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Fussball : Weiche zeigt sein Sonntagsgesicht

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Regionalliga: 1:1 gegen Werder Bremen II nach starker Leistung. Florian Meyer trifft mit seinem achten Saisontor zum verdienten Ausgleich.

Der ETSV Weiche hat sich für die schwache Vorstellung in der Vorwoche in Lüneburg rehabilitiert. Gegen Werder Bremen II erreichten die abstiegsgefährdeten Flensburger in der Fußball-Regionalliga nach einer klaren Leistungssteigerung ein gerechtes 1:1 (0:1)-Unentschieden. Die 576 Zuschauer waren mit der Vorstellung zufrieden – genauso alle Beteiligten. „Das war die richtige Antwort der Mannschaft auf das Spiel in Lüneburg“, sagte Liga-Geschäftsführer Harald Uhr. „Das Ergebnis war für die Moral wichtig, aber auch für mich, um zu sehen, dass es auch anders geht“, betonte Trainer Daniel Jurgeleit.

Der Weiche-Coach hatte sein Team auf drei Positionen geändert (Nedim Hasanbegovic, Tim Wulff und Patrick Thomsen rückten für Len Aike Strömer, Ilidio und Hendrik Ostermann in die Startelf) und gegen den offensivstarken Tabellenzweiten etwas defensiver mit nur zwei Spitzen ausgerichtet. „Heute war unser Spiel mehr auf Kontrolle ausgerichtet“, so Jurgeleit. Die Rechnung ging auf. „Hier werden noch einige andere Mannschaften stolpern“, meinte Alexander Nouri, der erst am Sonnabend auf den verantwortlichen Trainerstuhl beim Werder-Nachwuchs gerückt war, weil Viktor Skripnik und Torsten Frings nach dem Dutt-Rauswurf auf die Bremer Bundesliga-Bank befördert worden waren. „Wir wussten, dass es hier ordentlich zur Sache geht“, so Nouri, der zufrieden war, weil sein Team „gegen eine unangenehm zu spielende Mannschaft“ gut dagegengehalten habe. „Wir können ein unangenehmer Gegner sein“, räumte Jurgeleit ein und ergänzte: „Heute hat die Mannschaft ein anderes Gesicht gezeigt.“

Die Anfangsphase gehörte allerdings den Bremern, die sich gegen kämpferische, aber zunächst defensiv orientierte Flensburger deutliche Feldvorteile erarbeiteten. Dabei schafften es die Gäste aber nur selten, auch im Strafraum für Gefahr zu sorgen. Grillitsch schlug ein Luftloch und reklamierte im Zweikampf mit Marc Böhnke einen Elfmeter (7.). Eine gute Flanke von Torben Rehfeldt klärte Florian Kirschke zur Ecke (10.). Das 0:1 fiel, als Weiche gerade besser ins Spiel gefunden hatte. Eine Hereingabe von Oliver Hüsing von der Mittellinie rutschte Thomsen über den Scheitel und landete bei Leon Guwara, der aus spitzem Winkel stramm abzog und mit Hilfe der Lattenunterkante zum 0:1 traf (24.).

Weiche hatte zuvor durch einen Böhnke-Schuss (19., drüber) und einen Versuch von Jannick Ostermann, der in guter Schussposition den Ball nicht voll traf (22.), selbst Torszenen gehabt. Nach dem Rückstand verstärkten die Gastgeber diese Bemühungen und attackierten die keineswegs sattelfest wirkende Bremer Abwehr früher. Doch nach einer Freistoß-Hereingabe von Florian Meyer klärte Hüsing vor Wulff (29.). Ein Gewaltschuss von Christian Jürgensen ging knapp über das Tor (43.). Zwei Minuten später folgte noch der beste Angriff der ersten Hälfte: Torge Paetow eroberte den Ball und schickte Kevin Schulz, nach dessen Flanke sich Wulff im Zentrum durchsetzte, aber aus sechs Metern über das Tor köpfte (45.).

Weiche knüpfte nach der Pause daran an, legte einen Gang zu, was die Bremer nicht schafften. Die Gäste blieben zwar immer durch Konter oder nach Flensburger Fehlern gefährlich. Aber Maximilian Eggestein (48.) zielte ebenso zu hoch wie Maik Lukowicz (52.). Die Gastgeber agierten nun zielstrebiger. Den Torschrei hatten die Fans schon auf den Lippen, als sich Paetow gut gegen Janek Sternberg durchgesetzt hatte. Nach seiner Flanke setzte Meyer den Ball aber knapp am Tor vorbei (51.). Auch Wulff köpfte vorbei, als Thomsen einen Einwurf verlängert hatte (54.). Der verdiente Ausgleich fiel nach 65 Minuten. Timo Carstensen erkämpfte einen bereits verlorenen Ball zurück und bediente Meyer, dessen 16-Meter-Schuss neben dem Pfosten im rechten Eck einschlug – sein achter Saisontreffer. Beide Team hatten noch die große Siegchance. Auf Weicher Seite zielte Jannick Ostermann nach Vorarbeit von Meyer am langen Pfosten vorbei (85.). Für Werder hatte Hüsing das Siegtor auf dem Fuß, als Böhnke einen Ball nicht weg bekam – doch Kirschke sicherte mit einer Glanzparade den Punkt (87.).

Die Flensburger Spieler hatten den Vorwurf, in den letzten beiden Spielen gegen Holstein Kiel und Lüneburg hatte die richtige Einstellung gefehlt, angenommen. „Wir haben uns in jeden Ball reingeworfen, jeden Zweikampf angenommen“, sagte Marc Böhnke. „Und wir haben gemerkt, dass die Bremer auch Fehler machen, wenn sie früh gestört werden. Das haben wir dann 70 Minuten lang gut hingekriegt.“ Das schönste Kompliment erhielt der Spielführer nach dem Abpfiff vom Werder-Kapitän Florian Bruns. „Als wir uns die Hände schüttelten, hat er mir gesagt: Ich hasse es, gegen euch zu spielen.“

ETSV Weiche: Kirschke – Paetow, Thomsen, Jürgensen – Carstensen, Schulz, Hasanbegovic, Böhnke – J. Ostermann – Wulff (84. H. Ostermann), Meyer (90. +1 Ilidio).

Werder Bremen II: Duffner – Sternberg, Mainka, Hüsing, Rehfeldt – Bruns – Eggestein (67. Schwede), Guwara, Grillitsch (82. Bockhorn), Fröde – Lukowicz (90. Capin).

Schiedsrichter: Neitzel (Norderstedt), souverän.

Tore: 0:1 Guwara (24.), 1:1 Meyer (65.).

Zuschauer: 576 zahlende.

Beste Spieler: Hasanbegovic, Paetow, Kirschke / Bruns, Sternberg, Guwara.

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erstellt am 27.Okt.2014 | 08:00 Uhr

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