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Fussball : „Wir verteilen immer wieder Geschenke“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Regionalliga: ETSV Weiche rutscht nach der nicht unverdienten 0:1-Heimniederlage gegen den SV Meppen weiter ab.

Der ETSV Weiche rutscht in eine Krise. Gegen den zuletzt ebenfalls selten überzeugenden SV Meppen unterlagen die Flensburger am Sonntag vor 546 Zuschauern in der Fußball-Regionalliga mit 0:1 (0:1) und rutschen mit nur vier Punkten und zwei geschossenen Toren nach fünf Spielen als schlechtestes Team aus Schleswig-Holstein auf Tabellenplatz 12 ab. Aber „von einer Krise würde ich nicht sprechen“, sagt Trainer Daniel Jurgeleit. „Auch wenn wir uns mehr Punkte erhofft hatten.“

Trotzdem sah auch der Trainer beim 0:1 gegen den SV Meppen einiges, dass ihm nicht gefiel. „Viele Stammspieler haben nicht die Form, die sie haben müssten. Das ist jetzt die Aufgabe der Trainer, daran zu arbeiten.“ Für Jurgeleit war der gerade erst 19 Jahre alt gewordene Torge Paetow, der sein Regionalliga-Debüt auf der rechten Verteidiger-Position gab, der „stabilste Spieler in der Mannschaft. Das sagt alles über die 90 Minuten“.

Zwei Änderungen nahm Jurgeleit nach dem 1:3 beim HSV II vor. Paetow ersetzte Kevin Schulz, bei dem ein Innenbandanriss im rechten Knöchel diagnostiziert wurde. Zudem kehrte Jonas Walter für Ömer Akyörük in die Startelf zurück.

Den Flensburgern war anzumerken, dass die jüngsten Misserfolge Spuren hinterlassen hatten. Das Team begann übernervös. Schon nach zwei Minuten spielte Florian Kirschke einen Ball in die Füße des Gegners, doch Patrick Thomsen bügelte das noch aus. Kurz darauf war es umgekehrt: Thomsens Fehlpass brachte Max Kremer in gute Position, doch Kirschke klärte (10.). Auf der anderen Seite ergab sich die erste Chance für Christian Jürgensen, dessen Kopfball nach Ecke von Walter knapp am langen Pfosten vorbei strich (13.). Anschließend fanden die Gastgeber langsam besser ins Spiel. Nach einer Flanke von Florian Meyer kam Thomsen zwar mit dem Kopf nicht richtig an den Ball, doch der anschließende Abpraller landete erneut bei ihm. Der offensiv orientierte Sechser hob den Ball jedoch aus fünf Metern über das Tor (19.). Zehn Minuten später war der Ball im Netz. Doch „Malla“ Kasumovics Freistoßhereingabe, die Thomsen, Tim Wulff und Gästekeeper Hannes Frerichs verpasst hatten, zählte wegen einer Abseitsposition nicht.

Regulär landete der Ball auf der Gegenseite im Netz. Kasumovics grober Schnitzer – ein ungenauer Querpass vor dem eigenen Strafraum – brachte Kremer in Stellung, der aus 16 Metern humorlos ins obere Eck traf – 0:1 (30.). Matthias Hummel ärgerte der Treffer. „Wir verteilen immer wieder Geschenke. Die Tore fallen nicht, weil die Gegner uns ausspielen, sondern nach Fehlern von uns“, sagt der Abwehrchef, für den in allen Spielen mehr drin gewesen wäre. „Wir müssen jetzt ruhig bleiben und hart arbeiten, um da wieder heraus zu kommen.“ Wulff (35.), Walter (43.) und Meyer, der nach Thomsen-Flanke keinen Druck hinter einen Kopfball bekam (45.), hätten für Weiche vor der Pause ausgleichen können.

Weiche kam zwar mit Elan aus der Pause. Doch dabei sprang zu wenig heraus. Walter vergab nach einem herrlichen Spielzug über Paetow und Wulff, als er frei vor Frerichs auftauchte, diesen jedoch aus zehn Metern anschoss (58.). Damit hatten die Flensburger ihr Pulver bis auf ein Abseitstor von Joker Marcel Cornils (85.) schon verschossen, fanden keine Mittel mehr gegen die Emsländer. Der SVM bekam das Spiel immer besser in den Griff. Doch Rodriguez Diaz traf nur die Latte. Erst in Überzahl, als Kevin Landgraf Gelb-Rot gesehen hatte, vergab Nedim Hasanbegovic noch eine Großchance zum 1:1 (90./+2).

In der ersten Hälfte sah Jurgeleit sein Team gegen Meppen noch im Soll. „Da war das Spiel total offen. Und wenn wir in Führung gehen, läuft es ganz anders. Aber das sagen wir schon seit den letzten beiden Spielen. Wir müssen uns jetzt an die eigene Nase fassen.“ Nach der Pause hätte sein Team mehr Möglichkeiten des Gegners zugelassen als selbst herausgespielt. „Aber es ist auch nicht so einfach, ruhig zu bleiben.“ Am Ende musste Jurgeleit eingestehen: „Meppen hat nicht unverdient gewonnen.“

Bislang lag Meppen den Flensburgern zu Hause. 3:1 und 4:0 lautete die Bilanz in den ersten beiden Viertliga-Jahren. Beim nächsten Auswärtsgegner TSV Havelse war bislang noch nichts zu holen: 0:4 und 1:2 verlor Weiche. Aber Hummel ist guter Dinge. „Vielleicht läuft es in dieser Saison ja anders herum. Und mit einem Sieg sieht es schon wieder viel besser aus.“ Trotzdem bremst der 29-jährige Abwehrchef die Erwartungen. „So stark, wie wir in den vergangenen zwei Jahren hochgejubelt wurden, sind wir nicht. Wir sind immer noch keine Spitzenmannschaft.“ Das sieht Meppens Trainer Christian Neidhart etwas anders. „Weiche ist für mich eine der besten Mannschaften in der Liga. Da ändern auch die vier Punkte nichts.“ Ein positives Signal gab es auch von der Stadt Flensburg. Die Tribüne darf jetzt zumindest bis zum 31. Dezember auf der Tartanbahn stehen bleiben.

ETSV Weiche: Kirschke – Paetow, Hummel, Jürgensen, Böhnke – Thomsen (79. Melfsen) – Kasumovic (66. Ilidio), Hasanbegovic – Walter (59. Cornils), Wulff, Meyer.

SV Meppen: Frerichs – Landgraf, Wigger, Gebben, Jesgarzewski – Robben (75. Watahiki), Latkowski – Maier, Wagner, Kremer (82. Schnier) – Rodriguez-Diaz (77. Pasiov).

Schiedsrichter: Neitzel (Nordhorn).

Tor: 0:1 Kremer (30.)

Zuschauer: 546 zahlende.

Beste Spieler: Jürgensen, Paetow, Hummel / Wigger, Gebben, Kremer.

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