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Bundesliga-Kolumne : Rot-Diskussion, Vorstands-Ecke, Spitzen-Treffen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der HSV steht im siebten Spiel in Folge ohne Sieg mit dem Rücken zur Wand. Dennoch macht die Leistung aus dem Bayern-Spiel Mut für die Zukunft. Aufsteiger Holstein Kiel übt sich trotz Erfolgen in Bescheidenheit.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2017 | 07:30 Uhr

Top-Aufreger: War das Rot? Hätte nicht auch Gelb gereicht? Und überhaupt: Warum hat der Video-Schiedsrichter nicht eingegriffen? Antwort: Hätte er es getan, wäre er anderer Meinung als sein Kollege Fritz auf dem Spielfeld gewesen. War er aber nicht. Fritz schickte HSV-Innenverteidiger Gideon Jung von der Wiese. Ja, so sah der Rasen im Volkspark beim Duell mit den Bayern stellenweise aus. Einfach schlecht. Wie eine Wiese. Würde irgendein Amateurverein dem HSV bei einem Freundschaftsspiel eine derartige Spielfläche bieten, gäbe es Diskussionen. Wie nach der Roten Karte. Jungs Foul direkt vor den Trainerbänken mag auch eine Folge der Gisdol-Anweisungen gewesen sein. Der HSV-Coach hatte seine Mannschaft derart heiß gemacht, dass ein junger Spieler wie Jung, der gewöhnlich als Fair-Player seinem Beruf nachgeht, schon mal die Contenance verlieren kann. Insgesamt hat sich der Hamburger SV gegen allerdings enttäuschende Bayern von der besseren Seite gezeigt. Was Mut macht für die kommenden Aufgaben. Auswärts in Berlin, danach zu Hause gegen Stuttgart. Was aber nichts daran ändert, dass der HSV auch im siebten Spiel in Folge ohne Sieg geblieben ist – und: Zum ersten Mal in der langen Bundesliga-Geschichte haben die Hanseaten in vier Heimspielen hintereinander kein Tor erzielt.

Statistik hin, Statistik her – sollte der HSV in den nächsten Partien an die Leistung aus dem Bayern-Spiel anknüpfen, könnten sich Erfolge einstellen. Weil dies aber nicht so kommen muss, steht der HSV schon nach dem neunten Spieltag mit dem Rücken zur Wand. Dass die Vorstandsetage von einer Trainer-Diskussion nichts wissen will, mag mit der Vergangenheit zu tun haben. Geholfen hat es nämlich nie so richtig.

Top-Start: Platz zwei nach elf Spielen. Zweitliga-Aufsteiger Holstein Kiel übt sich trotzdem in Bescheidenheit. Ob Geschäftsführer Wolfgang Schwenke, Sportchef Ralf Becker oder auch die Macher im Hintergrund, Gerhard Lütje und Hermann Langness – sie alle halten den Ball flach. Während Schwenke vor dem VIP-Eingang so viele Sponsoren wie möglich mit Handschlag begrüßt, zieht sich die Führungsriege hinter einer Getränkebar zurück. Wer sich dorthin verirrt, wird freundlich, aber bestimmt von einer weiblichen Bedienung abgewiesen. Das Absperrband mit einem entsprechenden Hinweis ist leicht zu übersehen in dem übervollen VIP-Bereich, in dem die Luft schon mal knapp wird und in dem das Holstein-Wunder ausgiebig diskutiert wird. Im Gegensatz zum HSV sind die Störche auch noch in der zweiten DFB-Pokalhauptrunde vertreten. Morgen Abend auswärts beim Erstligisten Mainz 05.

Top-Vereine: Nur drei Tore trennen die Bayern noch von Borussia Dortmund. Dahinter lauert RB Leipzig. Bei den Sachsen sind in letzter Zeit sogar die Beliebtheitswerte gestiegen. Guter Fußball auf der Basis erstklassiger Nachwuchsarbeit machen sich bezahlt. Fast alle Profis, so auch die heutigen Stars Emil Forsberg, Naby Keita, Timo Werner oder Jean-Kevin Augustin wurden in jungem Alter beobachtet und verpflichtet. Was dem HSV bis heute nicht gelingt.

In dieser Woche kommt es zu einer Standortbestimmung. Mittwoch trifft RB im Pokal auf die Bayern, am Sonnabend geht es zwischen beiden Clubs in München um Punkte.
 

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