Handball-Oberliga : TuS Esingen ackert im Liether Wald

Trainer Michael von Thun hat sich ein vielfältiges Trainingsprogramm für die Frauen des TuS Esingen ausgedacht.
Trainer Michael von Thun hat sich ein vielfältiges Trainingsprogramm für die Frauen des TuS Esingen ausgedacht.

So macht Neu-Trainer Michael von Thun die Oberliga-Frauen des TuS Esingen fit für die neue Saison.

shz.de von
16. Juni 2018, 09:00 Uhr

Tornesch | Der Liether Wald liegt am südlichen Stadtrand von Elmshorn an der Grenze zu Klein Nordende und ist das größte Naherholungsgebiet in der Region. Für die Handballerinnen des TuS Esingen verspricht das Gehölz aber keine Erholung.

Zu Beginn der Vorbereitung auf die Anfang September beginnende Saison in der Oberliga Hamburg/SH will der neue Trainer Michael von Thun (57) seinen Kader konditionell fit machen. „Die Mannschaft hatte körperliche Defizite und kam auch deshalb in Abstiegsgefahr“, sagte der Coach.

„Ich möchte, dass wir 60 Minuten Tempo machen können. Und dafür werden wir von Montag an zwei Wochen lang die Höhenunterschiede im Liether Wald erkunden.“

Seinem Vorgänger Patrick Kohl attestierte er, eine stabile 6:0-Abwehr erarbeitet und Struktur ins Angriffsspiel gebracht zu haben. „Ich möchte aber in der Deckung flexibler sein“, sagte von Thun und kündigte an, auch offensive Systeme wie 5:1 und 4:2 trainieren zu wollen.

Mit welchem Kader er in die Punktspielserie gehen will, ließ der Coach noch offen. Einen Platz sicher sollten jedoch die drei Neuzugänge Laura Ristau (TSV Ellerbek), Carina Lipp (MTV Herzhorn) und Inga Schlegel-Butzmann (SG Henstedt-Ulzburg) haben.

Vielversprechende Neuzugänge

Mit Laura Ristau (kleines Foto) folgt auf Alina Schröder (schied beruflich bedingt aus) eine Torhüterin, die in Ellerbek eine feste Größe war.

Von ihrer Ruhe und Routine wird die Deckung profitieren, von ihr kann Vivien Wiechens als Nummer zwei viel lernen und ihre genauen langen Pässe passen letztlich auch in von Thuns Angriffsphilosophie. „Der Tempogegenstoß wird für uns ein wichtiges taktisches Mittel sein“, sagte der Trainer.

Dessen guter Ruf lockte Carina Lipp nach Tornesch, die eigentlich schon vor einem Jahr nach Esingen wechseln wollte, sich dann aber einen Riss der Achillessehne zuzog.

„Dass sie bei uns noch einmal angreifen will, ist toll.”

„Ich kenne sie noch aus meiner Zeit beim MTV Herzhorn, als ich dort die weibliche B-Jugend trainierte“, erinnerte sich von Thun an die zweikampfstarke Rückraumspielerin, die den Verlust von Katharina Schmidt (Todesfelde/Leezen) ausgleichen soll.

Den Kontakt zu Inga Schlegel-Butzmann, die bis zur Schwangerschaft die Deckung bei der SGHU in der 3. Liga organisierte, bahnte Teambetreuer Valko Scheele. „Sie ist unsere fünfte Mutter im Team. Dass sie bei uns noch einmal angreifen will, ist toll“, sagte Michael von Thun, der sie vorn als Ballverteilerin und zweite Kreisläuferin einsetzen will.

Wechsel vom Jugend- in den Erwachsenenbereich kein Problem

Dass der Trainer in den vergangenen drei Jahren beim Barmstedter MTV „nur“ die weibliche A-Jugend – zuletzt in der Landesliga – betreute, ist für den B-Lizenz-Inhaber kein Problem.

Der Kiebitzreiher, der in Elmshorn bei Elektro-Zoller seiner Arbeit nachgeht, hat 40 Jahre Handballerfahrung auf dem Buckel und sich dabei auch zwei Spielzeiten in der Oberliga als Männercoach des MTV Herzhorn bewährt.

Um für die Saison gewappnet zu sein, lässt er nach den beiden Konditionswochen dreimal wöchentlich trainieren und hat zusätzlich Testspiele geplant. Eine offizielle Urlaubspause ist nicht vorgesehen.

 „Jeder macht Ferien, wann er muss oder will“, sagte von Thun, der sich im Juli rar macht. Dann leitet Nadja Günter das Training und bereitet die Phasen des Tempogegenstoßes vor.

Klassenerhalt so früh wie möglich sichern

„Wir wollen mit dem Abstieg nichts zu tun bekommen“, nannte der TuS-Coach das Saisonziel, das auch der Esinger Nachwuchs anstrebt. Frauke Abel, Joanna Rothe und Madita Lux, die schon in der Rückrunde der abgelaufenen Serie wichtige Erfahrungen im Frauen-Team machten, haben reelle Chancen für den geplanten 16er-Kader nominiert zu werden.

„Ich bin auf alles vorbereitet.”

Ob die Chemie zwischen der Mannschaft und ihm als Trainer stimmt, hat Michael von Thun in drei Einheiten getestet. „Die Beteiligung war groß, die Stimmung gut“, sagte der leidenschaftliche Koch, der im übrigen als Familienvater weiß, wie Frauen „ticken“.

Mit Ehefrau Ilke zog er die Töchter Sabrina und Christina groß, beide Enkel sind Mädels, und selbst Mischlingshund Pitu gehört zum weiblichen Geschlecht. „Ich bin auf alles vorbereitet“, sagte Michael von Thun.

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