Segeln : Vorfreude auf internationalen Vergleich

Die YES-Sieger Jacob Clasen (re.) und  Luke Willim wollen auch bei der Kieler Woche vorne mitsegeln. Aber die Konkurrenz ist groß.
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Die YES-Sieger Jacob Clasen (re.) und Luke Willim wollen auch bei der Kieler Woche vorne mitsegeln. Aber die Konkurrenz ist groß.

Zahlreiche Dickschiff-Crews und jede Menge Nachwuchssegler gehen bei der Kieler Woche am Start .

shz.de von
20. Juni 2014, 08:00 Uhr

Ob mit dem Big Boat über die Ostsee oder mit dem 420er auf dem Autodach – Schilksee und die Regatten der Kieler Woche (21.-29. Juni) sind wieder Anziehungspunkt zahlreicher junger und reifer Segler aus der Region. Es herrscht Vorfreude auf den internationalen Vergleich.

Gut vertreten bei den Dickschiffen sind die Skipper von der Flensburger Förde. „Ich denke wir haben uns gut vorbereitet“, sagt Torsten Bastiansen. Der Miteigner und Steuermann der „Veolia“ (XP 38) und seine Crew haben sich bei der Maior-Regatta, bei Fünen Rundt und der Big Boat Challenge vor Aarhus mit der Konkurrenz gemessen. Noch sind die Ergebnisse „teils, teils zufriedenstellend. Aber wir haben herausgefunden, was funktioniert und was nicht.“ Das Team der „Veolia“ hat das Boot im Winter um 160 Kilo leichter gemacht und auch jedem Crewmitglied ein Gewichtslimit vorgegeben. Alles als Initiative, um im WM-Jahr (2.-9. August vor Kiel) soweit ans Limit zu gehen, wie möglich. Seit Jahren verfolgen „Bastiansen und Band“ das Ziel, auf der Skala von eins bis zehn, ganz oben anzukommen. Bei neun war der Ausschlag schon angekommen, die Zehn könnte fallen. „Wir haben uns viel vorgenommen“, sagt der Steuermann. Taktiker und Miteigner Sven Christensen muss sich zur Kieler Woche beruflich dem Pferdesport zuwenden. Für personellen Ersatz am ersten Wochenende beim Welcome Race nach Eckernförde und für die Rückregatta, die gleichzeitig auch in die Wertung zur Seesegelmeisterschaft einfließt, ist gesorgt. Nach jahrelanger Regatta-Ruhe wird Christoph Barth (früher „Auf Ex“, X-362) an Bord der „Veolia“ mitsegeln. „Ich hoffe, es gefällt ihm bei uns“, meint Bastiansen.

Auf die fest eingeplante Teilnahme an der Kieler Woche muss die Flensburger „Shakti“ (Ker 46) verzichten. Bei der Regatta Rund Skagen während der Nordseewoche musste die Crew wegen eines gebrochenen Bugspriets aufgeben. „Ob Reparatur oder neu – das ist auf die Schnelle nicht zu bewerkstelligen“, erklärt Taktiker Hagen Ross. Mit guten Ergebnissen von der Nordseewoche kehrte die „Silva Neo“ (GP 42) zurück und will auch bei der IDM im Seesegeln ein Wort mitreden. Das Team um Steuermann Dennis Gehrlein gewann die Early-Bird-Serie recht überlegen und hatte auch bei Helgoland Rund in der Klasse ORC 1 den Bug vorn. „Jetzt freuen wir uns auf die Kieler Woche. Das wird der letzte richtige Test für die Weltmeisterschaft“, sagt der Flensburger Taktiker Dirk Manno.
 Ob Iver Ahlmann bei den Musto Performance Skiffs ganz vorne mitsegeln kann, ist eher fraglich. „Ich bin nicht super vorbereitet“ sagt der Rendsburger. „Und die Konkurrenz ist schon sehr stark.“ Mit 44 Meldungen stellt die Flotte nach den 505ern das zweitstärkste Feld im Erwachsenenbereich. „Die Klasse ist hungrig auf ein großes Event“, freut sich Ahlmann auch in seiner Funktion als Vorsitzender der Internationalen Klassenvereinigung.

Der Nachwuchs ballt sich im 29er auf den Bahnen Hotel und India. Sage und schreibe 185 Jugendliche haben für die Europameisterschaft gemeldet. „Das ist die größte EM in diesem Jahr“, freut sich Organisationsleiter Peter Ramcke. Neben Teams vom Flensburger Segel-Club (FSC) geht auch die Überraschungscrew Jacob Clasen/Luke Willim (KYC/SSC) an den Start. Der Schleswiger Nachwuchssegler hatte unlängst mit seinem Kieler Steuermann die Young Europeans Sailing-Regatten (YES) gewonnen, in Eckernförde belegte das Team bei den Deutschen Meisterschaften nach einer tollen Aufholjagd den zweiten Platz.


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