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Fussball : Weiche stoppt den Negativtrend

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Regionalliga: 1:1 im Landesduell gegen VfB Lübeck. Jonas Walter: „Ich habe beide Tore gemacht.“

Gut war das Spiel beileibe nicht. Aber immerhin erkämpfte der ETSV Weiche im Landesduell der Fußball-Regionalliga gegen den VfB Lübeck ein 1:1 (0:1). „Wir haben den Negativtrend aufgehalten. Wenn man drei Spiele verloren hat, ist es nicht leicht, zurückzukommen. Dann muss man sich auch mal mit Kleinigkeiten zufrieden geben“, meinte ETSV-Trainer Daniel Jurgeleit. „Da sieht man, was Verunsicherung im Fußball ausmacht“, ergänzte Liga-Chef Harald Uhr. VfB-Coach Denny Skwierczynski wusste nicht recht, ob er sich freuen oder ärgern sollte: „Von der Leistung war ich angetan, aber ich bin nicht zufrieden, dass nur ein Punkt dabei herausgesprungen ist.“

An der taktischen Grundordnung im 3-4-3-System hielt Jurgeleit fest, nahm allerdings in der Startelf zwei Wechsel im Vergleich zum 0:2 in Havelse vor: Marc Böhnke kehrte für Karl-Christian Melfsen zurück, zudem ersetzte Tim Wulff den verletzten Nedim Hasanbegovic. Skwierczynski vertraute der Elf, die in Lüneburg mit 3:2 gewonnen hatte.

Die Flensburger verschliefen die Anfangsphase völlig. Die Lübecker machten sofort Druck und erwischten die verunsicherten Gastgeber auf dem falschen Fuß. Schon in der ersten Minute legte Henrik Sirmais per Kopf für Christian Rave ab, dessen Schuss Christian Jürgensen zur Ecke blockte. Nach dieser Ecke zwang Jonas Walter mit einer verunglückten Kopfballabwehr seinen Keeper Florian Kirschke zu einer ersten Reaktion (2.). Und wenig später war es erneut Walter, der im Spielaufbau einen katastrophalen Fehlpass direkt auf Stefan Richter spielte. Der VfB-Stürmer strebte allein auf Kirschke zu und traf von der Strafraumgrenze zum 0:1 (3.).

Damit war das Flensburger Konzept bereits über den Haufen geworfen. Von geordnetem Aufbau konnte nur selten die Rede sein. Eine Einzelaktion von Florian Meyer, der aus 20 Metern ein „Pfund“ losließ (10., Jonas Toboll parierte mit der Faust), war lange Zeit der einzige Torabschluss der Gastgeber. Doch so richtig gefährlich wurde auch der VfB vor der Pause selten. Als Richter den Ball gegen Hendrik Ostermann gewann, war Kirschke vor Finn Thomas zur Stelle (26.), der kurz darauf auch mit einem harmlosen Schuss am Keeper scheiterte (27.). Als sich Weiche endlich mal über die Flügel durchspielte und Böhnke an Dennis Voß vorbeiging, ergab sich die beste ETSV-Chance. Doch Florian Meyer traf aus acht Metern den Ball nicht voll (30.). Jener Meyer prüfte Toboll auch mit einem Freistoß-Aufsetzer aus 22 Metern noch einmal (42.). Auf der anderen Seite hatte Richter kurz vor der Pause schon die Vorentscheidung auf dem Fuß. Doch sein Schlenzer von der Strafraumgrenze strich um Haaresbreite vorbei (44.). Jurgeleit gefiel das Spiel seines Teams in der ersten Hälfte nicht. „Da war für ein Derby zu wenig Leidenschaft, wir haben zu wenig die Zweikämpfe angenommen, uns fehlte der Mut.“

Gleich nach der Pause hatten die Flensburger ihre stärkste Phase. Als der im zweiten Abschnitt auffällige Brasilianer Ilidio Pastor Santos sich im Strafraum gegen Dennis Wehrendt durchsetzte und zu Fall kam, hatte Schiedsrichter Sönke Müller – Bruder des VfB-Sportvorstands Wolf Müller – kein Foul gesehen. Doch sein Assistent zeigte auf den Punkt. So entschied Müller auf Elfmeter, der Lübecker sah folgerichtig Rot. Den Strafstoß verwandelte Walter sicher zum 1:1 (49.). Lübeck, nun tiefer gestaffelt, reagierte jedoch nicht geschockt. Es blieb ein offenes Spiel, in dem Weiche mehr Ballbesitz hatte, aber trotz Überzahl kaum Gefahr ausstrahlte – Schüsse von Ilidio (52.), Marcel Cornils (74.) und Böhnke (82., Toboll parierte) waren die aussichtsreichsten Abschlüsse. Lübeck war zielstrebiger und dem Siegtor näher. Thomas traute sich bei einem guten Konter keinen Abschluss zu (54.), Sirmais wurde abgeblockt (70.). Richter hätte dann das 1:2 machen müssen, als er Hendrik Ostermann den Ball abnahm, aber am langen Pfosten vorbei schoss (73.).

Nach dem Spiel konnte Jonas Walter schon wieder etwas lächeln. „Ich habe beide Tore gemacht“, sagte der Unglücksrabe. „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mich das Gegentor nicht beschäftigt hat“, meinte der Mittelfeldspieler, der fortan nur noch Sicherheitspässe spielte. Eigentlich hätte ihn Daniel Jurgeleit in der Pause bereits befreien müssen. Aber der Trainer ließ ihn weiterspielen. „Ich bin glücklich, dass ich den Elfmeter noch schießen durfte“, meinte der 23-Jährige, der eine gute Quote vom Punkt hat. „Normalerweise schieße ich unten rechts, aber das hat Marcello Meyer dem Torhüter bestimmt gesteckt, darum entschied ich mich für die andere Seite.“

Eine Trainer-Diskussion stellt sich in Flensburg auch nach dem schwachen Saisonstart nicht. „Weiche steht für Konstanz. Und was drei Jahre äußerst erfolgreich war, kann man nach vier, fünf Spielen nicht in Frage stellen“, sagt Harald Uhr. „Selbst wenn wir heute 0:5 verloren hätten, wäre nichts passiert. Das Vertrauen in den Trainer ist nach wie vor da.“

ETSV Weiche: Kirschke – Hummel, H. Ostermann, Jürgensen – Paetow, Walter (72. Cornils), Strömer (46. Thomsen), Böhnke – F. Meyer, Wulff, Ilidio (85. Akyörük).

VfB Lübeck: Toboll – Voss, Wehrendt, Marheineke, Knechtel – M. Meyer, Nogovic, Rave – Sirmais (72. Senger), Richter (90. Lange), Thomas (85. Suew).

Schiedsrichter: Müller (Eutin).

Tore: 0:1 Richter, (3.), 1:1 Walter (49. FE).

Zuschauer: 945.

Beste Spieler: Jürgensen, Ilidio / Marheineke, M. Meyer, Richter.

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