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Segeln : Positives Saisonfazit trotz WM-Enttäuschung

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

49er-Segler Jan Hauke Erichsen und Max Lutz landen bei der Weltmeisterschaft vor Marseille auf Rang 32. Jetzt geht es zum Wintertraining nach Spanien.

shz.de von
erstellt am 10.Okt.2013 | 08:00 Uhr

Das Saisonfazit ist trotz eines schlechten Abschneidens bei der 49er-WM vor Marseille für das Flensburg/Kieler Duo Jan Hauke Erichsen und Max Lutz positiv. „Auch wenn wir mit Platz 32 bei der WM nicht zufrieden sind, können wir auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken“, sagt Steuermann Erichsen. „Wir sind Deutsche Meister und haben bewiesen, dass wir bei vielen Bedingungen schon in der Weltspitze dabei sein können.“

Das 49er-Team, das sich ganz der Olympia-Kampagne für Rio de Janeiro 2016 verschrieben hat, nimmt dafür einiges in Kauf. 25 000 bis 30 000 Kilometer auf den Straßen Europas und gut 250 Tage auf dem Wasser, das hört sich nicht nach Urlaub unter Segeln an. „Da kommt schon was zusammen“, sagt der ehrgeizige Erichsen, den es auch kurz nach der WM bei einem Zwischenstopp in Flensburg schon wieder in den Fingern juckt. Sein Elan ist ungebrochen. „Ich kann es kaum erwarten, wieder aufs Wasser zu kommen.“

Mit dem WM-Ergebnis vor Marseille waren die beiden Studenten nicht zufrieden. „Der 32. Platz unter 97 Booten lag hinter unseren Erwartungen“, sagt Erichsen. Allerdings: „Wir konnten unsere Leistung bei leichten Winden, verglichen mit dem vergangenen Jahr, deutlich steigern.“

Die WM begann mit einem super Start (Platz acht). Der zweite Tag warf das Duo dann auf den 25. Rang zurück, zunächst kein Problem. Am dritten Tag ging es darum, unter die ersten 20 Boote zu kommen. Zunächst startete die Wettfahrtleitung die schwächeren Felder von Platz 41 bis 100. „Als wir aufs Wasser sollten, wurde der Wind schon deutlich schwächer und pünktlich zum Start schaltete jemand, der uns wohl nicht unter den ersten 20 haben wollte, den Wind komplett ab“, berichtete Erichsen. „Leider war das der für uns entscheidende Tag. Wir kamen in die Gruppe von Platz 21 bis 40.“

Am vierten Tag segelte das 49er-Team mit Platz 14 und Platz eins nicht gut genug, um als bestes Boot der Gruppe die letzte Chance zu nutzen, unter den ersten 20 dabei zu sein. Das war es, am Ende sprang Rang 32 heraus, die zweitbeste Platzierung deutscher Teilnehmer. Beste Deutsche waren Tim Elsner und Marco Grasse vom Verein Seglerhaus am Wannsee auf Platz 30. Die Sailing World Cup-Sieger Erik Heil und Thomas Plößel (Kiel) wurden nur 42., die Olympia-Elften Tobias Schadewaldt und Hannes Baumann (NRV) bei ihrem Comeback 52. Kein Kader-Segler hatte damit seinen Status bestätigt.

Die Sportdirektorin des Deutschen Seglerverbandes (DSV) zog deshalb auch eine kritische Bilanz: „Wir sind nach der starken Saison unserer 49er-Segler mit einigen Erwartungen und Hoffnungen in dieser Weltmeisterschaft gestartet und haben für unsere Leistungsträger entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen. Warum es für viele Leistungsträger dennoch nicht gereicht hat, müssen wir mit den Aktiven und Trainern gründlich aufarbeiten und die Weichen entsprechend stellen“, so Nadine Stegenwalner.
 Erichsen/Lutz haben den B-Kader-Status, der auch finanzielle Unterstützung bedeutet. Da aber alle deutschen Starter hinter den Erwartungen blieben, sieht Erichsen den Status nicht in Gefahr. „Mich würde es wundern, wenn der DSV den Kaderstatus streichen würde,“ sagt der Flensburger und konzentriert sich auf die Vorbereitungen des Wintertrainings.

Der erste Block wird vor Santander in Spanien abgehalten. Dort findet in einem Jahr die ISAF-Weltmeisterschaft statt. Bei dieser WM werden die Nationenplätze für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro vergeben. „Das ist sicherlich noch zusätzliche Motivation“, sagt Erichsen, der – wie er schon bemerkte – „es kaum erwarten kann, aufs Wasser zu kommen“.

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