Schimpfen nein - motivieren ja

Sportlerin des Jahres: Auszeichnung für Steffi Petersen. Foto: Staudt
Sportlerin des Jahres: Auszeichnung für Steffi Petersen. Foto: Staudt

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27. Februar 2010, 04:59 Uhr

Harrislee | Man schrieb den 19. Januar 2008. In der Holmberghalle stand die Zweitligapartie TSV Nord - BVB 49 Berlin 27:26 für die Harrisleerinnen. Nach der Hallenuhr war die Partie beendet, doch Sekunden vor dem Abpfiff hatten das Hamburger Schiri-Duo Böhm/ Rosenthal auf den Siebenmeterpunkt gezeigt. Die Berlinerin Romy Schöner trat an, um einen Punkt für ihre Mannschaft zu retten. Doch Steffi Petersen im Nord-Tor rettete ihrer Mannschaft mit einer Glanzparade den Sieg. Hinterher feierte sie gleich doppelt: mit der Mannschaft den Sieg und mit Freunden ihren Geburtstag. Steffi Petersen wurde an diesem denkwürdigen Spieltag 31. Ein schöneres Geburtstagsgeschenk konnte sie sich nicht machen.

Szenen wie diese gab es in der sportlichen Karriere der Torfrau Steffi Petersen zuhauf - freilich nicht immer in den letzten Sekunden einer "Herzschlag-Partie". Ihre über die Jahre guten Leistungen würdigten die Leser des Flensburger Tageblatts jetzt mit der Wahl zur Sportlerin des Jahres.

Der sportliche Werdegang von Steffi Petersen begann auf dem Turnboden des TSV Wanderup. Im Alter von fünf Jahren entdeckte sie ihr Faible für den Handball. Was man mit dem runden Spielgerät anfangen kann, hatte sie bald spitz und verfügte in der B-Jugend über das nötige Rüstzeug - zuerst im Feld, bald danach im Tor, "weil bei uns eine Torhüterin fehlte und die Größten zuerst zwischen die Pfosten gestellt wurden." Bis zur A-Jugend spielte sie für ihren alten Verein, der sich 1987 mit dem Nachbarverein zur HSG Tarp-Wanderup zusammenschloss. Danach ging sie zusammen mit Tanja Heckel zur HSG Marne-Brunsbüttel.

Zur Spielzeit 1999/2000 wechselte sie zum TSV Nord, der von "Heie" Jacobsen und danach von Stefan Kuhlmann trainiert wurde. Drei Jahre TSV Nord - drei Jahre Topleistungen zwischen den Pfosten. Das blieb den Dänen von SønderjyskE nicht verborgen. Zusammen mit ihrer Teamgefährtin Petra Schulz wechselte sie in die erste dänische Liga, ehe sie nach drei Jahren zur Saison 2006/07 wieder zurück nach Harrislee kam.

Zurzeit teilt sie mit ihren Mannschaftskameradinnen Freud und Leid in einer schwierigen Spielzeit. Freude über das eine oder andere gewonnene Spiel - Leid, weil dem TSV Nord durch Verletzungen allmählich das Personal ausgeht und der verbliebene harte Kern Spiel für Spiel kräftemäßig überlastet ist. Dennoch: Steffi Petersen und ihre Partnerin Kathrin Höhnke schaffen es zuweilen mit Topleistungen im Tor, die Mannschaft "im Spiel" zu halten. Wenn sich vor ihr in der Abwehr Lücken auftun, gibt sie verbale Hilfestellung. Geschimpft wird nicht. "Ich versuche nur, meine Vorderleute zu motivieren und freue mich mit ihnen, wenn sie mal einen Ball selbst abwehren."

Engeren Kontakt in der Mannschaft hat sie zu Maria Schibrath, mit der sie auch die Leidenschaft für das Handballspiel teilt. Die Erkenntnisse aus einem Spiel werden in der Kabine aufgearbeitet und Fehler dazu herangezogen, aus ihnen zu lernen. Der Beruf als Verwaltungsfachangestellte der Gemeinde Handewitt und der Handball lassen ihr noch einigen Freiraum zu entspannendem Lesen. Den Urlaub verbringt sie gerne in deutschen Landen. Handball ist für Steffi Petersen auch Familien-Angelegenheit. Nicht nur, dass das Mannschaftsspiel die Basis für Freundschaften schafft, sondern Auswirkungen bis in die Familie hat. Zum Kreis ihrer treuesten Fans gehört Mama Erika, die mächtig stolz auf ihre Tochter sein darf.

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