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Sportverband Flensburg : Sorgen um die Zukunft der Jugend

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Verbandstag in Flensburg: Stadt und Politik bei der Sportentwicklungsplanung gefordert. Rückläufige Mitgliederzahlen.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2013 | 07:19 Uhr

Flensburg | Rückläufige Mitgliederzahlen und drohende Hallenschließungen aufgrund knapper Finanzen bei der Stadt - der Sportverband Flensburg mit seinen 74 Vereinen sorgt sich um die Perspektiven der Jugend. Das wurde auf dem Verbandstag im Engelsby-Center am Beispiel Sporthalle an der Reitbahn, die im nächsten Jahr geschlossen werden soll, mehr als deutlich. "Die Zahl der Kinder und Jugendlichen in den Vereinen wird dann drastisch zurückgehen", befürchtet Frerich Eilts, Vorsitzender des größten Vereins TSB. "Wir müssen für 900 Mitglieder, die dort trainieren, einen neuen Platz suchen. Wo sollen wir sie denn unterbringen? Wer beschließt so etwas, dass die Halle verkauft wird? ", fragte ein ratloser Eilts.

Dieter Lenz von DGF Flensburg, der ebenfalls in den maroden Kassen der Stadt eine Gefährdung der Vereine und ihres Zuhauses sieht, schlug in die gleiche Kerbe: "Es müssen Aussagen auf den Tisch. Die Kommune muss signalisieren, hier gehört ihr hin, hier könnt ihr bleiben." Hans-Peter Toft vom TC Mürwik, der an diesem Abend als Mitglied in den Ehrenrat des Sportverbandes Flensburg gewählt wurde, forderte in dieser Angelegenheit den Zusammenhalt der Vereine. "Wir müssen uns gemeinsam stark machen, damit wir an die Politik herantreten können, um zu verhindern, dass unsere Jugendlichen auf der Straße rumhängen. Jugendliche kosten Geld, die Kommunalpolitik muss registrieren, dass etwas schief läuft", unertsrich Toft, der fürchtet, dass der Sparzwang in Flensburg sonst zu einem nachhaltigen Boommerangeffekt für die Vereine führen könnte.

Der SV-Vorsitzende Ingo Diedrichsen stellte ausführlich Aussichten und Probleme der kommunalen Sportentwicklungsplanung dar und unterstrich dabei die Wichtigkeit des Mitwirkens der Vereine und des Sportverbandes. Er erläuterte auch einen Beschlussvorschlag, der den SV-Vorstand damit beauftragt, auf die Stadt Flensburg und deren Verwaltung sowie die kommunale Politik in der Fördestadt zuzugehen und intensive Gespräche mit den dort handelnden Personen aufzunehmen. Das Ziel ist, die Aufstellung eines Sportentwicklungsplans im kommunalen Bereich. Die 111 stimmberechtigten Mitglieder bewilligten dabei auf dem Verbandstag eine finanzielle Beteiligung. Allerdings waren nur 24 von 74 Vereinen an diesem Abend vertreten.

Bedenklich stimmen den SV-Vorsitzenden Ingo Diedrichsen die Mitgliederzahlen. "Im Jugendbereicht gibt es einen leichten Rückgang. Allerdings sind immer noch 53% der Mitglieder in den Flensburger Sportvereinen Jugendliche. Insgesamt sind es 6881", erläuterte Diedrichsen. "In der Jugendförderung ist ein junger Sportler nur noch 95 Cent wert", bedauerte der Vorsitzende. Deshalb ist er froh, dass es in den Vereinen noch so viele ehrenamtliche Helfer gibt. "Unser Dank geht an alle, die für die Vereine arbeiten."

Trotz der Sorgen um die Perspektive von jungen Leuten in den Vereinen der Fördestadt verlief der Verbandstag des Sportverbandes harmonisch. Bei den Wahlen wurde der Vorstand für Amtsperioden von zwei bis vier Jahren wieder bestätigt. So bildet das eingespielte Team um den 1. Vorsitzenden Ingo Diedrichsen mit Georg Ulrich "Ulli" Hamann, Claudia Plinz-Wittorf, Werner Heidorn und Ingo Dewald gemeinsam mit dem neu in den Vorstand gewählten Peter Handler weiter eine wichtige Konstante im Sportverband Flensburg.

Einen breiten Raum nahmen die Ehrungen von Sportlern und Funktionären verschiedener Vereine ein, die sich seit Jahren um den Sport in und außerhalb der Fördestadt verdient gemacht haben. Zehn Teilnehmer durften sich über den Ehrenbecher der Stufe 1 freuen: Karl-Gerd Carstensen (ETSV Weiche), Meinhard Schmidt (Segler-Vereinigung), Peter Clausen (Flensburger Lauftreff), Detlef Handler (Ruderklub Flensburg), Peter Doose (Kreisturnverband Nord), Jochen Frank (Flensburger Segel-Club), Christoph Clausen (Rhönrad/TSB), Fred Clausen (Kreiskeglerverband), Christine Dreier (LK Weiche) und Jan Dreier (LK Weiche). Sönke Voß vom TSB Flensburg erhielt den Ehrenbecher Stufe 2. Und Helmut Meißner, von 2003 bis 2012 Beauftragter für das Deutsche Sportabzeichen, erhielt ein Sachgeschenk.

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