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Handball Champions League : SG muss durch die „Hölle“ von Skopje

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Deutscher Vizemeister Flensburg-Handewitt will den Zwei-Tore-Vorsprung aus dem Hinspiel gegen Skopje verteidigen und ins „Final4“ von Köln einziehen

shz.de von
erstellt am 26.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Flensburg | Auf dem Weg zum Final4 in Köln muss die SG Flensburg-Handewitt durch die „Hölle“. In der mit 7000 Zuschauern ausverkauften Boris-Trajkovski-Arena wird das Team von Trainer Ljubomir Vranjes heute (17 Uhr, Eurosport live) in seinem 200. Europacup-Spiel seit 1995 alles geben, um gegen Vardar Skopje den mageren Zwei-Tore-Vorsprung aus dem Viertelfinal-Hinspiel der Champions League (24:22) vom Ostermontag zu verteidigen. „Das wird ein hartes Spiel, aber wir fahren nach Skopje, um zu gewinnen“, sagt Trainer Ljubomir Vranjes.

Die SG hat in der Champions League schon viele heiße Schlachten geschlagen. Doch im Vergleich zu dem, was den deutschen Vizemeister in der mazedonischen Hauptstadt erwartet, waren das „Kaffeekränzchen“. Die Vardar-Fans werden ihre Mannschaft nicht nur lautstark anfeuern, sie scheuen auch vor drastischen Mitteln nicht zurück. „Beim Einlaufen werden die Spieler des Gegners schon ’mal bespuckt oder mit Gegenständen beworfen“, weiß Vranjes aus Erfahrungen anderer Clubs. Er hat versucht, seine Mannschaft darauf vorzubereiten – „soweit ich das überhaupt kann.“ Raul Gonzales, seit Januar Trainer des mazedonischen Meisters, hat die Fans zu fairem Verhalten aufgefordert. Doch das wird kaum fruchten angesichts der Bedeutung dieser Partie für „ganz Mazedonien“ (Gonzales). Skopje winkt die erste Final4-Teilnahme in der Vereinshistorie. „Wir können Geschichte schreiben für den mazedonischen Handball“, weiß Kapitän und Rückraumspieler Filip Lazarov. Die Vardar-Anhänger werden alles dafür tun.

„Wir werden in Skopje gewaltig unter Druck geraten“ – darin sind sich Spielmacher Thomas Mogensen, Abwehrchef Tobias Karlsson und Steffen Weinhold einig. „Kühlen Kopf bewahren“, lautet deshalb die Flensburger Devise. „Wenn wir das schaffen, haben wir gute Möglichkeiten nach Köln zu kommen“, sagt Mogensen.

Ljubomir Vranjes hat das Hinspiel genau analysiert. Insgesamt war er mit dem Auftritt zufrieden. „Das war okay. Wir haben nicht viele Fehler gemacht, nur ein paar freie Würfe ausgelassen. Wir müssen lediglich Kleinigkeiten verbessern.“ Auch der Spielmacher strahlt Zuversicht aus. „Wir wissen jetzt, was passiert – wie Skopje spielt“, sagt Thomas Mogensen. Und wir haben ein Video mit einem Spiel von Vardar gegen uns und nicht gegen eine andere Mannschaft.“ Ganz andere Erkenntnisse sind aus so einem Video zu gewinnen.

Bei der SG sind alle Mann fit – soweit man zu diesem Zeitpunkt der Saison davon sprechen kann. „Jeder hat ein kleines Wehwehchen“, erklärt Vranjes. Für ihn war es deshalb wichtig, dass Drasko Nenadic im Hinspiel eine Halbzeit durchspielen konnte. Zum einen gab das dem jungen Serben nach seiner langen Verletzungspause Selbstvertrauen und die Bestätigung, dass er gebraucht wird. Zum konnte er Thomas Mogensen und Jim Gottfridsson entlasten, die sich praktisch seit der EM-Pause im Spielaufbau im Dauerstress befinden und Erholungspausen benötigen. „Die Spieler sind nicht mehr so spritzig wie im November“, erläutert Vranjes. Darauf muss der Schwede sein Spiel ausrichten. Was bedeutet: Nenadic und eventuell auch noch andere werden in Skopje spielen. „Sonst schaffen wir das nicht“, befürchtet Vranjes.

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