison?
Von meiner Seite ist klar, dass ich jedes Spiel gewinnen möchte. Wichtig ist allerdings zunächst auszuloten, ob die Mannschaft das auch möchte. Zu diesem Zeitpunkt ist eine realistische Aussage definitiv noch nicht möglich. Zunächst einmal möchte ich, dass die Mannschaft und ich die ersten gemeinsamen Trainingseinheiten absolvieren.

Mit Kristin Machau und Svenja Pahl wechseln zwei wichtige Spielerinnen nach Jörl. Gibt es für die HG OKT im Kader weitere personelle Veränderungen?
Das gehört zum Geschäft dazu. Anna Detlefsen vom TSV Altenholz hat sich anders herum uns angeschlossen, nachdem wir das Gespräch mit ihr gesucht haben. Von weiteren Veränderungen weiß ich nichts. Ich freue mich und bin sehr gespannt auf meine neue Aufgabe.

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