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Sportlerin des Jahres 2013 : Von null auf hundert in der 2. Handball-Bundesliga

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Sie ist der Shooting-Star in unserer Mannschaft“, sagt Liga-Manager Wulf Müller-Hülsenitz vom Handball-Zweitligisten TSV Nord Harrislee über Torhüterin Marie Andresen.

Vor einem Jahr stand sie noch in der Auswahlliste zum Talent des Jahres und belegte Platz drei. Jetzt rückte sie von der Jugend A zu den Frauen auf und wurde auf Anhieb Sportlerin des Jahres 2013 im Verbreitungsgebiet des Flensburger Tageblatts. Damit hätte Marie Andresen nicht gerechnet. „Das kommt für mich schon überraschend“, gibt die 19-jährige Torhüterin des Handball-Zweitligisten TSV Nord Harrislee zu.

Genauso überraschend wurde sie im vergangenen Sommer zur neuen die Nummer eins im Verein. Nachdem die Torhüterin Miriam Kruse und Mareike Vogel den TSV Nord verlassen hatten, wurde Marie Andresen ins kalte Wasser geworfen. Und nach einer halben Saison steht für Nord-Ligamanager Wulf Müller-Hülsenitz fest: „Sie ist der Shooting-Star in unserer Mannschaft.“

Für die 19-Jährige war es „am Anfang eine riesige Herausforderung, aber Linda Kühl und ich haben das gut gemeistert“, findet sie, obwohl es in den ersten Spielen noch nicht so rund lief. „Der Schritt zu den Frauen ist doch sehr groß“, sagt Marie Andresen, die in der Saison zuvor bereits beim Zweitligisten mittrainiert hatte. „Aber nach den ersten zwei, drei Spielen klappte die Abstimmung mit der Abwehr immer besser.“

Höhepunkt in ihrer noch jungen Karriere war das DHB-Pokalspiel gegen den deutschen Vizemeister Buxtehuder SV. „Eigentlich hatten wir gedacht, wir haben gar keine Chance. Und dann spielen wir 55 Minuten auf Augenhöhe.“ Marie Andresen stand 60 Minuten zwischen den Pfosten und hatte großen Anteil daran, dass Nord dem deutschen Spitzenteam Paroli bot. Am Ende stand zwar eine 27:31-Niederlage, doch das sei der erste Schritt in die richtige Richtung gewesen. „Danach hat sich die Mannschaft gefunden.“

Die Harrisleer Torhüterin, die in Handewitt wohnt, zählte bereits zum Kader der deutschen Jugend-Nationalmannschaft. Drei Lehrgänge hat sie mitgemacht. Durch ihren Realschulabschluss und Krankheit verpasste sie dann die nächsten beiden DHB-Maßnahmen. „Schade, seitdem habe ich nichts mehr gehört“, erzählt die 19-Jährige. Aber schon damals hätten die Trainer darauf gedrängt, dass die Nationalspielerinnen in Handball-Internate gingen, um morgens und nachmittags zu trainieren. „Das Pensum kann man zu Hause nicht leisten“, sagt sie.

Aber an Ehrgeiz hapert es nicht. Ihr großes Ziel heißt Klassenerhalt. „Es wäre super, wenn wir das schaffen.“ Und auch beruflich, weiß die Torhüterin, was sie will. Nach dem Abitur im vergangenen Sommer hat sie ein halbes Jahr gearbeitet, jetzt folgt ein Praktikum und dann will sie Mathematik und Sport auf Lehramt studieren. So, wie es aussieht, in Flensburg. Damit kann sie weiter in Harrislee spielen. Und wenn Bundesligisten wie Buxtehude anklopfen? „Dann muss das Angebot schon ziemlich rund sein. Nur zu wechseln, um woanders Handball zu spielen, würde mich nicht reizen.“

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erstellt am 08.Jan.2014 | 06:00 Uhr

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