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Flensburg : Ohne Mut in der Offensive

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Weiche enttäuscht beim 0:0 im Regionalliga-Landesduell gegen den abstiegsbedrohten VfR Neumünster.

Mageres Spiel, mageres Ergebnis. Die Fußballer des ETSV Weiche mussten sich im Landesduell beim VfR Neumünster nach einer schwachen Vorstellung mit einem 0:0 zufrieden geben. „Die bejubeln diesen Punkt, und wir gehen mit gesenkten Köpfen vom Platz. Das kann nicht unser Anspruch sein“, sagte Flensburgs Kapitän Marc Böhnke, der nach seiner Verletzung vor drei Wochen erstmals in der zweiten Hälfte wieder eingewechselt wurde. Damit verpassten es die Weicher, am Nachholspieltag über Ostern am SV Meppen vorbei auf Platz fünf in der Regionalliga zu klettern.

Für die abstiegsbedrohten Gastgeber, die quasi mit dem letzten Aufgebot antraten, war es nach fünf Niederlagen der erste Punktgewinn unter Trainer Uwe Erkenbrecher. „Wir haben das Unmögliche geschafft. Aber für ein Wunder hätten wir noch etwas mehr Glück gebraucht. Ich bin jedoch sehr froh über diesen Punkt“, sagte der VfR-Trainer. Und der 2. Vorsitzende Gerd Grümmer ergänzte: „Endlich haben wir uns wieder als Mannschaft präsentiert.“

Dabei schien für die favorisierten Flensburger alles planmäßig zu laufen. „Wir wollten so kämpfen, als wenn wir selbst unten drin stehen“, hatte Trainer Daniel Jurgeleit als Marschroute ausgegeben. „Aber daran haben wir uns nur die ersten 20 Minuten gehalten.“ Es begann mit einem Freistoß, den Elmedin Kasumovic aus 35 Metern auf das VfR-Tor schoss. Keeper Marc Aron Kassler klärte unkonventionell mit dem Fuß. Sicher wirkte das nicht. Und als der Torhüter zwei Minuten später eine Freistoß-Flanke von Kasumovic abklatschen ließ, schien es nur noch eine Frage der Zeit, wann Weiche in Führung geht. Aber nach einem Eckball von Jonas Walter (16.) nutzten Patrick Thomsen, Christian Jürgensen und Tim Wulff das Durcheinander im VfR-Strafraum nicht. Erkenbrecher sah sein Team bis zu diesem Zeitpunkt nur hinterher laufen, die Veilchen waren viel zu weit weg von ihren Gegenspielern. „Was willst du machen, wenn die nichts kapieren.“ Es blieb aber die einzige negative Äußerung des ehemaligen Profitrainers, der ansonsten 90 Minuten in seiner Coachingzone an der Außenlinie ackerte und seine Spieler immer nach vorn trieb.

Auf die Frage, warum Weiche das Fußballspielen nach 20 Minuten einstellte, wusste Kapitän Böhnke auch keine Antwort. „Uns hat der Mut in der Offensive gefehlt.“ Neumünster gewann mit einfachen Mitteln die Oberhand. Die Zweikämpfe wurden plötzlich angenommen, der Ball lang nach vorn gespielt, wobei die Flensburger Abwehr nicht immer sattelfest wirkte. Aber Torhüter Florian Kirschke klärte zweimal gegen Marco Schultz (33., 42.). Weiche hatte nur noch einen Kopfball von Wulff (43.) zu bieten, der neben das Tor ging.

Nach dem Wechsel war die Partie wieder ausgeglichener. Die größte Chance des Spiels hatte Weiche, als Kasumovic Florian Meyer (67.) bediente, dessen Schuss von Kassler mit den Fingerspitzen zur Ecke gelenkt wurde. Ansonsten versuchten es die Flensburger mit Fernschüssen. Aber Thomsen (53.), Walter (58.) und Kasumovic (67.) trafen das Tor nicht. Danach machte Neumünster wieder mehr Druck, und bei einem Kopfball-Wischer von Kevin Schultz (87.) fehlte nicht viel. „Ein 0:1 war drin“, gestand Jurgeleit, der zwar mit dem Punkt leben konnte, mit seiner Mannschaft aber nicht zufrieden war. „Vor allem die letzten 20 Minuten haben mir gar nicht gefallen. Da war die Mannschaft viel zu leise.“ Immerhin hielt die Flensburger Serie. Jetzt sind sie schon acht Spiele (fünf Siege, drei Unentschieden) gegen Neumünster ungeschlagen.

VfR Neumünster: Kassler – Thomas, Jakubowski, Bönigk, Durak – Zschimmer, K. Schulz, Rave, Michalowski (82. Schlagelambers) – M. Schultz, Kramer.

ETSV Weiche: Kirschke – Melfsen, Dehner, Hummel, Jürgensen – Thomsen – Walter (79. Böhnke), Kasumovic (86. Strömer), H. Ostermann (68. J. Ostermann) – F. Meyer, Wulff.

Schiedsrichter: Müller (Eutin 08).

Gelbe Karten: Rave/F. Meyer.

Tore: Fehlanzeige.

Zuschauer: 391.

Beste Spieler: Thomas, Durak, M. Schultz / Kischke, Hummel, Jürgensen.

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