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Handball : Packender Pokalfight mit Misstönen

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zum siebten Mal in Folge steht die SG Flensburg-Handewitt nach dem 32:28 (17:18) gegen die MT Melsungen im Final Four um den deutschen Handball-Pokal. Doch der packende Fight in der Flens-Arena endete mit einigen Misstönen.

Der erneute Einzug ins „Final Four“ geriet fast zur Nebensache. Mit dem 32:28 (17:18) über die MT Melsungen hatte die SG Flensburg-Handewitt am Mittwoch zum siebten Mal in Folge das Ticket für die Pokal-Endrunde in Hamburg (8./9. April 2017) gelöst. Doch in der Analyse nach Spielschluss ging es nur am Rande um das Spiel, im Mittelpunkt standen eine aufs Spielfeld geworfene Harzdose und verbale Attacken von der Stehtribüne gegen die Müller-Zwillinge. Ein packender Pokalfight endete mit Misstönen.

Es war „Gift“ in diesem intensiven Pokal-Viertelfinale – von der ersten bis zur letzten Sekunde. Es ging zur Sache – physisch und emotional. Es wurde provoziert und diskutiert. Und es gab einige Aufreger, an denen die beiden überforderten Schiedsrichter Behrens/Fasthoff nicht ganz schuldlos waren. Fast immer dabei die Melsunger Zwillingsbrüder Michael und Philipp Müller. Sie wurden vom Flensburger Publikum von der ersten Sekunde an bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen – später aber nach diversen Scharmützeln mit SG-Akteuren von der Nord-Tribüne bepöbelt. „Ihr seid der Abschaum der Liga“, skandierten einige Fans in der zweiten Hälfte. Das brachte Trainer Michael Roth und Geschäftsführer Axel Geerken in Rage. „Was von den Zuschauern auf uns und speziell auf die Müller-Brüder kam, war nicht die feine Art. Das war nicht in Ordnung“, befand Geerken. „Man kann wirklich alles machen, aber Abschaum der Liga, das ärgert mich und das tut weh. Tut mir leid, das ist nicht das Niveau, das die SG eigentlich hat“, sagte Roth. SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke entschuldigte sich dafür bei den Gästen: „Ich kenne die Müller-Brüder sehr gut – auch privat. Das sind anständige Kerle. Wir sollten immer versuchen, im Rahmen des Sportlichen zu bleiben.“

Aber auch auf Flensburger Seite hatte es Aufregung gegeben. Kurz vor der Pause war von der Melsunger Bank eine Harzdose aufs Spielfeld geflogen – die Schiedsrichter pfiffen ab und verhinderten damit ein mögliches Tor der Gastgeber. Henrik Toft Hansen war am Kreis völlig blank angespielt worden. „Ich weiß nicht, wo sie her kam. Aber das macht man nicht, und dafür möchte ich mich ausdrücklich entschuldigen“, sagte MT-Geschäftsführer Geerken.

Die Szene kurz vor dem Wechsel hatte zum Glück keinen Einfluss auf den Ausgang der Partie. Im zweiten Durchgang agierte die SG in der Defensive aggressiver, und Torhüter Kevin Möller sorgte mit seinen Paraden dafür, dass sich die SG bis zur 47. Minute vorentscheidend auf 27:23 absetzen konnte. Vor der Pause hatten die Gastgeber dagegen einige Probleme gehabt. „18 Gegentore waren zu viel. Wir haben die Übergänge von Melsungen nicht in den Griff bekommen“, erklärte Abwehrchef Tobias Karlsson. Dass es nach dem Seitenwechsel besser lief, hatte für den SG-Kapitän vor allem daran gelegen, „das wir fokussierter waren. In der ersten Halbzeit waren wir mit uns unzufrieden und enttäuscht.“

Zu den Erfolgsgaranten im Flensburger Team zählte neben Kevin Möller vor allem Jim Gottfridsson, der im Rückraum fast 60 Minuten durchspielte und seine starke Leistung mit drei Toren krönte. Kein Wunder, dass seine nach dem Schlusspfiff bekannt gegebene Vertragsverlängerung von den Fans frenetisch gefeiert wurde. Dass der Kontrakt vorerst „nur“ ein Jahr bis zum 30. Juni 2018 weiter läuft, ist für den jungen Schweden aufgrund seiner Leidenszeit bei der SG okay. „Ich war fast zwei Jahre verletzt. Seit Januar bin ich verletzungsfrei, und auch die Ärzte sind mit mir zufrieden. Aber die Belastung bei der SG ist unheimlich hoch, und deshalb muss ich schauen, wie mein Körper reagiert“, meinte Gottfridsson.

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erstellt am 16.Dez.2016 | 06:00 Uhr

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