Fussball : Späte Tore erlösen Weiche

Artistisch nimmt Weiches Florian Meyer (Mi.) den Ball in der Luft an und entwischt so Kjell Gonda (l.) und Sebastian Klimmek.
Artistisch nimmt Weiches Florian Meyer (Mi.) den Ball in der Luft an und entwischt so Kjell Gonda (l.) und Sebastian Klimmek.

3:0-Erfolg im Achtelfinale des Landespokals. Termin für das mögliche Viertelfinale gegen Holstein Kiel erst im Oktober.

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14. Juli 2014, 08:00 Uhr

Mit einem 3:0 (0:0)-Auswärtssieg beim TSV Schilksee, wo Ex-Holstein-Kiel-Trainer Thorsten Gutzeit sein Pflichtspiel-Debüt gab, zog Vorjahresfinalist ETSV Weiche Flensburg ins Viertelfinale des SHFV-Pokals ein. Daniel Jurgeleit war nach dem Einzug in die nächste Runde die Erleichterung anzumerken. „Das war keine leichte Aufgabe für uns, aber das wussten wir auch vorher. In den letzten Jahren haben wir uns in der ersten Runde immer schwer getan, im vergangenen Jahr mussten wir gegen Todesfelde ins Elfmeterschießen, zwei Jahre zuvor gegen den Heider SV ebenso“, sagte der Coach des Fußball-Regionalligisten aus Flensburg.

Keine zwei Minuten waren gespielt, da hatte Weiche die Chance, frühzeitig in Führung zu gehen – doch Tim Wulffs Kopfball nach einer Maßflanke von Karl-Christian Melfsen prallte nur an die Latte des Schilkseer Tores. „Wir waren in den ersten Minuten völlig unorganisiert und haben die Anfangsphase etwas glücklich überstanden“, meinte Gutzeit. Dann legte der SH-Ligist seine Anfangsnervosität ab und wehrte sich fortan effektiver gegen die favorisierten Gäste, was auch Jurgeleit zugab: „Schilksee hat es uns mit einer guten Ordnung vor allem in der ersten Halbzeit sehr schwer gemacht, unseren Spielfluss im Zentrum gut gestört.“

Weil dem Regionalligisten gegen die weit zurückgezogen agierenden Hausherren wenig einfiel, entwickelte sich eine ereignisarme erste Halbzeit auf mäßigem Niveau. Schilksee blieb im Spiel nach vorne, das sich weitestgehend auf lange Bälle in die Spitze beschränkte, harmlos, von den Flensburgern ging kaum mehr Gefahr aus. Wulff, der aus halbrechter Position verzog (31.) und Timo Carstensen, dessen Versuch Schilksees Torwart Patrick Dahmen per Fußabwehr entschärfte (43.), hatten die einzigen nennenswerten Möglichkeiten.

Die erste Chance der zweiten Hälfte gehörte dem TSV Schilksee: Nach einem Ballgewinn im Mittelfeld wurde Sebastian Klimmek bedient, der aus leicht spitzem Winkel verzog (48.). Danach erhöhte Weiche den Druck. Zunächst vergab Wulff erneut per Kopf die Führung (49.), dann setzte sich Torge Paetow auf der linken Seite durch, zog nach innen und scheiterte an Dahmen. Den Abpraller leitete Wulff zu Elmedin Kasumovic weiter, der nur die Latte traf (50.). So musste ein Strafstoß herhalten, um die Gäste in Führung zu bringen. Carstensen düpierte mit einer schnellen Drehung Alessandro Caruso, der das Bein stehen ließ und den Flensburger Angreifer so zu Fall brachte. „Unnötig“, urteilte Schilksee-Coach Gutzeit, „in Überzahl an der Torauslinie muss man keinen Elfmeter verursachen.“ Jonas Walter trat zum Elfmeter an, Dahmen war zwar noch dran, konnte das 0:1 (58.) jedoch nicht verhindern.

Schilksee musste das Risiko erhöhen und bot den Gästen dadurch mehr Räume. Florian Meyer hätte frühzeitig für klare Verhältnisse sorgen können, doch der Linksfuß zielte nach einem guten Spielzug über Walter und Hendrik Ostermann mit seinem schwächeren Rechten zu hoch (63.). Nachdem sich auf der anderen Seite nur noch Klimmek zweimal mit Schüssen aus der Distanz dem Flensburger Tor angenähert hatte (61./70.), besorgte Wulff (72.) nach einem Steilpass von Carstensen per Flachschuss das 2:0. Die Erleichterung bei den Flensburgern war spür- und sichtbar: Kapitän Elmedin Kasumovic ging durch die eigenen Reihen und klatschte sich mit seinen Kollegen ab – im Wissen, dass der zweite Treffer gegen einen wehrhaften Gegner in einem lange Zeit zähen Spiel die Vorentscheidung bedeutete. Weiche ließ im Anschluss nicht mehr zu, dass der Sieg noch in Gefahr geriet, Wulff stellte nach Ablage von Melfsen kurz vor dem Ende den 0:3-Endstand (89.) her.

Dass sich nun – ein Weiterkommen Holstein Kiels gegen den Oldenburger SV vorausgesetzt – die Neuauflage des letztjährigen Finals, das die Kieler im Elfmeterschießen für sich entschieden, anbahnt, ließ Jurgeleit kalt: „Wir können nicht den zweiten Schritt vor dem ersten machen, deshalb haben wir uns mit Holstein als möglichem Gegner noch gar nicht beschäftigt“, so der ETSV-Trainer. Sollte es in der nächsten Runde tatsächlich zum Aufeinandertreffen mit den Störchen kommen, bleibt die Frage nach einem passenden Termin. Ein Wochenspiel im August ist für die Kieler, bei denen im kommenden Monat zwei englische Wochen sowie das DFB-Pokalspiel gegen 1860 München auf dem Programm stehen, nicht realisierbar. In den Blick rückt so der 11. Oktober – am für die Drittligisten spielfreien Wochenende. Weiche müsste dafür sein Punktspiel gegen VfL Wolfsburg II verlegen.





TSV Schilksee: Dahmen – Wick, Gonda, Caruso, Iwers – Rook, Warncke (82. Gerull) – Vicariesmann, Imeri (68. Tj. Gutzeit), Sankowski (80. Cumur) – Klimmek.
ETSV Weiche Flensburg: Kirschke – Melfsen, Hummel, Jürgensen, Paetow – H. Ostermann – Walter (68. Akyörük), Kasumovic – Carstensen (87. Ilidio), Wulff, Meyer (82. Strömer).
Schiedsrichter: Paltchikov (Groß Grönau).
Zuschauer: 320 zahlende.
Tore: 0:1 Walter (58., Foulelfmeter), 0:2 Wulff (72.), 0:3 Wulff (89.).

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