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DHB-Pokal : Vranjes: „Das haben wir uns verdient“

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Überragende Abwehr legt den Grundstein zum 25:19-Viertelfinalsieg gegen Wetzlar. Sonderlob für Mogensen und Bogunovic.

Als Mattias Andersson zweieinhalb Minuten vor dem Schlusspfiff den Wurf von Kevin Schmidt parierte, rissen die Flensburger Spieler auf der Bank jubelnd die Arme hoch, und die rund 40 mitgereisten Fans auf der Tribüne begannen zu feiern. Bei einer 23:19-Führung 150 Sekunden vor dem Ende würde nichts mehr anbrennen. Die SG Flensburg-Handewitt hatte zum vierten Mal in Folge das Final Four in Hamburg (12./13. April) erreicht. „Glückwunsch an die Mannschaft“, meinte Trainer Ljubomir Vranjes nach dem am Ende souveränen 25:19 (12:12) im Pokal-Viertelfinale über die HSG Wetzlar vor 1600 Zuschauern in der engen Sporthalle Dutenhofen. „Das haben wir uns verdient.“

Die Flensburger hatten in den 60 Pokal-Minuten zwar keinen überragenden Handball geboten. „Das war ein harter Kampf zweier Mannschaften, die um jeden Ball und jedes Tor gekämpft haben. Das war fast Handball alter Schule“, meinte der SG-Trainer. „Aber am Ende haben wir einen überragenden Sieg gefeiert.“ Der 40-jährige Schwede war „echt stolz“, wie seine Mannschaft die fünftägige Reise mit der Champions-League-Partie in Velenje weggesteckt hatte und in Dutenhofen aufgetreten war. „Wir sind in dieser Atmosphäre cool geblieben. Ich bin sehr, sehr zufrieden“, meinte Vranjes.
In der Tat hatten die Flensburger die Aufgabe bei der HSG Wetzlar „unter schwierigsten Bedingungen“ (SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke) mit Bravour gelöst. Sie ließen sich vom ohrenbetäubenden Lärm der Wetzlarer Fans und zum Teil merkwürdigen Entscheidungen der beiden Unparteiischen Baumgart/Wild nicht aus der Ruhe bringen, obwohl die Partie alles andere als optimal für den Pokalfinalisten der vergangenen drei Jahre begonnen hatte. Nach 7:11 Minuten hatte Mannschaftskapitän Tobias Karlsson bereits seine zweite Zeitstrafe erhalten. „Das war unglücklich, und aus meiner Sicht waren das auch keine Zeitstrafen“, meinte Karlsson. Ob nun Zeitstrafe oder nicht, das Defensivkonzept der SG war durchkreuzt. Nach zwölf Minuten beorderte Vranjes seinen Abwehrchef auf die Bank und brachte dafür Michael Knudsen, „um Tobias für die Schlussphase zu schonen, falls dies nötig sein sollte“. Wurde es aber nicht. Der Mittelblock mit Knudsen und Jacob Heinl bot wie alle anderen Mannschaftsteile eine überragende Leistung. Die HSG biss sich an der SG-Defensive die Zähne aus, und Karlsson blieb auf der Bank, „weil ich keinen Grund hatte, etwas zu ändern“, so Vranjes.

Trotz der überragenden Abwehr dauerte es bis zur 52. Minute, ehe die SG sich mit dem 21:17 durch Lasse Svan erstmals einen Vier-Tore-Vorsprung erkämpft hatte. Denn im Angriff lief es bei den beengten Verhältnissen auf dem Spielfeld nicht so rund wie gewohnt. Zudem stand an diesem Abend HSG-Keeper Andreas Wolff seinem Gegenüber Mattias Andersson nicht viel nach. Doch in der zweiten Hälfte, als Vranjes Neuzugang Goran Bogunovic auf halblinks brachte und Thomas Mogensen wie gewohnt in der Mitte die Fäden zog, wurde das SG-Spiel druckvoller. Vranjes, der selten einzelne Spieler hervorhebt, lobte seinen Spielmacher nach dem Schlusspfiff: „Thomas hat wieder viel Verantwortung übernommen. Was er in den letzten Wochen leistet, ist unglaublich. Hut ab!“ Auch der 24-jährige Kroate Bogunovic, der nach 31 Minuten völlig kalt in das heiße Gefecht geworfen worden war, bekam ein Lob. „Er kommt als Neuer in so einem Spiel und in so einer Atmosphäre das erste Mal aufs Feld und hat seine Sache sehr gut gemacht.“ Unter dem Strich habe jedoch die gesamte Mannschaft eine hervorragende Leistung geboten.

„Jetzt müsst Ihr den Pokal auch gewinnen, nachdem Ihr uns ausgeschaltet habt“, gab Kai Wandschneider seinem Trainerkollegen Ljubomir Vranjes mit auf den Heimweg. Nichts lieber als das. „Kiel ist nicht dabei, diesmal kann es klappen“, sagte Michael Knudsen, der mit der SG in den vergangenen drei Finals jeweils an den Kielern gescheitert war. Der 35-jährige Däne möchte seinen Abschied aus Flensburg zum Saisonende unbedingt mit einem Titel versüßen. „Nach dem Final Four den Pokal in der Hand zu halten, das wäre das Größte.“

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erstellt am 28.Feb.2014 | 08:00 Uhr

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