"Zukunftsweisende Entscheidung"

Dierk Schmäschke kehrt nach acht Jahren in die SG-Geschäftsführung zurück.
Dierk Schmäschke kehrt nach acht Jahren in die SG-Geschäftsführung zurück.

Dierk Schmäschke und Holger Kaiser freuen sich auf Zusammenarbeit in der Geschäftsführung der SG Flensburg-Handewitt

shz.de von
08. April 2011, 07:05 Uhr

flensburg | Jetzt ist es amtlich. Wie unsere Zeitung mehrfach berichtet hat, wird Dierk Schmäschke nach acht Jahren in Hamburg zur SG Flensburg-Handewitt zurückkehren. Der 53-Jährige wird zusammen mit Holger Kaiser, der seit 2009 Geschäftsführer der SG Flensburg-Handewitt ist, eine Doppelspitze bilden. "Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass die SG bei mir angefragt hat. Wir hatten sehr gute Gespräche. Jetzt freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit allen, die da sind", sagte Schmäschke, der zurzeit noch als Vizepräsident des designierten Meisters HSV Hamburg arbeitet.

"Wir versprechen uns durch die Verpflichtung von Dierk Schmäschke eine entscheidende Verstärkung im Bereich Marketing und Vertrieb", erklärte Boy Meesenburg, der Vorsitzende des SG-Wirtschaftsbeirats. "Beide Geschäftsführer werden sich hervorragend ergänzen und gemeinsam und gleichberechtigt für die zukunftsorientierte Ausrichtung unseres Vereins Sorge tragen."

Auch Holger Kaiser begrüßt die Personalie. "Wenn man sieht, wie beispielsweise der Fußball aufgestellt ist, wie komplex der Profisport ist - dann ist klar, dass die Zeit der Alleinherrschaft vorbei ist. Wir wollen die SG weiter entwickeln und dazu brauchen wir Top-Personal - genau das gilt für Dierk", sagte Kaiser, "das ist eine zukunftsweisende Entscheidung. Ich freue mich riesig." Auch Kaiser betonte, dass beide Geschäftsführer auf Augenhöhe zueinander stehen werden. Das sei ihm persönlich wichtig gewesen. Um die SG voranzubringen, müssten noch mehr überregionale Sponsoren gewonnen werden. Was Schmäschke in dieser Hinsicht in Hamburg bewegt habe, spreche für ihn ebenso wie die Tatsache, dass er ein Kind der Region sei und sich mit der SG und ihrem Umfeld bestens auskenne.

Schmäschke wollte sich über künftige Aufgaben noch nicht detailliert äußern. "Bis zum Sommer gilt meine Konzentration dem HSV, an dem inzwischen mein Herz auch hängt." Der Schritt habe ihn reifliche Überlegung gekostet und sei am Ende nicht leicht gefallen. Neben der Herausforderung, die in Flensburg auf ihn wartet, führte der gebürtige Nordfriese, der ein Haus in Harrislee hat, auch persönliche und private Gründe für die Rückkehr in die Heimatregion an.

Bevor Schmäschke im Jahr 2003 für den HSV zunächst als Berater und zuletzt als hauptamtlicher Vizepräsident tätig wurde, war er 25 Jahre lang als Spieler und Funktionär für die SG Weiche-Handewitt und für die SG Flensburg-Handewitt sehr erfolgreich aktiv. Vor acht Jahren kam es zur Trennung, weil die Chemie zwischen Schmäschke und Thorsten Storm, die seinerzeit gemeinsam die Geschäftsführung inne hatten, nicht mehr stimmte.

Als Linksaußen hatte der gebürtige Niebüller zwischen 1978 und 1993 für die SG 308 Spiele bestritten. 1990 übernahm Schmäschke parallel bereits erste Management-Aufgaben. Seit 1993 lenkte er in einer Doppelspitze mit Manfred Werner die Geschicke des SG-Bundesliga-Handballs. Den Beruf des Lehrers für Deutsch und Sport hatte Schmäschke nach und nach zurückgefahren und schließlich aufgegeben, als ihn die Aufgaben beim HSV voll in Anspruch nahmen.

Unterdessen steht in den nächsten Tagen die Entscheidung darüber an, wie es in der sportlichen Leitung bei der SG weitergeht. Die Tendenz deutet darauf hin, dass Ljubomir Vranjes für Training und Scouting verantwortlich sein wird, während weitere Aufgaben des Sportdirektors der Geschäftsführung zugeordnet werden. "Ich bin mehr als optimistisch, dass Ljubo das so weitermacht", sagte Kaiser. "Es war ein tolles Vierteljahr, die Mannschaft spielt superattraktiven Handball." Ob Vranjes ein Co-Trainer zur Seite gestellt wird, ist noch offen. "Momentan ist es noch gut so, dass er alles in Eigenregie macht. Aber das muss er selbst entscheiden", sagte Kaiser.

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