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Fussball : „Wir wollen das Wunder möglich machen und Holstein Kiel im Pokal schlagen“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Weiches Torhüter Florian Kirschke ist heiß auf das Regionalliga-Duell mit seinen alten Teamkollegen vom FC St. Pauli.

36 Tore hat der ETSV Weiche in 29 Punktspielen kassiert. Nur Spitzenreiter VfL Wolfsburg II steht mit 24 Gegentreffern noch besser da. Damit haben die Flensburger in der Fußball-Regionalliga die zweitbeste Defensive. Großen Anteil daran hat Torhüter Florian Kirschke. Seine Leistungsdaten: 33 Gegentore in 25 Spielen. Damit zählt der 21-jährige zu den Top-Keepern der 4. Liga. Der gebürtige Hamburger trifft mit den Flensburgern am Sonnabend (14 Uhr) auf seinen alten Verein FC St. Pauli II. An das Hinspiel erinnert er sich noch ganz genau. Am Millerntor siegte Weiche im Oktober mit 1:0. „Das ist schon ein tolles Gefühl, gegen die alten Kollegen zu gewinnen. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich nicht auf das Rückspiel in Flensburg brenne“, erklärt der 1,87 Meter große Keeper im Interview. Er plant, einmal mit dem Fußball sein Geld zu verdienen. „Ich will in den Profibereich. Darum muss ich Gas geben“, sagt er.

Wie sah das Programm über die Ostertage beim ETSV Weiche aus?

Die Mannschaft hat nach dem Neumünster-Spiel bis Donnerstag frei bekommen, um etwas abzuschalten und dann frisch in die letzten drei Spiele vor dem Pokal-Highlight gegen Holstein Kiel zu gehen. Aber Andre Hagge und mir war das zu viel Leerlauf. Darum fangen wir mit Torwarttrainer Jan Neujahr schon einen Tag früher an. Für einen Torhüter ist es wichtig, dass er Woche für Woche Bälle und dadurch Sicherheit bekommt.

Ihre bisherigen Stationen waren der HSV und St. Pauli. Kann man Fan von beiden Vereinen sein?

Unmöglich. Beim HSV würde ich nicht mehr spielen. Das könnte ich mit meinem Herzen nicht vereinbaren. Ich war zwölf Jahre dort, habe viele schöne und unschöne Dinge erlebt. Danach spielte ich vier Jahre für St. Pauli. Da merkt man die Unterschiede. Beim St. Pauli ist es viel familiärer und kollektiver, da kennt jeder jeden. Das ist wie in Weiche. Die Rivalität mit dem HSV ist auch viel größer. Leider haben wir vor zwei Wochen in Hamburg nur 0:0 gespielt. Ich hätte mich für einen Sieg gegen den HSV zerrissen.

Wie hat die Mannschaft reagiert, als der Vorstand kürzlich verkündet hat, die Voraussetzungen für die 3. Liga in Weiche schaffen zu wollen?

Darüber haben wir uns eigentlich noch gar keine Gedanken gemacht. Natürlich wäre eine überdachte Tribüne schön. Wir hätten gerne noch mehr Zuschauer und freuen uns über jeden, der uns anfeuert. Aber zunächst wollen wir erst einmal unser sportliches Ziel in dieser Saison erreichen und arbeiten seit Beginn der Rückrunde auf das Pokalfinale hin. Wir wollen das Wunder möglich machen und Holstein Kiel schlagen.

Glaubt die Mannschaft an einen Sieg im Pokal-Endspiel?

Warum nicht? Wir wollen uns von Woche zu Woche steigern, um auf den Punkt 100 Prozent abzurufen. Ich glaube, wir sind auf einen guten Weg, auch wenn wir immer wieder einige Ausfälle zu beklagen haben. Besonders leid tut es mir für „Chrissi“ Dammann, der nun nach seinem Kreuzbandriss zuschauen muss. Aber die Elf, die auf dem Platz steht, wird sich 90 Minuten oder auch länger zerreißen. Natürlich dürfen wir die Liga nicht ganz aus den Augen verlieren und die Spiele abschenken. Es gibt einige Leute im Verein, die freuen sich schon unglaublich über Rang sechs. Aber ich persönlich würde noch gerne Platz vier erreichen.

Wie sind Sie mit der eigenen Leistung in dieser Saison zufrieden?

Wir haben die zweitwenigsten Gegentore erzielt. Zuletzt haben wir sogar zweimal zu Null gespielt. Ich glaube, dazu habe ich auch meinen Beitrag geleistet. Das tut gut, denn ich hatte schon so einige Seuchen-Jahre – einen Bänderriss, zwei Mittelfußbrüche und nach einem Frontal-Zusammenprall hatte ich auch schon das Jochbein und den Kiefer gebrochen. Da war fast nichts mehr heil in meinem Gesicht. Deshalb bin ich vor allem froh, dass ich in dieser Saison ohne Verletzung geblieben bin.

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