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Fussball : Pokal-Experte und Holstein-Kenner

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Weiches Abwehrspieler Christian Jürgensen: „Von zehn Spielen gegen Kiel gewinnen wir vielleicht eins.“

shz.de von
erstellt am 14.Mai.2014 | 08:56 Uhr

Im vergangenen Jahr noch Kapitän bei Holstein Kiel, am Freitag (20.30 Uhr) erstmals Gegner der „Störche“ – für Weiches Verteidiger Christian Jürgensen wird sein viertes SHFV-Pokal-Endspiel in Kiel keine Partie wie jede andere. Wie er die Flensburger Chancen sieht? „Von zehn Spielen gegen Holstein gewinnen wir vielleicht eins. Wir müssen versuchen, lange das 0:0 zu halten“, sagt der 29-jährige Defensivspieler des Fußball-Regionalligisten ETSV Weiche in einem Interview vor dem Spiel des Jahres gegen den Drittligisten. „Es wäre schon unglaublich, wenn wir den DFB-Pokal im Manfred-Werner-Stadion erleben würden“, sagt er.

Christian Jürgensen, mit welchen Gefühlen gehen Sie in das wichtigste Spiel der Saison an alter Wirkungsstätte?

Absolute Vorfreude. Ich habe bislang nur in der Jugend gegen Holstein gespielt. Es wird ein komisches Gefühl, sich in der anderen Kabine umzuziehen. Aber wir freuen uns einfach auf das Spiel. Das Stadion, die tolle Kulisse, der perfekte Rasen – das hat einen besonderen Reiz für uns.

Wie sehen Sie denn die sportlichen Chancen für Weiche?

Von zehn Spielen gegen Holstein gewinnen wir vielleicht eins. Wir müssen versuchen, lange das 0:0 zu halten. Viele Chancen werden wir nicht bekommen. Ähnlich wie Holstein haben aber auch wir inzwischen Stärken in der Defensive, sodass es gegen uns auch nicht so einfach ist. Vor allem aber sind wir froh, das wir in der Liga eine gute Saison gespielt haben. So können wir uns wirklich auf dieses Finale konzentrieren.

Zuletzt wirkte es so, als ob sich der ETSV fast zu sehr auf den Pokal fokussieren würde...

Seitens des Trainerteams war das überhaupt nicht so. Da hat die Vorbereitung auf das Spiel erst in dieser Woche richtig begonnen. Aber in der Mannschaft war das Finale natürlich seit ein paar Wochen das beherrschende Thema.

Sie sind einer von zahlreichen Ex-Kielern bei Weiche. Wie gut sind Ihre Kontakte zu Holstein noch?

Sehr gut. Zu vielen Spielern habe ich noch einen guten Draht, besonders zu Fiete Sykora, Casper Johansen, Fabian Wetter und Tim Siedschlag.

Tut es rückblickend noch weh, dass Sie im vergangenen Sommer diese Mannschaft verlassen mussten?

Na klar, das war schade. Traurig ist vor allem, dass es die Gesundheit war, die den weiteren Schritt verhindert hat. Nämlich mitzumachen, was wir uns gemeinsam erarbeitet hatten, die 3. Liga. Aber ich bin ganz zufrieden mit meiner Situation. Ich habe ja in diesem Jahr gesehen, dass trotz der geringeren Trainingsbelastung der Rücken mal Probleme machte. Von daher war es der richtige Schritt.

Für das Finale sind Sie aber vollkommen fit?

Ja. Ich habe in den letzten Wochen regelmäßig gespielt, habe alles voll mitgemacht und hatte keine Beschwerden. Leider war ich am Sonnabend gegen Norderstedt gesperrt.

Sie sind ein Pokal-Experte, haben in zwei Finals als Abwehrspieler schon wichtige Tore gemacht. Ein gutes Omen?

Das hoffe ich doch. Allerdings war das immer gegen Lübeck. Ich habe aber noch kein SHFV-Pokal-Spiel verloren. Bei Holsteins Niederlagen in Büdelsdorf, in Neumünster oder daheim gegen Lübeck war ich verletzt. Damals in der Nachspielzeit das 1:0 gegen Lübeck zu machen, war ein besonderer Moment, an den man sich erinnert. Genauso an das Freistoßtor 2011 bei unserem Sieg auf der Lohmühle.

Sie haben auch die großen DFB-Pokal-Spiele Holsteins in der Saison 2011/12 mitgemacht. Können Sie sich das auch in Flensburg vorstellen?

Eins nach dem anderen. Erst mal wollen wir am Freitag gewinnen. Was danach kommt, wäre ein I-Tüpfelchen. Aber es wäre schon unglaublich, wenn wir den DFB-Pokal im Manfred-Werner-Stadion erleben würden.

Sie haben Holsteins Saison verfolgt. Haben Sie sich über den Klassenerhalt gefreut?

Das musste sich doch eigentlich jeder Schleswig-Holsteiner wünschen. Wir haben gesehen, wie schwer es ist, aus der Regionalliga wieder raus zu kommen. Insbesondere für Gerd Lütje freut es mich sehr, der seit Jahren so viel für Holstein tut und auch mich immer unterstützt hat.

Aber für Ihre Chancen im Finale wäre ein Kieler Abstieg besser gewesen...

Das ist vielleicht so. Jetzt hat Holstein die Möglichkeit, mit dem Pokalsieg alle Ziele zu erreichen. Dann wäre das insgesamt noch eine gute Saison. Bei einem Abstieg hätte man nicht gewusst, wie die Mannschaft reagiert. Da beschäftigen einen auch andere Dinge. Das haben wir 2010 nach unserem Abstieg erlebt, als wir gegen Lübeck verloren haben.

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