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Handball : Zwei Tests mit schweren Beinen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

SG Flensburg-Handewitt schlägt die dänischen Erstligisten Mors Thy und SonderjyskE mit Mühe

shz.de von
erstellt am 04.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Ljubomir Vranjes nahm ausnahmsweise die Rolle des stillen Beobachters ein – ganz am Rand, das Sagen auf der Bank überließ er seinem Assistenten Maik Machulla. „Ich wollte mich auf ein paar Dinge 100-prozentig fokussieren. Beim Coaching ist man ja aufs Gewinnen konzentriert. So konnte ich in Ruhe analysieren – das war super“, sagte der Trainer der SG Flensburg-Handewitt nach dem Testspiel gegen Mors Thy am Freitag, das der Handball-Bundesligist ebenso gewann (23:21) wie tags darauf die Partie bei SonderjyskE (27:26).

Dass die dänischen Erstligisten jeweils nur knapp nach engem Spielverlauf geschlagen wurde, war für Vranjes zweitrangig. Alle 18 aktuell zur Verfügung stehenden Akteure kamen in bunten Mischungen zum Einsatz. Da konnte sich kein Rhythmus einstellen, zumal die Flensburger noch ein heftiges Intervalltraining am Freitagvormittag in den Beinen hatten. „Ich habe einige positive Dinge gesehen, aber auch einige negative“, bilanzierte Vranjes, „es wurde viel verworfen“. Dafür war allerdings auch Dane Sijan verantwortlich. Der schwergewichtige Serbe im Tor von Mors Thy ist inzwischen einige Kilo leichter als in der Saison 2006/07, als er in SG-Diensten stand. Mit stoischer Ruhe und tollen Reflexen kaufte er den Gastgebern vor rund 550 Zuschauern in der Handewitter Wikinghalle 16 Würfe ab. Kleines Lehrstück für Lukas Blohme: Zwei Mal ließ sich Sijan vom Rechtsaußen mit Würfen ins kurze Eck düpieren, beim dritten Mal bestrafte er den Übermut.

Zu den positiven Aspekten gehörte aber, dass Blohme ebenso wie die beiden anderen Nachwuchsakteure Michael Nicolaisen und Stefan Wilhelm mit Selbstbewusstsein und Einsatzbereitschaft glänzte. Auch in der Kommunikation mit den Starspielern der SG wurde spürbar, dass die drei zum Team gehören. „Mir gefällt diese Einstellung. Sie zeigen, dass sie dabei bleiben wollen“, lobte Vranjes.

Das gilt auch für Lars Kaufmann, der auf gutem Weg zum Comeback nach mehr als einem Jahr Pause ist. „Ich kann alles mitmachen. Bei Timing und Spritzigkeit fehlt noch etwas, aber es wird mit jeder Trainingseinheit besser. Zum Saisonbeginn will ich wieder auf dem Maximum sein“, sagte der 32-Jährige, der drei Knieoperationen und eine lange Rekonvaleszenz hinter sich hat. Größere Beschwerden macht das Gelenk derzeit nicht: „Es ist okay, ich komme gut zurecht.“ Dass seine Wurfkraft nicht gelitten hat, unterstrich Kaufmann mit jeweils zwei Toren in Handewitt und in Sonderburg.

Gespannt waren die SG-Fans auf den Auftritt der Neuzugänge: Sie sahen die mächtige Fackel und die respektable Athletik von Linkshänder Johan Jakobsson, die feine Wurftechnik des Halblinken Kasper Kisum und den großen Kampfgeist von Kreisläufer Anders Zachariassen. Im Tor ein kleines Déjà-vu: Kevin Möller erinnert in Statur, Gestik und Stil erstaunlich an SG-Legende Jan Holpert.

Der nächste Test gegen einen dänischen Erstligisten folgt schon am Mittwoch: In Bredstedt trifft die SG um 19.15 Uhr auf GOG Gudme. Zuvor gibt es am Nachmittag zwischen 14.30 und 15.30 Uhr eine Autogrammstunde der Handballprofis bei „CJ Schmidt“ in Husum.

SG gegen Mors Thy: Andersson, Möller – Blohme (2), Karlsson, Nenadic, Eggert (1), Glandorf (5), Mogensen (1), Svan (3), Wanne, Nicolaisen (1), Kaufmann (2), Jakobsson (2), Wilhelm (1), Heinl (1), Zachariassen, Kisum (2), Radivojevic (2/1)

SG in Sonderburg: Andersson, Möller – Karlsson, Nenadic (3), Eggert (5/3), Glandorf (2), Mogensen (5), Svan (2/1), Wanne (2), Kaufmann (2), Jakobsson (3), Wilhelm, Heinl (1), Zachariassen (2), Kisum, Radivojevic.

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