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Fussball : Wieder unten angekommen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Regionalliga: ETSV Weiche verliert nach enttäuschender Leistung beim Lünbeburger SK mit 0:1. Kirschke hält Elfmeter in der Schlussphase.

Einen herben Rückschlag erlitt der ETSV Weiche am Sonntag beim Lüneburger SK. Nach einer über weite Strecken ganz schwachen Leistung unterlagen die Flensburger verdient mit 0:1 (0:0) und bleiben damit weiter tief im Abstiegskampf der Fußball-Regionalliga stecken. „Da fehlte alles“, ärgerte sich Co-Trainer Marc Peetz. „Da war keine Laufbereitschaft zu sehen, kein Zweikampfverhalten.“

Im Vergleich zur 0:6-Pokalniederlage gegen Holstein Kiel eine Woche zuvor hatte Trainer Daniel Jurgeleit das Team auf zwei Positionen umgestellt. In der Abwehr ersetzte Hendrik Ostermann den gegen Holstein nicht überzeugenden Patrick Thomsen, Christian Jürgensen übernahm den zentralen Part. Zudem fehlte Jonas Walter (Muskelverletzung), für den im Mittelfeld erstmals nach seiner Verletzung wieder Kevin Schulz in der Startelf stand.

Es entwickelte sich ein eher zähes Fußballspiel, in dem die Flensburger zunächst einmal auf Sicherung des eigenen Tores bedacht waren. Das gelang auch weitgehend. Die Defensive um Jürgensen, die einen einigermaßen souveränen Eindruck hinterließ, stand ordentlich. Der LSK bemühte sich zwar um Vorwärtsgang, hatte im Mittelfeld auch Vorteile, konnte sich jedoch kaum einmal wirklich durchsetzen. Das galt umgekehrt jedoch noch mehr. Die Weicher schafften es nicht, in der Offensive Tempo ins Spiel zu bringen. So sprang aus den ruhig, fast behäbig vorgetragenen Angriffen der Gäste bis zur Pause keine einzige nennenswerte Toraktion heraus. Die einzige Ecke, die sich der ETSV erarbeitete, hätte dann sogar fast die Lüneburger Führung bedeutet. Die LSK-Deckung hatte den Ball abgefangen und schnell umgeschaltet. Den seltenen Platz – ansonsten ließ die Weicher Deckung den Spitzen keinen Raum – nutzten der Ex-Neumünsteraner Ali Moslehe und Muhamed Alawie zu einem Doppelpass – doch Alawie verzog letztlich aus aussichtsreicher Position (35.). Fünf Minuten später hatten die Gastgeber ihre zweite Torszene, als Björn Schlottke zu einem guten Solo ansetzte. Doch bei seinem Schuss war Keeper Florian Kirschke auf dem Posten (40.). „Das einzig Positive war, dass wir mit einem 0:0 in die Pause gekommen sind“, redete Marc Peetz Klartext. Erklären konnte der Co-Trainer die Leistung nicht. „Es gab doch eigentlich nach den Leistungen gegen Braunschweig und Wolfsburg nur Grund zum Optimismus. Aber wenn du nicht bereit bist, in die Zweikämpfe zu gehen, kannst du in dieser Liga nichts gewinnen.“

Nach der Pause taten die Gäste dann etwas mehr für die Offensive. Jetzt war zumindest mehr Zug im Spiel, es war spürbar, dass auch die Flensburger wussten, worum es in dieser Partie geht. Doch zwei große Chancen blieben ungenutzt. Nach Pass von Jannick Ostermann tauchte Ilidio Pastor Santos völlig frei vor LSK-Keeper Tobias Braun auf, schoss den Ball aber überhastet überweg (49.). Neun Minuten später setzte sich Marc Böhnke, der stärkste Flensburger, gut durch – doch in der Mitte erwischte Ilidio nicht den Ball, sondern nur das Bein von Below, der daraufhin verletzt ausschied (58.). Drei Minuten später ging der LSK in Führung. Der eingewechselte Gruhn spielte sich auf der linken Seite durch, in der Mitte konnte sich Oliver Ioannou nicht durchsetzen, doch der Ball landete bei Schlottke, der aus 18 Metern abzog und traf (61.). Es war für lange Zeit der einzige Torschuss in der zweiten Hälfte. Die LSK-Abwehr stand anschließend gut. Der eingewechselte Tim Wulff (73.) und Jürgensen nach einem Standard (80.) hatten noch Chancen zum 1:1, trafen aber das Tor nicht. Auf der anderen Seite verschoss Alawie noch einen Elfmeter, den Kirschke verursacht hatte. Das machte der Keeper wieder wett, indem er bei Alawies unplatziertem Schuss quasi stehen blieb (86.).

Dass die zweite Halbzeit „zu Beginn besser“ war, stimmte den Flensburger Co-Trainer nicht milde. „Die Leistung war auch nach dem Wechsel nicht mal annähernd mit den Spielen gegen Wolfsburg oder Braunschweig zu vergleichen“, sagte Peetz und ergänzte: „Das Spiel zeigt, dass wir aufpassen müssen, unsere kämpferischen Tugenden nicht zu verlieren.“ Dass Qualität in der Mannschaft stecke, habe sie bewiesen. „Aber erst kommt nun mal die Arbeit, dann die Kür. Und heute haben wir die Pflicht nicht erfüllt“, so Peetz vor dem schweren Heimspiel am kommenden Sonntag gegen Werder Bremen.




Lüneburger SK: Braun - Schuhmann, Grahle, Opalka, Below (58. Gruhn)- Wolk, Schlottke – Ioannou, Moslehe (87. Fritz), Selishta (58. Karabulut) – Alawie.



ETSV Weiche: Kirschke - Paetow, Jürgensen, H. Ostermann (80. Linhardt) - Carstensen, J. Ostermann, Schulz, Böhnke - Strömer (46. Wulff), Meyer, Ilidio (69. Cornils).

Schiedsrichter: Bramlage (Vechta).



Tor: 1:0 Schlottke (61.).

Zuschauer: 751. – Beste Spieler: Schlottke, Grahle, Moslehe / Böhnke, Jürgensen.

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erstellt am 20.Okt.2014 | 08:12 Uhr

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