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Perfekte Woche für ETSV Weiche

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Fußball-Regionalliga: Verdienter 1:0-Heimerfolg gegen den Tabellendritten VfL Wolfsburg II / Marcello Meyer erzielt das Tor des Tages

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2013 | 10:02 Uhr

Flensburg | Optimal gelaufen. Der ETSV Weiche krönte eine super Woche mit einem 1:0 (1:0)-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg II. Es war der erste Dreier gegen ein Team der großen Fünf, mit dem die Flensburger den sechsten Tabellenplatz der Fußball-Regionalliga zurück eroberten. Nach dem 1:1 am Mittwoch bei Werder Bremen II, dem Erhalt der Lizenz ohne Auflagen für die kommende Saison und der Verpflichtung von Holstein-Kapitän Christian Jürgensen (siehe nebenstehenden Bericht) knackte das Team von Trainer Daniel Jurgeleit nun die 40-Punkte-Marke. Jetzt ist der Abstieg auch theoretisch nicht mehr möglich. "Wenn man die Nachwuchsteams der Bundesligisten draußen vor lässt, sind wir sogar hinter Kiel und Havelse die dritte Kraft in der vierten Liga. Für einen Aufsteiger ist das fantastisch", meinte Mäzen und Liga-GmbH-Chef Harald Uhr. Sein nächster Coup steht kurz vor dem Abschluss: "Wir werden den Vertrag mit unserem Trainer um fünf Jahre verlängern."

Nicht weiter in Wolfsburg geht es dagegen für Lorenz-Günther Köstner. Der VfL sortiert den Reserve-Coach, der zweimal beim Bundesliga-Team eingesprungen ist, zum Saisonende aus. Der 61-Jährige vermisste bei seinem Team in Flensburg "die letzte Konsequenz und die Durchschlagskraft im Spiel nach vorn". Das führte er auf die vielen Spiele der letzten Wochen zurück. Zudem räumte er ein, dass seine jungen Spieler, die sogar auf einem beheizten Kunstrasen trainieren, verwöhnt seien. Köstner: "Ich habe es nicht aus ihren Köpfen bekommen, dass sie auf dem schlechtesten Platz der Regionalliga spielen sollten."

Die Flensburger verziehen ihm diese Aussage. Wohl wissend, dass "viele anderen Plätze nach dem Winter und dem riesigen Nachholprogramm auch nicht besser aussehen", so Uhr. "Wir haben keine hauptamtlichen Platzwarte." Die ETSV-Funktionäre widersprachen Köstner auch nicht, als er auf der Pressekonferenz ständig von Weiche-Handewitt redete. Dafür war die Hochstimmung nach dem Erfolg über den Tabellendritten zu groß.

Vor allem die erste halbe Stunde drehte Weiche groß auf. "Das waren die besten 30 Minuten, die wir in dieser Saison gespielt haben", sagte Marc Böhnke. Dabei staunte selbst der Kapitän nicht schlecht, als Daniel Jurgeleit die taktische Aufstellung bekannt gab. Der ETSV-Coach hatte Christoph Dammann, der bislang nur Verteidiger gespielt hatte, wegen seiner Zweikampfstärke sowie Jannick Ostermann ins offensive Mittelfeld beordert. Beide danken dem Trainer das Vertrauen mit einer starken Leistung und waren in der ersten Hälfte an fast allen gefährlichen Situationen beteiligt.

Mit einer Kopfball-Verlängerung leitete Jannick Ostermann das Anfangsfeuerwerk der Flensburger ein. Aber der Schuss von Torjäger Tim Wulff (4.) wurde noch abgeblockt. Dann scheiterte der offensive Ostermann-Zwilling nach Vorarbeit von Marcello Meyer an VfL-Keeper Arvid Schenk (12.). Nur eine Minute später klärte der Wolfsburger Torhüter einen abgefälschten 25-Meter-Schuss von Meyer, der erneut neben Wulff an vorderster Front spielte und sich auf dieser Position pudelwohl fühlt: "Ich habe in der Jugend auch schon gerne im Sturm gespielt." Dann untermauerte der 22-Jährige seine Qualitäten. Nach Flanke von Patrick Thomsen und Kopfballverlängerung von Wulff war Meyer zur Stelle und markierte mit seinem vierten Saisontreffer die hoch verdiente 1:0-Führung (24.). "Das Tor war fällig", freute sich der Stürmer, der zuvor in den Spielen gute Chancen ausgelassen hatte.

Lorenz-Günther Köstner war von der Leistung seines VfL bedient und schickte seine Ersatzspieler zum Aufwärmen. Nach einer halben Stunde brachte er im Angriff Andac Güleryüz für Petrus Amin. Dieser frühe Wechsel zeigte Wirkung. Wolfsburg wurde stärker und hatte zwei gute Chancen. Aber Weiches Torhüter Andre Hagge klärte einen Volleyschuss von David Chamorro (31.) und einen Kopfball von Güleryüz (43.) glänzend.

Nach der Pause drückte Wolfsburg, die besseren Chancen hatten aber die Gastgeber durch Wulff (51. und 69.). Und nach einen Freistoß von Elmedin Kasumovic köpfte VfL-Abwehrspieler Julian Klamt den Ball ins eigene Tor (70.). Aber Schiri-Assistent Björn Krüger hatte ein Abseits gesehen. "Eine Fehlentscheidung", meinte Marc Böhnke. Die Flensburger waren kurz unkonzentriert, und Banko Boskovic hatte im direkten Gegenangriff den Ausgleich auf dem Fuß, verzog aber. Daniel Jurgeleit wurde ungewöhnlich laut an der Linie. "Ich habe mich geärgert, dass der Linienrichter die Fahne gehoben hat. Man weiß ja, wie das läuft, da wird einem ein reguläres Tor nicht gegeben und im Gegenzug fällt das 1:1." So kam es diesmal nicht. Jurgeleit entschuldigte sich für seinen Ausbruch, Schiedsrichter Johann Pfeifer beließ es bei einer Ermahnung. Trotzdem half die Aktion des Trainers. Die Gastgeber waren wieder voll bei der Sache, ließen keine Chance der anstürmenden Wolfsburger mehr zu. "Jetzt haben wir am Mittwoch gegen Werder Bremen ein Endspiel um Platz fünf", frohlockte Uhr - und hofft auf eine Verlängerung der perfekten Woche.

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