Fussball : Tribüne wird zum Reizthema

Die neue Tribüne im Manfred-Werner-Stadion:Muss die   32 Meter lange Stahlkonstruktion nach den Sommerferien wieder abgebaut werden?
Die neue Tribüne im Manfred-Werner-Stadion: Muss die 32 Meter lange Stahlkonstruktion nach den Sommerferien wieder abgebaut werden?

Für den Bürgermeister ist Weiche kein verlässlicher Partner mehr. ETSV bestreitet, keinen Kontakt mit dem Rathaus aufgenommen zu haben.

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31. Juli 2014, 08:00 Uhr

Eine Einigung über die weitere Nutzung der Zuschauertribüne im Manfred-Werner-Stadion ist in weite Ferne gerückt. Der Fußball-Regionalligist möchte die Stahlkonstruktion nach den Sommerferien hinter der Tartanbahn wieder aufbauen. „Die Stadt Flensburg zeigt sich verwundert, darüber in der Zeitung zu lesen“, sagt Pressesprecher Clemens Teschendorf und zitiert aus einer schriftlichen Anfrage des Vereinsvorsitzenden Hans-Ludwig Suhr, „in der es nur um einen temporären Aufbau in den Sommerferien geht“. Auch in drei weiteren Gesprächen sei nie von einer fortgesetzten Nutzung, sondern immer nur von einem Aufbau von Juli bis August die Rede gewesen, so Teschendorf.

Bürgermeister Henning Brüggemann wird noch deutlicher: „In der Tribünen-Frage war immer klar, dass der Schulsport vor dem Vereinssport kommt. Deshalb war auch zwischen allen Beteiligten vereinbart, dass die Tribüne nur eine temporäre Lösung für die anstehenden Testspiele sein kann. Wer diese gemeinsame Vereinbarung nun rückwirkend in Frage stellt, braucht nicht damit zu rechnen, weiter als verlässlicher Partner ernst genommen zu werden.“

Im Rathaus fühlt man sich vom Verein unter Druck gesetzt. „Unsere Bemühungen werden von der Kommune torpediert. Jetzt hat die Stadt Bedenken geäußert, dass die Tribüne nach den Sommerferien hinter der Tartanbahn stehen bleiben darf“, hatte Liga-Geschäftsführer Harald Uhr am vergangenen Freitag auf der Saison-Pressekonferenz des Regionalligisten erklärt. „So wie das rüberkommt, sind wir die Bösen“, sagt Teschendorf, „als wolle die Stadt den Verein kaputt machen.“ Eine Annäherung scheint nicht mehr möglich. „Wie auch. Wir müssen sagen, so geht das nicht.“ Für die Verantwortlichen der Stadt Flensburg steht fest, dass die 512 Zuschauer fassende Tribüne, die der ETSV Weiche in Eigenregie gekauft hat, vor Schulbeginn am 23. August zurückgebaut und nicht versetzt wird.

„In der Stadt weiß anscheinend die eine Hand nicht, was die andere tut“, sagt ein völlig konsterniert wirkender Harald Uhr. „Wir haben der Stadt unser Anliegen vorgetragen. Dafür gibt es Zeugen. Wir sollten sogar am besten gleich Bodenproben nehmen“, betont der Liga-Geschäftsführer.

Der ETSV-Vorsitzende „Haddy“ Suhr wird genauer. Zum einen habe man bei der Schule angefragt, ob sie etwas gegen eine Verlegung der Tribüne auf die Grünfläche neben der Laufbahn habe. da seien keine Einwände gekommen. Dann habe der Vorsitzende mehrfach mit Gerhard Gröne von der Abteilung Bauordnung im Rathaus telefoniert. „Herr Gröne hat mir mitgeteilt, dass die Stadt uns bei dieser Bauweise aus Stahlrohr wohl keine Zusage für ein dauerhaftes Aufstellen hinter der Tartanbahn geben werde“, sagt Suhr. „Ich habe ihm daraufhin erzählt, dass genau diese Tribüne in Kiel und Neumünster genehmigt worden ist.“

Beide Seiten vereinbarten anschließend im Flensburger Rathaus einen Termin am 8. Juli, der jedoch ausfiel, weil der Verwaltungsmitarbeiter erkrankt war. Inzwischen habe Gerhard Gröne aber bei Suhr angerufen und ein neues Treffen vorgeschlagen. Seitdem herrscht Funkstille. Suhr wartet auf den Rückruf. Aber er ist guter Dinge. „Wir haben bislang mit der Abteilung immer ordentlich zusammen gearbeitet. Und er wollte sich wieder melden.“

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