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Handball-EM : SG-Spieler träumen vom Wintermärchen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Dänemarks Nationalteam beendet Vorrunde ohne Minuspunkt. Heute WM-Revanche gegen Weltmeister Spanien. Eggert vor erstem Einsatz.

shz.de von
erstellt am 18.Jan.2014 | 08:00 Uhr

Das Hotel „Scandic“ liegt knapp drei Kilometer vom Herninger „Herzen“ der Handball-Europameisterschaft entfernt. Der Block im modernen skandinavischen Baustil ragt neun Stockwerke hoch in den Himmel. Hier residiert die dänische Nationalmannschaft. In den Tagen zwischen den Spielen gehen einige der Handballer gerne in einen Gemeinschaftsraum, wo der Fernseher einen Handball-Marathon zeigt. Auch Michael Knudsen schaut häufiger vorbei. Vor allem, um sich über die Situation der schwedischen Kollegen zu informieren. „Die stehen wirklich unheimlich gut in der Abwehr“, staunt der Kreisläufer der SG Flensburg-Handewitt, wie Mattias Andersson und Tobias Karlsson die SG-Defensiv-Philosophie auf ihr Nationalteam übertragen.

Davon hätte sich Michael Knudsen am Donnerstagabend gerne eine Scheibe abgeschnitten. Etwas nachlässig gingen die Dänen beim 33:29-Erfolg über die Tschechen zu Werke. Die vorzeitige Hauptrunden-Qualifikation schien den dänischen Elan etwas zu bremsen. Dabei ging es darum, mit einer weißen Weste in die nächste Turnierphase vorzudringen. „Hätten wir nur einen Punkt abgegeben, wäre das eine Katastrophe gewesen“, schüttelte Michael Knudsen angesichts der gezeigten Sorglosigkeit mit dem Kopf.

Insgesamt läuft bislang aber alles nach Plan. Drei Spiele, drei Siege – die Vorrunde endete ohne Flecken. „Jetzt geht es richtig los, jetzt kommen die stärkeren Gegner“, weiß Thomas Mogensen. „Das Publikum war bislang unglaublich. Aber ich glaube, es sind noch ein paar Prozent mehr drin.“ Sein Vereinskollege Lasse Svan spricht es deutlicher aus: „Die Zuschauer müssten noch mehr pfeifen, noch mehr Druck aufbauen, wenn der Gegner den Ball hat.“ Auf den Rängen herrscht eine patriotisch-positive Stimmung. Gemütlich und nett – die EM ist ein Familien-Ereignis.

Aber gerade angesichts des kommenden Gegners scheinen die dänischen Profis nach noch mehr Unterstützung zu schreien: Heute geht es nun gegen Weltmeister Spanien. Ein Gegner, der eine nicht verheilte Wunde aufreißt. „Damals haben wir verloren“, sagt Michael Knudsen mit einer Mimik, die keine Detailfragen zulässt. Vor Jahresfrist waren die Dänen der spanische WM-Endspiel-Kontrahent und kassierten eine blamable 19:35-Niederlage.

Zerstören die Iberer nun das skandinavische Wintermärchen? Thomas Mogensen zeigt sich kämpferisch: „Wenn wir dieses Spiel gewinnen sollten, haben wir einen riesigen Schritt in Richtung Halbfinale gemacht.“

Immerhin haben die Dänen noch einen Joker in der Hinterhand: Anders Eggert, der bisher mit einer Blessur an der Wade pausierte. „Er hat ja Riesen-Hoffnungen, bei dieser EM noch zu spielen“, weiß Zimmergenosse Thomas Mogensen. Nationalcoach Ulrik Wilbek teilte bereits am Dienstag mit, dass er mit dem Linksaußen ab der Hauptrunde plane. Ein Sprinttest soll am Donnerstag gut verlaufen sein, Anders Eggert scheint bereit. „Zwei Linksaußen wären gerade gegen Spanien gut“, meint Mogensen. Bislang bekleidet allein Casper Mortensen, eine international kaum bewährte Kraft, den linken Flügel. Allerdings steht Wilbek vor der Entscheidung, aus dem 16-er Kader einen Akteur für Eggert streichen zu müssen. „Wer soll das denn sein? In der Haut des Trainers möchte ich nicht stecken“, grübelte Knudsen am Donnerstag Abend.

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