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Selgeln : „Wir müssen etwas tun“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Flensburger Segel-Club mitten in der Crew-Findung für die neuen Saison. Viel Lob für die Organisation der Bundesliga-Relegation.

shz.de von
erstellt am 09.Apr.2014 | 08:02 Uhr

„Normalerweise habe ich mit Facebook ja nicht so viel am Hut. Aber die tollen Reaktionen haben mich sehr gefreut“, meinte Regatta-Obmann Claus-Otto Hansen nach dem denkwürdigen Relegations-Wochenende zur 1. Segel-Bundesliga. Die Resonanz über das Format an sich und die ausgezeichnete Organisation durch die Hanseatische Yachtschule (DHH) und den Flensburger Segelclub (FSC) erfuhr Lob von allen Seiten. „Ganz großes Tennis“ oder „gigantisch durchgeplant“ waren einige Reaktionen (wir berichteten). 61 Segelvereine aus ganz Deutschland hatten an drei Tagen mit unterschiedlichsten Wetter- und Windbedingungen um die fünf Plätze für die 1. Liga und die 18 Startplätze für die 2. Liga gekämpft.

An Bord der „Alpha Tauri“ wurden fast stakkatoartig die Startsignale für die J 70- oder die J 80-Rennen abgegeben. „So viele Starts wie am Sonnabend haben wir noch nie abgerissen“, meinte Hansen und räumte ein, am Abend nur noch todmüde ins Bett gefallen zu sein.

86 Wettfahrten wurden gesegelt – 86-mal Ankündigungssignale, 86-mal Klassenflaggen hissen, 86-mal den Start-Tut auslösen, 86-mal peilen nach Frühstartern. Claus-Peter Duus hatte am Abend nur „30 Sekunden bis Klassenflagge“ im Kopf, Willi Meister lange Arme vom Flagge ziehen. Die Regatta-Crew des FSC arbeitete das ab, was von der perfekten Shuttle-Organisation des DHH an Seglern auf Schlauchbooten pünktlich angeliefert wurde. Das ging Schlag auf Schlag, Fließband-Arbeit auf dem Startschiff. Auch Wettfahrtleiter „Hajo“ Andresen war überrascht: „In dieser Art und Weise haben wir das noch nie gemacht.“ Am Sonnabend, bei den ständig wechselnden Windbedingungen hatten die Tonnenleger jede Menge Arbeit. Nicht zu vergleichen mit den vielen Regatten, die das Team im Laufe der Jahrzehnte absolviert hat. Für ein kommodes Mittagessen blieb kaum Zeit.

Unterstützung erhielt das Team an Bord der „Alpha Tauri“ durch Morten Massmann. Dem 49er-Segler des FSC, der mit Lennart Briesenick-Pudenz nur knapp die Olympia-Teilnahme verpasst hatte, juckte es mächtig in den Fingern, als er die J 80-Flotte unter den blauen Gennakern vorbeiflitzen sah. „Da hätte ich schon Lust zu“, sagte der 27-Jährige.

Kann er haben, denn die Bundesliga-Saison lässt gar nicht lange auf sich warten. Zwischen dem 16. bis 18. Mai ist Auftakt auf dem Starnberger See, der FSC brauchte als Tabellenelfter nicht in die Relegation. Die Flensburger wollen mit unterschiedlichen Crews an den Start gehen. Die Frage nach den Steuerleuten wird noch diskutiert. Neben Sven Koch sind Phillipp Rotermund, Finn Murgalla und eben Morten Massmann im Gespräch. Fest steht: Die von der Kappelner Mittelmanns-Weft gebraucht gekaufte J 70 aus der vergangenen Bundesliga-Serie steht auf dem FSC-Gelände und diente während der Relegation quasi als Ersatzteillager. Ein Heckkorb wurde benötigt und kurzerhand zur Reparatur einer J 70 abgebaut. Der Heckkorb wir aber demnächst ersetzt. Fest steht: Morten Massman wird für das Boot verantwortlich sein. Und fest steht auch: Der FSC nimmt die Einladung des Norddeutschen Regattavereins (NRV) – seines Zeichens erster Meister in der Segel-Bundesliga – zum Training auf der Alster ein.

Was von Bord der „Alpha Tauri“ während der Regatten beobachtet werden konnte: Die Qualität der Mannschaften, die an der Relegation teilnehmen, war unterschiedlich. Aber die Teams, die den Weg in die 1. Liga geschafft haben, steigern das Niveau erheblich und machen die zweite Saison nicht leichter. Im Gegenteil. „Die Zeit bis zum Liga-Start ist kurz. Wenn man sieht, wie ehrgeizig sich die Teams für die Relegation vorbereitet haben, dann sind wir gefordert“, sagt der Regatta-Obmann. Hansen rechnet mit einer knallharten Saison. „Es wird nicht nur deutlich schwieriger, es wird sehr viel deutlich schwieriger. Wir müssen etwas tun.“

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