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SHFV-Pokal : Schock vor dem Pokal-Kracher

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Matthias Hummel fällt nach Kreuzbandriss am Sonntag gegen Holstein Kiel und für den Rest der Saison aus.

Neuauflage des Endspiel-Krimis vom Mai: Diesmal treffen der ETSV Weiche und Holstein Kiel bereits im Viertelfinale des Landespokals am Sonntag (14 Uhr, live im Internet-Fernsehen des sh:z) im Manfred-Werner-Stadion aufeinander. Damals hatte der Drittligist die Regionalliga-Fußballer aus Flensburg im Holstein-Stadion mit 14:13 nach Elfmeterschießen geschlagen. „Seit dem Spiel haben die Kieler Respekt vor uns“, sagt ETSV-Kapitän Marc Böhnke selbstbewusst. Allerdings gab es gestern eine Hiobsbotschaft: Weiches Abwehrchef Matthias Hummel zog sich am Mittwoch beim 3:2-Sieg über den VfL Wolfsburg II einen Riss vorderen Kreuzbandes und des Innenbandes im linken Knie zu.

„Das ist ganz bitter“, sagt Trainer Daniel Jurgeleit. „Matthias ist seit Jahren ein Stabilisator. Es wird nicht einfach, das wegzustecken.“ Die Flensburger hatten gehofft, dass die Verletzung nicht so schlimm ist, weil Hummel noch 27 Minuten weiter gespielt hatte. Diese Saison wird für der 29-Jährigen beendet sein – genau wie für seine langjährige Lebensgefährtin: Die Kieler Zweitliga-Fußballerin Rachel Pashley hatte sich kürzlich auch einen Kreuzbandriss zugezogen.

Die Flensburger waren gerade wieder in Schwung gekommen. Nach dem Abrutschen auf einen Abstiegsplatz wurde FT Braunschweig „trotz der enormen Drucksituation“ (Jurgeleit) mit 7:1 vom Platz gefegt. Am Mittwoch legte Weiche mit einem überzeugenden Auftritt gegen den Profi-Nachwuchs aus Wolfsburg nach. „Jetzt freuen wir uns auf das Pokalspiel gegen Holstein“, sagt der Ex-Kieler Christian Jürgensen. Anders als in der Vorsaison, als das Finale schon vier Monate vorher als das wichtige Spiel überhaupt deklariert wurde, war das Pokalspiel diesmal bis zum Abpfiff am Mittwoch überhaupt kein Thema. „Wir hatten keine Zeit dafür. Die Lage in der Liga war zu prekär“, betont Jürgensen.

Jurgeleit hat zwar zwei Spiele der Kieler gesehen und seit längerem zwei Videos zu Hause liegen. Aber Zeit dafür fand er erst jetzt. Wer für Hummel in die Innenverteidigung rückt, will der Trainer erst nach dem heutigen Training entscheiden. Die Wahl fällt wohl zwischen Hendrik Ostermann, der am Mittwoch aus beruflichen Gründen fehlte, oder Patrick Thomsen, der gegen Wolfsburg den Part des Abwehrchefs übernahm. „Er hat die Aufgabe sehr gut gelöst“, meinte Jurgeleit, der sein Team als krassen Außenseiter sieht. „Aber das ist ein besonderes Spiel. Vielleicht setzt das ja Kräfte frei.“

Die Kieler werden aus einer normalen Trainingswoche heraus nach Flensburg reisen. Nicht zuletzt das knappe Endspiel im Mai hat dafür gesorgt, dass der Drittligist die Partie „wie ein Punktspiel“ angehen wird, wie Trainer Karsten Neitzel betont.

Der Vorverkauf lief für Weiche nicht ganz nach Wunsch. Nur rund 400 Karten wurden bis gestern Mittag in Flensburg abgesetzt. „Wir rechnen mit 1000 Zuschauern, darunter 350 aus Kiel“, sagt Liga-Geschäftsführer Karl Carstensen. ETSV-Vorsitzender „Haddy“ Suhr hofft unterdessen, dass die Vertreter des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes einen Scheck mitbringen. „Wir haben bis jetzt unsere Prämie aus dem Endspiel nicht bekommen“, sagt er. Als Finalist standen Weiche 10 000 Euro zu, auf die sie seit fünf Monaten warten.

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erstellt am 11.Okt.2014 | 08:00 Uhr

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