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Handball : Rasmussen hält SG-Traum am Leben

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Dänischer Torhüter glänzt nach der Pause gegen Vardar Skopje und freut sich schon auf das Rückspiel am Sonnabend.

shz.de von
erstellt am 23.Apr.2014 | 08:37 Uhr

Das Polster ist dünn – sehr dünn. Aber der Optimismus bei der SG Flensburg-Handewitt ist nach dem Viertelfinal-Hinspiel der Champions League ungebrochen. „Wir wollen zum Final4 nach Köln, das bleibt unser Ziel“, betonte Spielmacher Thomas Mogensen nach dem mageren 24:22 (13:14) gegen den mazedonischen Meister Vardar Skopje. „Das können wir auch schaffen.“

Einen Sieg mit zehn Toren Vorsprung hatte sich SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke als optimale Ausgangsposition für das Rückspiel am Sonnabend (17 Uhr) in der Boris-Trajkovski-Arena mit 7000 fanatischen Fans erhofft. Das blieb gegen starke Mazedonier ein Wunschtraum. Steffen Weinhold, der gegen Vardar einen gebrauchten Tag erwischt hatte, empfand das jedoch nicht als Hypothek. „Ein Sieg mit fünf oder sechs Toren kann viel trügerischer sein. Es wird hart, aber wir wissen, dass wir einiges besser machen können als heute, obwohl wir viele Sachen ganz gut gemacht haben.“

Das befand auch Trainer Ljubomir Vranjes. „Wir haben insgesamt ein gutes Spiel gemacht“, analysierte der Schwede. „Aber wir können es besser.“ Vor allem in der Offensive besteht Steigerungspotenzial. Chancen für einen komfortableren Vorsprung hatten die Flensburger allemal, doch im Abschluss haperte es. „Wir machen ein gutes Spiel in der Abwehr, profitieren aber zu wenig davon. Wir haben zu viel verworfen“, bemängelte Kapitän Tobias Karlsson. Torhüter Sören Rasmussen konnte sich an kein Spiel in den vergangenen Jahren erinnern, „in dem wir so viele Möglichkeiten ausgelassen haben“. Beispiele gefällig? Michael Knudsen scheiterte drei Mal völlig frei vom Kreis, Anders Eggert im Gegenstoß sowie von Außen, und Steffen Weinhold blieb gar ohne Torerfolg. Unter dem Strich standen bei der SG nach 60 Minuten 20 Fehlversuche zu Buche – und beim mazedonischen Torwart-Oldie Petar Angelov 18 Paraden.

Mattias Andersson, eigentlich immer die Zuverlässigkeit in Person, verlor in der ersten Hälfte das Duell gegen Angelov mit 5:9. „Auch Mattias kann das ’mal passieren“, nahm Vranjes seinen Stammkeeper in Schutz. Dennoch reagierte er zur Halbzeit, brachte Sören Rasmussen. Und der Däne hielt mit tollen Paraden, darunter Siebenmeter von Karacic und Lazarov, den SG-Traum von der ersten Final4-Teilnahme in Köln am Leben. „Ich bin froh, dass wir ihn haben. Es war schwer für Sören die letzten Wochen, aber er ist ein vorbildlicher Mannschaftssportler“, lobte Vranjes seine Nummer zwei. Für Rasmussen war der Auftritt gegen Skopje wie eine Befreiung. „Das war sehr wichtig für mich, schließlich habe ich viele Spiele nur auf der Bank gesessen. Es war auch für meine sportliche Zukunft, wieder Gefühl für das Spiel zu bekommen “, sagte der Däne, der im Sommer zurück in seine Heimat zu Silkeborg-Bjerringbro wechselt. „Aber ich hatte auch eine gute Abwehr vor mir“, lobte Rasmussen seine Vorderleute.

Die Abwehr wird auch am Sonnabend erneut gefordert sein im „Hexenkessel“ von Skopje. Sören Rasmussen freut sich schon darauf. „Das wird ein besonderes Erlebnis in einer besonderen Atmosphäre. Wir müssen nur cool bleiben.“ Und Thomas Mogensen ergänzte: „Unsere Ausgangsposition ist nicht so schlecht, wie das Ergebnis glauben macht.“ Auch die Mazedonier, die mit ihren rund 40 mitgereisten, lautstarken Fans die Niederlage an der Förde wie einen Sieg feierten, haben die SG noch nicht abgeschrieben. „Viele denken jetzt, dass wir schon in der Finalrunde stehen. Doch Flensburg hat eine der besten Mannschaften der Welt“, warnte Vardars starker Rechtsaußen Matjas Brumen.

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