Stolperfalle für die Leichtathleten

Vorsicht Falle! Vorne der alte Belag, hinten die sanierte Tantanbahn, dazwischen eine gefährliche Kante.  Foto: sh:z
Vorsicht Falle! Vorne der alte Belag, hinten die sanierte Tantanbahn, dazwischen eine gefährliche Kante. Foto: sh:z

Sanierung der Laufbahn im Flensburger Stadion sorgt für Ärger / Bauabnahme am Mittwoch

shz.de von
16. Juli 2013, 03:59 Uhr

Flensburg | Jan Dreier ist sehr besorgt. Der Vorsitzende vom Leichtathletik-Klub Weiche fürchtet mit den Flensburger Athleten um die sportliche Heimat. Nach der Sanierung der Tartanbahn im Flensburger Stadion lautet sein Fazit: "Die Anlage ist nach dem jetzigen Stand nicht mehr wettkampftauglich." Nur eine 400-Meter-Bahn und eine Gerade wurden erneuert. Der Belag wurde so dick aufgetragen, dass Kanten von bis zu 0,8 Zentimetern entstanden sind, die "nicht ansatzweise den Wettkampf statuten entsprechen".

Dreier ist skeptisch. "Ich gehe davon aus, dass da nicht mehr nachgebessert wird", sagt er und ergänzt: "Dann haben wir kein Zuhause mehr." Für den 35-Jährigen, der die Leichtathleten in der Fördestadt unter die Topadressen in Schleswig-Holstein geführt hat, gibt es nur eine sehr teure Alternative: "Die komplette Laufbahn muss neu. Ein Abschleifen an den Kanten macht keinen Sinn, dafür ist die Differenz viel zu groß."

Nachdem der Flensburger Lehrer das Ergebnis im Stadion gesehen hatte, setzte er sich sofort mit der Stadt in Verbindung. "Aber die reagieren nicht. Auf meine Mails habe ich bislang nichts gehört, nicht einmal eine automatische Antwortmail, dass die entscheidenden Personen im Urlaub sind." Dreiers zweiter Ansprechpartner war der Trägerverein Flensburger Stadion, in dem er selbst im Vorstand sitzt. Aber auch der Vorsitzende Hans-Joachim Schröter hält sich bedeckt, verweist auf die Bauabnahme am Mittwoch. Dann sollen auch Vertreter der Stadt Flensburg vor Ort sein.

Die Frage, die sich Jan Dreier stellt: Welche Abkommen haben Stadt und Bauunternehmen getroffen? Er kennt den Auftrag nicht, für ihn als Vorstandsmitglied des Trägervereins gab es keine Informationen. "Vielleicht sollte die Bahn nur ausgebessert werden, damit die Jogger ihre Runden drehen können", so Dreier, der vom "absoluten Supergau" spricht. Denn Wettkämpfe wird es dann nicht mehr geben.

"Wir müssen wohl schon die nächsten Veranstaltungen absagen", sagt der Chef der Flensburger Leichtathleten. Mittelstreckler zum Beispiel würden konstant zwischen Bahn eins und zwei laufen. Genau da, wo die Kante sich befindet. Da könne man schnell umknicken. "Und Hürdensprinter kommen instabil zurück auf den Boden - viel zu gefährlich!"

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