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Segel-Bundesliga : Stilles Wasser statt Sekt-Dusche

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Flensburger Segel-Club beendet die Bundesliga-Saison nach verpatztem Finale auf der Außenalster als Neunter hinter dem Kieler Yacht-Club. Meister wurde Deutsche Touring Yacht-Club vom Starnberger See.

„Da wird keine gute Laune an Bord sein“, spekulierte Oliver Schwall am Steg des Norddeutschen Regattavereins (NRV) über die Stimmung der Crew des Flensburger Segel-Clubs (FSC). Wenig später in der Abenddämmerung wurde am Ponton des Traditionsvereins an der Außenalster das Team des Deutscher Touring Yacht-Clubs (DTYC) von Zuschauern und Konkurrenten mit Standing Ovations empfangen. Die Jungs des bayerischen Vereins aus Tutzing vom Starnberger See ließen bei der anschließenden Siegerehrung den Sekt mächtig spritzen – für die segelnde FSC-Delegation wäre Leitungswasser ohne Zusatz von Kohlensäure angesagt gewesen. Mit einem enttäuschenden 15. Platz im Finale auf dem „Stadtkurs“ in Hamburg hatten sich Michael Ilgenstein, Jörg Rothert, Cedric Menzel und Oliver Huber in der Abschlusstabelle von Rang fünf auf Platz neun katapultiert. Die Crew des Kieler Yacht-Club (Julian Ramm, Malte Päsler, Oliver Lewin, Florian von Weiding) segelte kaum besser, wurde aber als punktgleicher Achter bestes Team aus Schleswig-Holstein. Das Motto „Wir vor Kiel“ zog überhaupt nicht und Oliver Schwall, Mitbegründer der Segel-Bundesliga, lag selbstverständlich richtig. „Die gute Laune wich schnell der Frustration“, erklärte Teammanager und Taktiker Jörg Rothert. „Schon der Auftakt am ersten Tag war nur Mittelmaß. Das hatte mich schon verunsichert. Es gab Kommunikationsprobleme und möglicherweise zu viele Ansätze, etwas anders zu machen.“

Regattaobmann Claus-Otto Hansen, der wie zahlreiche FSC-ler auf der wunderschönen Terrasse des NRV das Drama auf der Alster hautnah verfolgt hatte, meinte nach Gesprächen mit Crewmitgliedern: „Die Harmonie war wohl nicht so gut, wie sie man sie hätte erwarten können.“ Und das soll sich laut Hansen auch schon beim letzten Training angedeutet haben.

Segeltechnisch lagen die Probleme hauptsächlich bei den miesen Starts, die das Team hingelegt hatte. Gerade bei den kurzen Rennen kann ein optimaler Start rennentscheidend sein. „Irgendwie war bei uns der Wurm drin. Aber eine gewisse Problematik war schon an den letzten beiden Wochenende zu bemerken“, meinte Cedric Menzel im Gespräch auf der Rückfahrt nach Flensburg.

Nach dem ersten regulären Tag beim Hamburger Finale hatte die FSC-Crew bei drei fünften Plätzen, einem vierten Rang und zwei Tagessiegen 21 Punkte in der Ergebnisliste stehen. Der KYC segelte auch schlecht, nur um ein Pünktchen besser. Das FSC-Quartett hatte sich viel vorgenommen. „Wir haben uns abends zusammengesetzt und festgestellt, dass noch alles drin ist“, meinte Menzel. Doch was mit Rang zwei im ersten Rennen des Abschlusstages hoffnungsvoll begann, setzte sich in der dramatischen Serie (6, 5, 6, 6, 6) nicht fort. „Wir sind einfach nicht aus der Abwärtsspirale raus gekommen. Vielleicht haben wir auch versucht, zu viel Konsens zu finden, statt eine Vorgabe strikt zu verfolgen“, analysierte Rothert mit einigem Abstand, aber bereits mit Ideen im Kopf, wie es weitergehen könnte. „Über die zweite Saisonhälfte muss nachgedacht werden, ebenso wie über ein anderes System im Training.“

„Wir müssen jetzt sehen, was man im nächsten Jahr besser machen kann“, sagte Claus-Otto Hansen und kündigte eine intensive Aufarbeitung im Winter an.

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erstellt am 04.Nov.2015 | 07:49 Uhr

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