Regionalliga : Weiches Zukunftspläne und Visionen

So soll es 2016 im Weiche aussehen: Das Manfred-Werner-Stadion mit Sitztribüne soll 10  000 Zuschauer fassen.
So soll es 2016 im Weiche aussehen: Das Manfred-Werner-Stadion mit Sitztribüne soll 10 000 Zuschauer fassen.

Fußballer wollen Manfred-Werner-Stadion bis 2016 ausbauen und mit überdachter Sitzplatztribüne Drittliga-tauglich machen.

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10. März 2014, 08:00 Uhr

Über das 0:0 zwischen dem ETSV Weiche und dem TSV Havelse in der Regionalliga gab es nicht viel zu erzählen. Trotzdem saßen die Flensburger Fußball-Funktionäre nach dem Spiel noch lange zusammen und schmiedeten Zukunftspläne. „Das Umfeld war noch Kreisliga, als die Mannschaft schon in der Regionalliga spielte“, erzählt Harald Uhr vom Aufstieg vor eineinhalb Jahren. Diese Diskrepanz zwischen Sport und Management soll es künftig für den Geschäftsführer der Liga-GmbH und sein Team nicht mehr geben. „Wir müssen bereit sein, wenn die Mannschaft irgendwann an die Tür zur 3. Liga klopft.“ Einen Zeitplan für das Profitum in Flensburg gibt es nicht, aber die „Vision Weiche 2016“, wie Uhr sie nennt, steht.

Stillstand sei Rückschritt. Darum müsse sich der Verein Gedanken machen, wie er noch höherklassig Fußball spielen könnte, erklärt Uhr und liefert sein Modell: Ein Stadion in Weiche mit einer Kapazität von 10 000 Zuschauern, wie es in der 3. Liga gefordert wird. Eine überdachte Tribüne mit 3000 Sitzplätzen soll auf der Gegengeraden gebaut werden, zudem soll eine Stehtribüne hinter dem Tor an der Westseite für 2000 bis 3000 Fans entstehen. Zu dieser neuen Arena gehört natürlich eine elektronische Anzeigentafel, die schon im Mai in Betrieb genommen werden soll, und eine Fernseh-taugliche Flutlichtanlage. „Wir müssen auch an unsere Sponsoren denken, die setzen auf Live-TV am Freitagabend“, sagt Uhr.

Kosten will und kann der Liga-Geschäftsführer für die Neubauten im Manfred-Werner-Stadion noch nicht beziffern. Das sei noch zu früh. Da müsste zum Beispiel geklärt werden, ob die Tribünen aus Stahl oder Beton gebaut werden. Uhr: „Es ist auch möglich, eine Tribüne für fünf bis sieben Jahre zu leasen.“ Fest steht aber der Zeitpunkt: „Spätestens im Sommer 2016 soll das Stadion fertig sein.“ Finanziert werden soll das Projekt über den Verein und Sponsoren. Unterstützung durch die Stadt Flensburg erwarten die Fußballer nicht. „Wir haben uns abgewöhnt, darauf zu hoffen“, erklärt Harald Uhr, der allerdings keine Probleme erwartet, wenn die Tartanbahn für die Tribüne entfernt werden muss, weil sie von der Grundschule Weiche nicht mehr genutzt werde.

Ligamanager Henning Natusch betonte, dass der Verein sich natürlich darüber freuen würde, wenn Flensburg sich beteilige. Das sei in anderen Städten üblich. „Es gibt viele schöne Schmuckkästchen. Und wir sind der einzige Regionalligist, der keine überdachte Tribüne hat.“ Das sehen die Flensburger auch als Grund, warum die Zuschauerzahlen weit hinter den Erwartungen zurück bleiben. „Wir müssen für unsere Fans auch Komfort schaffen, damit sie ins Stadion kommen“, erklärt Uhr.

Trainer Daniel Jurgeleit freut sich auf die neuen Herausforderungen. „In den letzten vier Jahren ist es uns Schritt für Schritt gelungen, uns zu steigern. Wir haben eine stabile Mannschaft, die in dieser Saison noch den einen oder anderen Platz gut machen kann - und das im zweiten Jahr, das für viele Mannschaften viel schwerer ist als das erste“, sagt der Trainer und ergänzt: „Immer weiter im Mittelfeld mitzuspielen, ist kein Ziel.“ Ein Zeitpunkt für den Aufstieg ist nicht gesteckt. „Wir haben keinen Drei-Jahres-Plan. So eine Vorhersage gibt es nicht“, betont Jurgeleit. „Aber wir wollen gewappnet sein, wenn die Mannschaft sportlich so weit ist“, ergänzt Uhr. „Es ist unsere Pflicht, im Umfeld Bedingungen zu schaffen für größere Ziele.“

Große Veränderungen im Team sind aber nicht geplant. Mit neuen Spielern hat der Trainer noch nicht gesprochen. Erst will er mit den eigenen Leuten reden. Die meisten Liga-Kicker haben sowieso längerfristige Verträge. Der Schwerpunkt liegt auf einem anderen Thema: dem Pokalfinale am 16. Mai gegen Holstein Kiel. Dass der Verein seine Vision 2016 gerade jetzt bekannt gemacht habe, „hat auch etwas damit zu tun, die Spannung bei den Spielern für das Saison-Highlight hoch zu halten“, erklärt Harald Uhr. Nicht nur sportlich hängt viel vom Ausgang der Partie ab. „Wenn wir das Spiel gewinnen sollten, könnte die überdachte Sitztribüne ziemlich schnell stehen.“

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