Handball-Oberliga : TSV Hürup gefeierter Derbysieger

Der Hüruper  Julien Timm kommt frei zum Wurf.
Der Hüruper Julien Timm kommt frei zum Wurf.

Mit einem 35:31-Erfolg gegen den bisher ungeschlagenen DHK Flensburg sorgte der TSV Hürup für die Überraschung in der Handball-Oberliga. Es war ein packendes Derby vor einer lautstarken Kulisse.

shz.de von
04. November 2013, 07:10 Uhr

Was für ein Oberliga-Derby! In einer spannenden Partie fügte der leidenschaftlich kämpfende TSV Hürup dem bis dahin verlustpunktfreien Tabellenführer DHK Flensburg mit 35:31 (19:11) die erste Saisonniederlage zu.

Für beide Fan-Lager war es eine Achterbahnfahrt, die letztlich mit dem Sieg für die Heimmannschaft endete und entsprechend gefeiert wurde. Nach einer 19:11-Pausenführung verspielte Hürup den Vorsprung fast innerhalb von fünf Minuten nach dem Seitenwechsel. „Sensationell, dass die Mannschaft weiter an sich geglaubt hat. Eigentlich ist da das Spiel weg“, lobte Hürups Trainer Christian Lutter sein Team.

In der komplett gefüllten Hüruper Paul-Jensen Halle entwickelte sich von Beginn an ein packendes und durchweg faires Spiel. Hürup fand über eine starke Deckung schnell in die Partie und nutzte seine Chancen. Vor allem der Rückraum mit Sjören Tölle und Simon Petersen sorgte für einfache Treffer und eine 6:3-Führung (9.) die Hürup auf 11:6 (17.) erhöhte. DHK-Coach Matthias Hahn zog die Notbremse und nahm eine Auszeit. Doch Hürup hielt die Spannung und zog weiter über Gegenstöße durch Julien Timm und dem starken Arne Zschiesche (zehn Treffer) auf 14:7 (20.) davon. Als Zschiesche zum 18:9 (24.) einnetzte, stand die Hüruper Halle Kopf. „Die erste Hälfte war überragend“, war Lutter begeistert. Sein Gegenüber Matthias Hahn sah es logischerweise anders: „Die erste Halbzeit war katastrophal.“

Mit Wiederanpfiff sahen die Zuschauer ein völlig anderes Spiel. DHK spielte wie entfesselt auf und verkürzte auf 21:20 (38.). Der Ausgleich wollte aber nicht fallen. Hürup fing sich wieder und nutzte eine Überzahlsituation, um sich auf 25:21 (42.) durch Arne Zschiesche abzusetzen. Diese Vier-Tore-Führung verteidigte der TSV bis in die Schlussphase. Doch DHK verkürzte nochmals auf 31:30 (54.). Die Gäste standen jetzt kurz vor dem Ausgleich, Hürup kurz vor dem Knockout. Lutter brachte mit Marc Walder und Finn Kohnagel zwei weitere Spielmacher – eine Maßnahme mit Erfolg.

„Wir haben die ganze Zeit weiter an den Sieg geglaubt und Entschlossenheit gezeigt“, so Lutter. Mit einer letzten Energieleistung traf der Aufsteiger durch Kohnagel das 33:31 (58.) und Blasczyk erzielte anschließend die Entscheidung zum 34:31 (59.).

„Wir haben 20 Minuten gut gespielt, das reicht nicht, um in Hürup zu bestehen. Hürup hat verdient gewonnen“, sagte Hahn. Lutter strahlte: „Derbysiege gibt es nicht zu oft, das ist schon was Besonderes, gerade vor so einer Kulisse.“


TSV Hürup: M. Samuelsen, Himmelsbach – Timm (4), L. Samuelsen (2/2), Grossmann, Blasczyk (2), Petersen (4), Reinsch, Zschiesche (10/3), Kohnagel (1), Detert, Walder (2), Hinrichsen (5), Tölle (5).

DHK Flensburg: Schefer, Quednau – Zakrzewski, E.Möler, Noack, Kalbus (6), Sievers (3), Walluks, Best, Cordes (10), Johannsen (4), Bruhn (5/1), M. Möller (3).
Siebenmeter: 5/5:1/1. Zeitstrafen: 5:5. Zuschauer: 250.

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