Nach Spiel gegen Cottbus : SC Weiche Flensburg 08: Eine denkwürdige Dienstreise

Trostspender: Co-Trainer Marc Peetz nimmt Christian Jürgensen (li.) in den Arm.
Trostspender: Co-Trainer Marc Peetz nimmt Christian Jürgensen (li.) in den Arm.

Der Saisonabschluss für das Team des SC Weiche Flensburg 08 wird auch ein Abschied von einigen Spielern.

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29. Mai 2018, 06:30 Uhr

Flensburg | Die endgültig letzte fußballerische Dienstreise des SC Weiche Flensburg 08 in der Saison 2017/18 endete am frühen Montagmorgen gegen 2 Uhr. Da entstiegen Spieler, Trainer und Offizielle des SC Weiche Flensburg 08 dem Reisebus, der sie zuvor die knapp 1200 Kilometer nach Cottbus und zurück gebracht hatte. Übernachtet hatte der Flensburger Tross am Sonnabend in einem Potsdamer Hotel.

Dort hatten Trainer Daniel Jurgeleit und sein Team noch bis in den frühen Morgen an der Taktik und der Aufstellung für das Aufstiegs-Rückspiel zur 3. Liga beim FC Energie getüftelt. Als Liverpools Loris Karius sich im Champions League-Finale gerade seinen zweiten Fehlgriff geleistet hatte, zog sich das Trainerteam zurück und saß bis 2.30 Uhr zusammen.

Viele Wechsel

Ende Juni sieht man sich wieder – doch für einige Spieler war es die letzte Dienstreise. Junior Ebot-Etchi, der 90 Minuten lang in Cottbus spielte, wechselt zum Drittligisten Sportfreunde Lotte. Auch Fabian Arndt verlässt den SC Weiche 08, im Raum steht ein Engagement beim Landesligisten Husumer SV, dem Flensburger Finalgegner im Landespokal.

Noch ungewiss ist die Zukunft von Routinier Fiete Sykora. „Stand jetzt werde ich in der kommenden Saison nicht mehr in Flensburg spielen“, sagte er gleich nach dem Schlusspfiff am Sonntag in Cottbus. Ob der 35-Jährige seine Fußballstiefel ganz an den Nagel hängen wird, ließ er offen. Auf die entsprechende Frage antwortete er nur mit einem Lächeln.

Ebenfalls ein Wechselkandidat ist Stürmer René Guder, mit 16 Liga-Toren bester Schütze der Flensburger in der abgelaufenen Saison. Für den Angreifer gibt es mehrere Anfragen aus der 3. Liga, zudem soll ein Aufsteiger in die österreichische Erste Liga seine Fühler nach dem ehemaligen Kieler ausgestreckt haben. Auch für Dominic Hartmann, erst zu Saisonbeginn aus Hildesheim gekommen, soll es mehrere Interessenten geben. Was Zugänge anbelangt, da hielt sich Liga-Geschäftsführer Harald Uhr am Sonntag noch bedeckt.

Nächstes Jahr Bayern?

„Heute sieht die Welt schon wieder besser aus“, sagte Christian Jürgensen. Gerade dem Kapitän war die Enttäuschung, den ganz großen Wurf knapp verpasst zu haben, am Sonntag anzumerken gewesen.

Positiv: Die knapp 100 Fans, die sich auf den Weg gemacht hatten – und in ihrem Block von etwa genau so vielen Polizisten „bewacht“ wurden – berichteten von keinerlei unangenehmen Erlebnissen im Stadion und drumherum. „Nach dem Spiel gab’s auf dem Platz eine gemeinsame Feier, Trikots und Schals wurden getauscht und es gab tröstende Worte“, erzählte ein SC-Anhänger.

Applaus, Applaus: Spieler und Trainer des SC Weiche 08 beim Gang in die Fankurve.
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Applaus, Applaus: Spieler und Trainer des SC Weiche 08 beim Gang in die Fankurve.
 

Tröstende Worte – die brauchte auch Marcel Cornils nach dem Spiel. Der 25-jährige schnelle Stürmer des Oberliga-Teams, der für die Relegationsspiele in den Kader gerutscht war und auch zum Einsatz kam, musste in der Nachspielzeit, gestützt auf zwei Betreuer, mit einer Fußverletzung den Platz verlassen. Gleich nach der Ankunft ging’s in die Diako, wo ihm vorsorglich ein Gips verpasst wurde. Und gestern dann die Diagnose: Bänderzerrung und Prellung im Fuß. Der Verdacht auf einen Bruch (von denen Unglücksrabe Cornils schon drei hatte) bestätigte sich nicht.

Jetzt ist erst einmal Pause. Der SC Weiche Flensburg 08, würde er erneut Meister der Regionalliga Nord und noch einmal die Relegation zur 3. Liga erreichen, bekäme es im Sommer 2019 mit dem Meister der Regionalliga Bayern zu tun. In den sozialen Netzwerken gratulierten die Flensburger Fans Cottbus zum Aufstieg – und bekamen viel Ermutigendes aus der Lausitz zu hören. „Klasse Leistung eurer Mannschaft, nächstes Jahr seid Ihr dran“, schrieb ein Energie-Fan und ein anderer pflichtete ihm bei: „1860 München ist raus – das ist Eure Chance!“

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