zur Navigation springen

Fussball : Weiches beeindruckender Sieg

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Regionalliga: Wichtiger 3:2-Heimerfolg gegen die Jungprofis des VfL Wolfsburg. Meyer, Jürgensen und Ostermann drehen zweimaligen Rückstand.

Die 436 zahlenden Zuschauer, die es geschafft hatten, am Mittwoch Nachmittag zum Fußball zu gehen, brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. In einem rassigen Spiel besiegte der ETSV Weiche den Regionalliga-Tabellenzweiten VfL Wolfsburg II mit 3:2 (1:2) und verbesserte sich nach dem zweiten Sieg in Folge auf Platz elf. Zwei Mal steckten die Flensburger einen Rückstand weg und gingen als verdienter Sieger vom Platz. Liga-Chef Harald Uhr war begeistert: „Das war zwei Klassen besser als in den ersten Saisonspielen.“ Trainer Daniel Jurgeleit meinte: „Wir haben erfrischend gespielt. Das hilft uns vielleicht auch am Sonntag gegen Holstein ein wenig.“ Dann treffen die Flensburger im Landespokal-Viertelfinale auf den Drittligisten aus Kiel (Anpfiff 14 Uhr, ab 13.45 live im Internet-Fernsehen des sh:z).

Gegen die Jungprofis aus Wolfsburg ging es von Beginn an rauf und runter. Schon in der ersten Minute prüfte ETSV-Kapitän Marc Böhnke VfL-Keeper Patrick Drewes. Dann klärte auf der anderen Seite Torhüter Florian Kirschke mit einer Glanzparade gegen Sebastian Stolze. Der 19-jährige Wolfsburger stand auch in der nächsten Szene im Mittelpunkt. Nachdem sich Weiches Abwehrchef Matthias Hummel an der Strafraumgrenze verletzt hatte (Mitspieler Christian Jürgensen war über ihn gefallen), ließ Florian Meyer den Ball liegen. Er hatte ein Signal des Linienrichters gesehen. Alle Spieler reagierten ebenfalls und spielten nicht weiter. Bis auf Stolze, der sich den Ball schnappte und ins Tor schoss – 0:1 (10.).

Die Stimmung auf den Rängen und auf dem Platz kochte hoch. Böhnke lief zu VfL-Trainer Thomas Brdaric, weil er die Aktion des Torschützen für unsportlich hielt. „Brdaric hat mir dann gesagt: Wenn Stolze nicht weiter spielt, bekommt er von mir einen Satz heiße Ohren.“ Weiches Kapitän war bedient. „Für den Trainer zählt nur der Erfolg, das hat er doch gar nicht nötig.“ Hinterher wollte Brdaric die Szene nicht mehr kommentieren: Er habe das Tor und was da vorgefallen sei, nicht richtig gesehen. Weicher Spieler forderten anschließend, dass Wolfsburg den Weg frei macht, damit die Flensburger unbedrängt das 1:1 machen könnten. „Da hätten sie bestimmt einen Fairplaypreis bekommen“, meinte Böhnke. Doch der VfL spielte nicht mit. Jurgeleit hatte Verständnis dafür: „Das war ein Fehler von uns, wir müssen den Ball ins Aus schießen.“

Jetzt war Gift im Spiel. Zunächst verpasste Marvin Kleihs das 0:2 (14.), sein Kopfball klatsche an die Latte. Dann sah Meyer, dass Drewes zu weit vor seinem Tor stand und zog überraschend aus 40 Metern ab. Ein Sonntagsschuss, der sich über den VfL-Keeper zum 1:1 (24.) ins Tor senkte. Anschließend musste Hummel wegen seiner Verletzung vor dem 0:1 raus. „Es hat im Knie geknackt“, beschrieb der Abwehrchef die Aktion. Noch am Abend fuhr er wegen einer Diagnose ins Krankenhaus. Für ihn kam in der 37. Minute Jannick Ostermann, Patrick Thomsen wechselte in die Innenverteidigung. Vielleicht war die Flensburger Abwehr noch nicht ganz neu sortiert, so dass erneut Stolze nach einem Jürgensen-Fehler das 1:2 (41.) markierte.

„Die Ansprache in der Kabine war nicht leicht“, so Jurgeleit. Aber er fand die richtigen Worte. In der zweiten Hälfte spielte nur noch Weiche. Unter Hochstimmung auf den Rängen machte Jürgensen seinen Fehler wieder gut und glich zum 2:2 (57.) aus. Nach einem langen Einwurf von Torge Paetow verlängerte Ostermann per Kopf, Jürgensen legte sich den Ball von links aus rechts und zog trocken aus kurzer Distanz ab. Weiche drückte weiter. Nur drei Minuten später köpfte Ostermann nach Flanke von Len Aike Strömer das 3:2 (60.). Meyer (84.) hätte sogar noch erhöhen können.

Von Wolfsburg kam nichts mehr. Wie sich sein Team in der zweiten Hälfte angestellt habe, hatte etwas von „Jugendhaftem und Hochmut“, sagte Brdaric. Dagegen war Jurgeleit begeistert: „Endlich haben wir die Partie mal clever zu Ende gespielt.“

ETSV Weiche: Kirschke - Paetow, Hummel (37. J. Ostermann), Jürgensen - Carstensen, Walter (90. +1 Wulff, Thomsen, Böhnke - Ilidio, Meyer, Strömer (85. Schulz).
VfL Wolfsburg II: Drewes – Sprenger, Hansen, Klamt, Kleihs – Schulz (77. Borowski), Masmanidis (69. Schlimpert), Stolze – Avdijaj (46. Hernandez), Affane, Herrmann.

Schiedsrichter: Krohn (Reinbek) keineswegs überzeugend.

Zuschauer: 436 zahlende.

Tore: 0:1 Stolze (10.), 1:1 Meyer (24.), 1:2 Stolze (41.), 2:2 Jürgensen (57.), 3:2 J. Ostermann (60.).

zur Startseite

von
erstellt am 09.Okt.2014 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen