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Flensburg-Handewitt siegt in Leipzig : SG spielt den Aufsteiger müde

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Wir müssen die kompletten 60 Minuten hochkonzentriert agieren, um hier zu gewinnen“, hatte Ljubomir Vjranjes vor dem Spiel der SG Flensburg-Handewitt in der Handball-Bundesliga beim SC DHfK Leipzig gefordert.

Der Trainer sollte Recht behalten. Knapp 50 Minuten lieferte der Aufsteiger dem haushohen Favoriten einen heißen Fight, agierte absolut auf Augenhöhe. Erst beim 24:20 (48.) hatten die Flensburger den Kontrahenten im Sack und den Widerstand der Leipziger gebrochen. Letztlich wurde es noch ein klarer, standesgemäßer 31:25-Sieg.

Ausschlaggebend für den am Ende verdienten Erfolg waren vor allem drei Dinge. Erstens: Nachdem die SG-Keeper Mattias Andersson (bis 22./ab 41.) und Kevin Möller in den ersten 40 Minuten – im Gegensatz zu ihrem bärenstarken Gegenüber Milos Putera – so gut wie keinen Ball zu fassen bekommen hatten, war der dann in den Kasten zurückgekehrte Andersson in der entscheidenden Phase mit fünf Paraden da, kaufte dabei Christoph Steinert und Lukas Binder zwei ganz wichtige Bälle ab. „Wenn die Torhüter ihre Leistung nicht bringen, wird es überall eng. Dass wir bei bis dahin gerade einmal drei gehaltenen Bällen in der 40. Minute trotzdem geführt haben, war natürlich positiv“, meinte Vranjes.

Zweitens: Nach der Pause (14:13 aus Flensburger Sicht) agierte die SG in der Deckung einen Zacken aggressiver. Das führte nicht nur dazu, dass die Leipziger um jeden Ball kämpfen, sich jede einzelne Möglichkeit hart erarbeiten mussten, sondern auch zu Fehlern in deren Aufbauspiel, die Flensburg zu erfolgreichen Kontern nutzte.

Im Angriff wurde nun schneller gespielt und auch sicherer kombiniert, wodurch immer wieder Lücken im DHfK-Defensivbollwerk entstanden. „Da sind wir am Ende nicht mehr hinterhergekommen. Auch die Beine wurden schwer“, meinte Leipzigs Trainer Christian Prokop zur extrem laufintensiven Abwehrarbeit seines Teams. Vranjes attestierte seinen Jungs: „In der zweiten Halbzeit haben sie das richtig gut gemacht.“

Und drittens war da noch Holger Glandorf. Der kam nach 20 Minuten für den bis dahin schon vierfachen Torschützen Johan Jakobsson und lief zu Glanzform auf. Ein ums andere Mal vernaschte der 32-Jährige die Leipziger Abwehr nach allen Regeln der (Handball-)Kunst und versenkte zehn seiner insgesamt 14 Würfe. „Ich weiß nicht warum, aber den Mann haben wir einfach nicht zu fassen bekommen. Glandorf hat uns kaputtgespielt“, gab Leipzigs Bastian Roscheck zu. „Er ist halt er Beste auf seiner Position“, lobte Prokop.

Das bekam vor allem Thomas Oehlrich zu spüren, den Glandorf zweimal wie einen Schuljungen aussehen ließ. „Bauerntrick, das war schon genial“, schnalzte Prokop mit der Zunge und fügte an: „Dass es sich die SG leisten kann, so einen Mann erst einmal auf die Bank zu setzen, zeigt schon die sehr hohe Qualität, die im Flensburger Kader steckt.“

Für Prokops Mannschaft gab’s trotz der Niederlage ein dickes Lob vom Gegner. „Fans und Team haben leidenschaftlich gekämpft und uns alles abverlangt“, meinte Vranjes und prognostizierte: „Wenn ich sehe, wie strukturiert die Leipziger in Abwehr und Angriff agieren, dazu die Heimstärke nehme, glaube ich, dass es für die DHfK ganz einfach wird, den Klassenverbleib zu schaffen.“

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erstellt am 09.Okt.2015 | 05:30 Uhr

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