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Fussball : Vereinsvertreter fordern mehr Zeit

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Geteiltes Echo auf Reformpläne des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes bei Informationsveranstaltung in Gammellund.

shz.de von
erstellt am 09.Apr.2014 | 08:06 Uhr

Das Konzept ist 40 Seiten stark, hat den Titel„Neue Ideen für die Spielorganisation und Verwaltungsstruktur im SHFV“, und ist von der Projektgruppe Zukunftsentwicklung (PZE) des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes erarbeitet worden. Besser bekannt ist das Ganze als SHFV-Strukturreform. Der Verband will gewappnet sein für eine Zukunft mit sinkenden Einwohner- und Mannschaftszahlen.

Seit Januar hat es landesweit 18 Informations-Veranstaltungen gegeben, zur 19. und letzten waren 37 Clubvertreter (32 aus Schleswig-Flensburg, fünf aus Nordfriesland) nach Gammellund gekommen. Ulf Bödeker, Vorsitzender des TuS Felde und Mitglied der PZE, stellte die Ideen vor. „Ich betone, dass das ein Vorschlag ist, über den diskutiert werden soll“, sagte SHFV-Präsident Hans-Ludwig Meyer. Eine Stunde lang präsentierte Bödeker die Vorschläge seiner Kommission. Kernpunkte: Die Organisation des Spielbetriebs soll flexibler gehandhabt werden, Kreisgrenzen soll es nicht mehr geben. Denn die bislang 13 Kreisverbände sollen durch sechs Regionen (mit jeweils etwa 100 Vereinen) ersetzt werden. An der Spitze steht ein Regionspräsident, unterstützt von fünf Vereinsberatern. Ziel: die Entlastung der Vereine von der alltäglichen Arbeit. „Fachliche Aufgaben werden landesweit organisiert, das ermöglicht Freiräume für konzeptionelle Facharbeit“, heißt es im Konzept. Die Berater sollen Anregungen und Wünsche der Vereine entgegen nehmen und Verbandsinformationen in die Clubs tragen.

Mit einem „Feuer frei“ forderte Hans-Ludwig Meyer die Besucher zur Diskussion auf. Frank-Peter Meier, Fußball-und Jugendobmann des ETSV Weiche, wollte wissen, welche Qualifikation die Vereinsberater haben müssten. „Kontaktfreudig sollten sie sein“, so Bödeker, Näheres müsse noch diskutiert werden.

„Wir sind noch nicht überzeugt“, begann Klaus Kasparek (Foto), Vorsitzender der Husumer SV, sein Statement. Demokratie und bewährte Strukturen würden dem Zentralismus geopfert. Kasparek: „Eine Reform sollte mitnehmen.“ Dafür gab’s Applaus und die Antwort von Bödeker: „Auch solche Rückmeldungen sind erwünscht. Gegen die Mehrheit der Vereine wird nichts laufen.“ Er gab aber zu bedenken: „Die Rückmeldung ,Wir schaffen es nicht mehr’ kam damals aus den Vereinen.“ Wolfgang Leusch (PSV Flensburg) befürchtete eine zusätzliche Belastung für die Funktionäre in den Vereinen. „Wir wollen möglichst viele Ehrenamtler in den Vereinen belassen“, entgegnete Bernd Bleitzhofer, PZE-Mitglied und Vorsitzender des Kreis-Fußballverbandes Schleswig-Flensburg. „Das heißt doch nicht, dass die Kreise sofort aufgelöst werden“, versuchte Walter („Luggi“) Leitner vom TSV Nordmark Satrup zu beschwichtigen.

„Gönnt uns Zeit“, wandte sich Sven Jensen vom SV BW Löwenstedt an die PZE. Er warb dafür, nicht schon im November über die Reform abzustimmen. Jensen: „Es gibt noch viele Stellschrauben, an denen gedreht werden muss.“

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