3. Handball-Liga : 2. Liga bleibt „Wölfen“ verwehrt

Michael Nicolaisen (li.) zeigte in seiner ersten Saison im Altenholzer Trikot starke Leistungen in Angriff und Abwehr. Hier steigt er vor Tobias Wickert-Grossmann (DHK Flensburg) hoch.
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Michael Nicolaisen (li.) zeigte in seiner ersten Saison im Altenholzer Trikot starke Leistungen in Angriff und Abwehr. Hier steigt er vor Tobias Wickert-Grossmann (DHK Flensburg) hoch.

TSV Altenholz nach guter Saison Vizemeister – nur gegen den HSV Hamburg kein Kraut gewachsen.

shz.de von
16. Mai 2018, 06:00 Uhr

Altenholz | Die Drittliga-Handballer vom TSV Altenholz haben ihren Titel nicht verteidigt. Aber die „Wölfe“ sind nach einer starken Saison Vizemeister und haben lange um die Meisterschaft mitgespielt. Gegen den finanzkräftigeren HSV Hamburg war schließlich kein Kraut gewachsen.

Der deutsche Meister von 2011 und Champions-League-Sieger von 2013 hat nach dem finanziellen Kollaps und zwei Drittliga-Jahren die Rückkehr in die 2. Bundesliga geschafft. Der Eintritt in diese Spielklasse bleibt den Gelb-Schwarzen verwehrt. Es hätte also weder ein Meistertitel noch eine erfolgreiche Relegation geholfen. Dabei sind die Altenholzer mit ihrer ausgelagerten GmbH – dem wirtschaftlichen Träger vom Team Handball Altenholz – besser aufgestellt als im vergangenen Jahr. Aber die Lizenzierungskommission der Handball Bundesliga (HBL) schob einen Riegel vor. Für den kaufmännischen Geschäftsführer Sönke Bergemann hat die wirtschaftliche Vernunft Vorrang vor einem sportlichen Abenteuer. Ohnehin wären die Wölfe mit einem geschätzten Etat in Höhe von 500 000 Euro nur am unteren Ende der Nahrungskette zu finden gewesen.


Jonas Ottsen steht beim HSV hoch im Kurs

Derzeit befindet sich die Mannschaft bis Ende Mai in ihrem Erholungsurlaub. Aber gerade während der noch bevorstehenden Mannschaftsfahrt dürfte Teile der Spiele sicher noch einmal heiß diskutiert werden.

Ein absolutes Saisonhighlight war der 30:29-Auswärtserfolg beim späteren Meister. Vor 2700 Zuschauern brachte der fünfte Treffer von Jonas Ottsen drei Minuten vor dem Ende zum 30:27 die Entscheidung. Seitdem soll HSV-Trainer Torsten Jansen einen Narren an Ottsen gefressen haben. Im Rückspiel hätte dem TSVA bereits ein Remis gereicht, um den direkten Vergleich zu gewinnen. Aber in der randvollen Edgar-Meschkat-Halle (1200 Zuschauer) gewann der HSV 26:20 und fügte den Gastgebern die erste Heimniederlage seit dem 20. März 2016 nach zuvor 51:1 Punkten zu.

Weil anschließend noch das Auswärtsspiel beim VfL Potsdam mit 25:278 verloren ging, fuhr der Meisterschaftszug ohne die „Wölfe“ ab. Dennoch war Trainer Mirko Baltic mit der Spielzeit insgesamt zufrieden. Der Coach setzte die gute Arbeit von Ex-Trainer Mannhard Bech (unterschrieb für die kommenden drei Jahre bei den Mecklenburger Stieren) fort und bleibt dem Klub in der kommenden Saison erhalten.

Die interne Torjägerkrone holte sich Jonas Ottsen mit 119 Toren. Der Rückraumspieler trat damit die Nachfolge des zum Bundesligisten THW Kiel gewechselten Sebastian Firnhaber an.

Ohnehin hatten die Altenholzer einige neue Personalien zu bieten. Michael Nicolaisen kam aus Österreich in den Norden zurück und zeigte auf Anhieb gute Leistungen in Abwehr und Angriff. Als Angriffspezialist war Kreisläufer Marcel Möller meist in der gegnerischen Knautschzone am Kreis zu finden. Er wird den Klub verlassen und in die 2. Liga zum VfL Lübeck-Schwartau wechseln. Ebenfalls in der Zweitklassigkeit findet sich Lucas Firnhaber wieder, der bei TuSEM Essen auf Torejagd geht. Allerdings muss der Linkshänder dort sicher mehr Geduld mitbringen und darf die Angriffe nicht so hastig abschließen.

Pechvogel der Saison war wohl Mathis Wegner, der in seinem letzten Spieljahr beim TSV Altenholz gleich von zwei schweren Verletzungen geplagt war und nur auf zwölf Einsätze kam. „Das ist einer der emotionalsten Momente in meinem Leben“, sagte Wegner bei der Verabschiedung. Seit 2010 trug er in 181 Spielen das gelb-schwarze Trikot und warf von 723 Tore. Als vierter Akteur verlässt Torhüter Fynn Schröder, der studienmäßig nach Finnland geht, den TSV Altenholz. Aber die neuen Akteure stehen in den Startlöchern und werden in Kürze vorgestellt.

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