Fussball : Probelauf für das Pokalfinale

Der Kapitän ist wieder an Bord: Marc Böhnke (vorn) rückt am Sonnabend gegen Havelse wieder in die Mannschaft.
Der Kapitän ist wieder an Bord: Marc Böhnke (vorn) rückt am Sonnabend gegen Havelse wieder in die Mannschaft.

Regionalliga: Weiches Trainer Daniel Jugeleit erhöht den Druck vor dem Heimspiel gegen Vizemeister Havelse.

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07. März 2014, 08:00 Uhr

Von einem Angstgegner will Daniel Jurgeleit nichts wissen. „Wir haben gegen den TSV Havelse eine schlechte Bilanz“, betrachtet es der Trainer des ETSV Weiche nüchtern. „Unser Ziel muss sein, es diesmal besser zu machen und mit Punkten aus dem Spiel herauszugehen.“ Vor dem Heimspiel am Sonnabend (Anpfiff 14 Uhr) stehen für den Tabellensechsten der Fußball-Regionalliga gegen den Vizemeister drei Niederlagen zu Buche. In der vergangenen Saison gab es ein 0:4 in Havelse und ein unglückliches 2:3 in Flensburg. Das Hinspiel im September 2013 endete 2:1 für die Niedersachsen.

Diese schwache Ausbeute müsste Motivation genug sein, dass diesmal mehr herausspringt, glaubt Jurgeleit: „Spannung und Konzentration werden hoch sein.“ Für den ETSV-Trainer wird es gegen Havelse nicht leichter als in der Vorwoche bei Werder Bremen II (0:3). Die Niedersachsen stehen zwar fünf Punkte hinter Weiche auf Platz neun, sind aber mit zehn Punkten (drei Siege, ein Remis) blendend aus der Winterpause gekommen. Das belegen Siege in Meppen (1:0) und zuletzt gegen Oldenburg (2:1). Dabei waren die Vorzeichen vor einer Woche alles andere als gut. Nachdem sich die beiden Torhüter Markus Straten-Wolf (Meniskusoperation) und Alexander Meyer (Innenbandabriss) verletzt hatten, sah es so aus, als wenn Torwarttrainer Oliver Lassoff zwischen den Pfosten stehen müsste. Doch in einer Nacht- und Nebe-Aaktion überredete Trainer Christian Benbennek Keeper Ufuk Büyükbuluter, der in der Hinrunde in der Reserve zum Einsatz gekommen war und ein Probetraining in Izmir/Türkei absolvierte, zurückzukommen. Erst am Spieltag kam der Torhüter am Flughafen an. Doch damit nicht genug. Die Spieler standen plötzlich ohne Schuhwerk da, weil Einbrecher in der Nacht zum Freitag unter anderem die Stollenschuhe aus der Umkleidekabine entwendeten. „Meine junge Mannschaft hat auf die Ausfälle der Torhüter und den Einbruch prima reagiert. Das war keine einfache Woche, ich bin stolz auf dieses Team“, meinte der Coach nach dem 2:1-Heimsieg.

So zufrieden war Jurgeleit mit dem letzten Auftritt seiner Mannschaft nicht. „Wir haben Bremen nicht so Paroli geboten, wie ich mir das vorgestellt habe. Drei, vier Spieler fanden nicht richtig in die Partie.“ Zudem durchkreuzte das frühe 0:1 schon nach fünf Minuten die Flensburger Pläne. Jurgeleit: „Erst in der zweiten Halbzeit haben wir gespielt, wie ich es mir von Anfang an gewünscht hätte. Da wäre mehr drin gewesen.“

Vor dem Spiel gegen Havelse erhöht der Flensburger Trainer den Druck. „Wir tun einfach mal so, als wenn das Spiel am Wochenende der Probelauf für das Pokalfinale gegen Holstein Kiel ist“, erklärt er und fordert eine Steigerung und Punkte gegen die spielstarken Mannschaften. „Das brauchen wir für die Saison und für das Pokal-Highlight gegen Holstein. Da wird es nicht reichen, sich ein gutes Ergebnis zu ermauern.“ So wie es aussieht, hat Marc Böhnke seine Muskelverhärtung überwunden. „Ich gehe davon aus, dass er im Abschlusstraining Gas gibt. Wenn er kann, wird er spielen“, so Jurgeleit. „Es ist wichtig, dass der Kapitän in dem schweren Spiel mitwirkt.“

Richtig motiviert ist auch Torjäger Tim Wulff. „Wir waren in Bremen nicht so gut, das wollen wir wieder gutmachen und drei Punkte holen.“ Die schlechte Bilanz gegen Havelse stört ihn wenig. „Die hatten wir auch vor dem Spiel gegen Victoria Hamburg. Und dann haben wir 3:0 gewonnen.“

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