zur Navigation springen

Segel-Bundesliga : Schwere Prüfung bestanden

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Neuformierte Crew vom Flensburger Segelclub belegt zum Auftakt auf dem Starnberger See einen guten achten Platz.

shz.de von
erstellt am 21.Mai.2014 | 08:00 Uhr

Die schwerste Prüfung hatte Finn Mrugalla nach dem Abschluss der Segel-Bundesliga auf dem Starnberger See noch vor sich. Am Tag danach wollte der 23-Jährige im Hamburger Hafen sein Segelboot aus den Fängen des Zolls befreien, was den Flensburger Segler mehr zu schaffen machte, als die wechselnden Windbedingungen bei den insgesamt 13 Sprintregatten. „Das ist hier wie bei Asterix erobert Rom. Besorgen Sie den Passierschein A 38“, ereifert sich der Jura-Student. Der ehemalige Vorschoter im 49er-Team mit Jan-Hauke Erichsen hatte mit der neuen Crew des Flensburger Segel-Club (FSC) gleich zum Auftakt der 2. Saison in der Segel-Bundesliga mit dem achten Platz ein Top-Ergebnis ersegelt. Mit Steuermann Michael Ilgenstein, Bernhard Outzen (Vorschiff) und Jörg Rothert (Taktik) und eben dem Vorsegel-Trimmer bedeutete Rang acht die beste Platzierung der vier schleswig-holsteinischen Vereine unter den 18 Bundesligisten. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Abschneiden“, sagt Michael Ilgenstein, der sich mit seiner Crew nach den guten Trainingseindrücken mit dem Top-Team des Norddeutschen Regattavereins (NRV) einen einstelligen Platz vorgenommen hatte. Mrugalla geht sogar noch weiter. „Hätten wir auf dem Starnberger See die gleichen Windbedingungen wie in unserem Training gehabt, wären sogar die Top fünf möglich gewesen. Da bin ich mir sicher.“

So lag das FSC-Team nach dem ersten Tag mit einem Sieg und Platz drei gemeinsam mit dem Deutschen Touring Yachtclub und dem Bayerischen Yachtclub mit acht Punkten in Führung. „Gib weiter Gas Michi“, postete Philipp Rotermund auf facebook. Der Starboot-Segler war schon im vergangenen Jahr für den FSC in der Bundesliga am Start, konnte aber aus beruflichen Gründen nicht an den Trainingseinheiten teilnehmen. Laut Vorstandsbeschluss muss eine Crew vorher zusammen trainieren, sonst gibt es keine Nominierung. „Logo! Topteam!!!, antwortete Michael Ilgenstein.

Es sollte anders kommen. In den zweiten Tag war die Crew bei schwachen Windbedingungen „schlecht reingekommen“ und fiel am Ende sogar auf Rang 13 zurück. „Der Tag tat sehr weh“, sagte Ilgenstein. „Wir haben das Boot einfach nicht zum Laufen bekommen“, kommentierte Mrugalla den Einbruch. Tipps vom Trainingspartner, Analyse der Gegner im Livestream oder von Land aus brachten neue Aufschlüsse im Bootshandling. Am Schlusstag wurde das Ranking mit einem Sieg und zwei dritten Plätzen mehr als verbessert. „Das Niveau der gesamten Liga ist deutlich gestiegen. Der einstellige Platz ist ein super gutes Ergebnis“, bewertet Mrugalla das Abschneiden.

Ohnehin entwickelt sich die Segel-Bundesliga zu einem Erfolgsmodell. Die Clubs investieren. Allein der Verein Seglerhaus am Wannsee kaufte sich vier J 70-Boote für Trainingszwecke, auch der FSC hat sich ein Boot zugelegt. „ Die Qualität an Seglern und die Leistungsdichte sind extrem hoch“, urteilte NRV-Steuermann Carsten Kemmling, dessen Team den Saisonauftakt auf dem Starnberger See mit 44 Punkten gewann. Kemmling: „Alles in allem sind wir echt gut gesegelt und wir freuen uns über den ersten Sieg.“

Für den Flensburger Verein gehen die Crew-Planungen für die nächsten fünf Events indes weiter. Im Vorstand war man von dem Auftakt durchaus angetan. Ilgenstein und Crew haben die Messlatte hoch gelegt, was das eingespielte Team dazu berechtigen könnte, einen zweiten Bundesliga-Auftritt in Angriff zu nehmen. „Ich würde es durchaus für möglich halten, in der gleichen Besetzung noch einmal an den Start zu gehen“, sagt Mrugalla. Und auch für Michael Ilgenstein „würde das durchaus Sinn machen.“

Auch der FSC-Team-Manager freute sich über den Erfolg der neuen Besetzung. „Mein Gefühl, das passt zusammen, hat sich offensichtlich bestätigt“, sagt Morten Massmann. „Wir werden sehen, was wir daraus machen.“

Am „2. Spieltag“ vom 19. bis 21. Juli während der Travemünder Woche dürfte das bewährte Team um Steuermann Sven Koch den FSC vertreten. Im Boot wären dann noch Morten Massmann, Alexander Erichsen und Hans Henning Höft. „Das könnte durchaus so sein, steht aber noch nicht fest,“ sagt Massmann.

Für Mrugalla jedenfalls hatte sich wie am Starnberger See auch beim Hamburger Zoll am Ende alles zum Guten gewandt. Wider Erwarten waren plötzlich alle Stempel auf den unzähligen Formularen. Container auf, Boot unbeschädigt – schwere Prüfung bestanden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert