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Radmarathon : Nonstop durch die Alpenrepublik

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

2200 Kilometer und 30 000 Höhenmeter: Flensburger Hans-Jürgen Heinzmann ist startklar für das härteste Radrennen Europas.

Nach monatelanger Vorbereitung steht für den Flensburger Radrennfahrer Hans-Jürgen Heinzmann nun der Saisonhöhepunkt bevor, auf den er seit langem hinfiebert und für den er unzählige Trainingskilometer absolviert hat. Am Mittwoch wird der Radmarathon „Race around Austria“ gestartet, bei dem der 46-Jährige seine nächste große Herausforderung bei einem Nonstop-Extremradrennen sucht.

Bei der Österreich-Umrundung sind 2200 Kilometer am Stück zu absolvieren. Bei der Tour durch die Alpen haben die 30 Einzelstarter und weitere 100 Fahrer in Zweier- und Viererteams 30 000 Höhenmeter über Alpenpässe zu bewältigen haben. Der Großglockner oder die Silvretta-Hochalpenstraße werden imposante Zwischenstationen des Rennens sein, für das die Teilnehmer maximal fünfeinhalb Tage Zeit haben.

„Die Strecke ist nonstop zu absolvieren. Schlafpausen sind individuell zu bestimmen und möglichst kurz halten“, beschreibt Heinzmann die extremen physischen und psychischen Herausforderungen. Er plant, in der ersten Nacht komplett durchzufahren und erst nach rund 36 Stunden im Fahrradsattel die erste Pause zu machen. „Das ist alles schwer vorab zu planen. Daher fahre ich erstmal, bis mich die Müdigkeit übermannt. Aber die Pausen sollen immer höchstens eine Stunde dauern“, umschreibt Heinzmann seine Taktik. Anderen Grundbedürfnisse wie Essen oder auch Zähneputzen will er während der Fahrt auf dem Rad nachkommen.

Heinzmann hat sich vorgenommen, die Strecke möglichst in viereinhalb Tagen zu bewältigen und klar unter dem Zeitlimit zu bleiben. Die 2200 Kilometer rund um die Alpenrepublik muss er im Alleingang bewältigen. Windschattenfahren ist verboten. Technischen und emotionalen Support wird er jedoch ständig bei sich haben. Ilse Ommen, Manfred Henschke und Thomas Allaut bilden das Betreuerteam, das im Begleitfahrzeug in seiner Nähe mitfahren wird.

Auch auf die Betreuer warten Tage höchster Beanspruchung. Während ein Betreuer den Wagen fahren muss und ein Teammitglied wegen der Nonstop-Belastung seine Schlafzeit nehmen muss, obliegen dem Dritten im Bunde zeitgleich mehrere Aufgaben. Navigieren, Essen und Trinken vorbereiten, das Austauschrad für die Nacht und Ersatztextilien vorbereiten sowie den Fahrer motivieren – das sind die Kernpunkte des Aufgabenkatalogs für das Trio.

Kalorien- und Flüssigkeitszufuhr werden per PC dokumentiert und überwacht, um einem Energiedefizit frühzeitig entgegensteuern zu können. Mit Ommen und Henschke hat Heinzmann zwei erfahrene Helfer an seiner Seite, die ihn bereits 2012 und 2013 beim Race across the Alps betreuten. „Für die drei ist das auch eine außergewöhnliche Belastung, da sie nahezu fünf Tage in einem Fahrzeug verbringen müssen. Daher fahre ich lieber Rad, das ist wesentlich einfacher“, sagt Heinzmann augenzwinkernd.

Unterstützung erhält Heinzmann auch aus Flensburg. In Topias Thomsen hat er nicht nur einen knallharten Trainingspartner gefunden, sondern auch einen fahrradverrückten Geschäftsmann. „Topias mit seiner Firma Maris IT und auch die Fahrradstation Weiche und Brunner WebDesign unterstützen das Vorhaben wirklich toll“, so Heinzmann. Er hofft, dass er seinen Gönnern mit einer starken Leistung in den Alpen danken kann. Über Freud und Leid von der Strecke wird auf Internet-Blogs berichtet (www.ultracycling-heinzmann.de).

Einen letzten Formtest hat Heinzmann beim OstseeMan-Triathlon als Staffelradfahrer erfolgreich absolviert, auch wenn die 180 km für ihn quasi nur ein Sprint waren. Insgesamt ist der 46-Jährige rund 20 000 Kilometer im Training gefahren und mit dem 24-Stunden-Rennen in Dänemark (705 km) seine längste Einheit absolviert. „So lange wie auf der jetzigen Tour durch Österreich bin ich noch nie gefahren, aber die mentale Stärke ist hoffentlich durch die Events der letzten Jahre vorhanden“, sagt Heinzmann optimistisch.

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