Leichtathletik : Traum-Comeback von Alina Ammann

Die Tornescherin Alina Ammann (vorne) lief in Flensburg ihren Gegnerinnen davon.
Die Tornescherin Alina Ammann (vorne) lief in Flensburg ihren Gegnerinnen davon.

Die Athletin des TuS Esingen wird Landesmeisterin in Flensburg. Dabei war Ammann zuvor lange außer Gefecht gesetzt. Auch Alisa Rohlfing und Anne Scholl holen Gold.

shz.de von
26. Juni 2018, 12:15 Uhr

Tornesch | Unzählige Runden drehte Michael Ammann als jugendlicher Leichtathlet im Flensburger Stadion: Aus Stolk im Kreis Schleswig, wo der heutige Wahl-Tornescher aufwuchs, waren es schließlich nur 27 Kilometer bis zur Flensburger Arndtstraße, wo er an vielen Kreismeisterschaften und Titelkämpfen teilnahm.

Am Sonnabend fuhr nun seine Tochter Alina Ammann nach Flensburg, wo sie an den gemeinsamen Landesmeisterschaften von Hamburg sowie Schleswig-Holstein teilnahm − und sich nach einer langen, krankheitsbedingten Zwangspause überaus eindrucksvoll zurückmeldete, indem sie überlegen Landesmeisterin über 1500 Meter wurde.

„Wir sind sehr, sehr glücklich“, sagte Trainer und Vater Michael Ammann anschließend.

In den vergangenen Monaten hatte es Alina Ammann wahrlich nicht leicht: Das tückische Pfeiffersche Drüsenfieber hatte sie nicht nur extrem geschwächt, sondern zwischenzeitlich sogar dazu geführt, dass die Tornescherin vier Tage im Krankenhaus verbringen musste. „Wir haben uns in dieser Zeit große Sorgen gemacht“, gab Michael Ammann zu.

Monatelange Pause

Im Frühjahr verbesserte sich Alina Ammanns Zustand aber zunehmend, so dass sie nach monatelanger Pause wieder das Training aufnehmen konnte. „Und nach einem langsamen, behutsamen Aufbau hat sie sich dazu entschlossen, bei den Landesmeisterschaften über die 1500 Meter, die sie zum letzten Mal vor vier Jahren in einem Wettkampf gelaufen ist, zu starten“, berichtete Michael Ammann.

Trotz Wind und Regen übernahm Alina Ammann in ihrem Lauf sofort die Führung. „Sie hat einen Start-Ziel-Sieg gefeiert“, berichtete ihr Vater. Dabei ging die 20-Jährige, deren Lieblingsdistanz die 800 Meter sind, die deutlich längere Strecke zunächst sehr defensiv an: „Sie wollte sich ihre Kräfte gut einteilen, was auch gelungen ist“, lobte ihr Vater und Trainer.

Obwohl anders, als bei nationalen Wettbewerben, bei den Landestitelkämpfen nicht alle hundert Meter die Zwischenzeiten angezeigt wurden, bewies Alina Ammann ein gutes Gefühl für Tempo und Kraftverbrauch.

Verfolgerinnen können nicht mithalten

Am Ende überquerte Alina Ammann, die nach ihrem Abitur inzwischen an der Hamburger Universität im zweiten Semester Psychologie studiert, die Ziellinie nach 4:39,48 Minuten, als ihre ärgste Verfolgerin Nicole Adler (SG TSV Kronshagen/Kieler TB) noch rund hundert Meter zu absolvieren hatte.

Für Adler blieb die Zeit bei 4:47,49 Minuten stehen, die drittplatzierte Michelle Janus (TSG Bergedorf) benötigte als schnellste Hamburgerin 4:53,43 Minuten. Und so ging es für Alina Ammann aus dem Krankenbett direkt auf den höchsten Platz des Siegerpodiums hinaus.

Alisa Rohlfing gewinnt trotz Schmerzen

Neben Ammann sicherten sich auch Alisa Rohlfing (MTV Horst) und Anne Scholl (LG Wedel-Pinneberg) einen Titel. Die Heidgrabenerin Rohlfing trotzte dabei Schulterschmerzen und wurde mit 38,53 Metern Landesmeisterin im Diskus der U18. Im Kugelstoßen landete die 17-Jährige auf dem zweiten Rang, beim Speerwurf schrammte Rolhfing mit Platz vier knapp am Podium vorbei.

Anne Scholl springt zu Gold

Anne Scholl dominierte indes den Dreisprung-Wettbewerb der Frauen. Im fünften Versuch gelang Scholl mit 12,03 Metern der weiteste Sprung, die Milena Thießen (10,90 Meter) deutlich auf den zweiten Rang verwies. Anika Nießen (Halstenbeker TS) sprintete im 100-Meter-Finale der U18 auf den zweiten Rang (12,64 Sekunden).

Gemeinsame Landesmeisterschaften Hamburg und Schleswig-Holstein

U18, Männer und Frauen in Flensburg: U18: Kugel: 2. Alisa Rohlfing (MTV Horst), 11,83 m; Speer: 4. Alisa Rohlfing (MTV Horst), 35,91 m; Diskus: 1. Alisa Rohlfing (MTV Horst), 38,53 m; 100 m: A-Finale: 2. Anika Nießen (Halstenbeker TS), 12,64 sec; 800 m: 5. Freya Kosciesza (LG Wedel-Pinneberg), 2:36,21 min; Weit: 3. Anika Nießen (Halstenbeker TS), 5,60 m; Frauen: 15000 m: 1. Alina Ammann (TuS Esingen), 4:39,48 min; Dreisprung: 1. Anne Scholl (LG Wedel-Pinneberg), 12,03 m; U18: 100 m: 1. Vorlauf: 2. Ben Gabriel Beelitz (Halstenbeker TS), 11,80 sec; Speer: 5. Ben Gabriel Beelitz (Halstenbeker TS), 47,69 m; Männer: Kugel: 1. Ralf Mordhorst (LC Lübeck), 14,72 m; Diskus: 1. Ralf Mordhorst (LC Lübeck), 48,51 m

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