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Leichtathletik : Neustart mit Schönheitsfehlern

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

8. Handewitter Sommerlauf: Probleme mit der Zeitmessung in der Wikinghalle. Neue Sieger über fünf Kilometer nachträglich gekürt.

Mit besonderer Spannung war die achte Auflage des Handewitter Sommerlaufs erwartet worden. Nach dem Abschied vom Wiesharder Markt gab es einen umfangreichen „Relaunch“: Im Mittelpunkt stand das Schul- und Sportzentrum, das Ziel lag in der festlich abgedunkelten Wikinghalle, zudem gab es eine kürzere Runde mit einigen bislang noch nicht gelaufenen Teilstücken. Unter dem Strich beobachtete man unter den 1141 Teilnehmern und den vielen freiwilligen Helfern zufriedene Gesichter. „Es war vieles Neues. Wir lassen nun alles erst einmal sacken und warten die Kommentare und Kritik ab“, erklärte Chef-Organisator Kai Hensen. „Dann werden wir sehen, wo wir Änderungen vornehmen werden.“

In jedem Fall war durch den neugetakteten Ablaufplan auf den ausgewählten Straßen Handewitts mehr los. Leerlauf gab es praktisch nicht, was mehr Zuschauer an die Strecke lockte. Und für Lokalmatadoren tröteten die Nachbarn auch schon mal ein Sonder-Signal. Ein nicht ganz so angenehmer Nebeneffekt: Aufgrund des neuen Streckenprofils stieg die Zahl der Überrundungen auf der Zehn-Kilometer-Distanz sprunghaft an. „Es war ja eine wirklich schöne Veranstaltung“, sagte Sieger Dieter Schwarzkopf. „Aber ab der dritten Runde war es beim Überholen manchmal etwas eng.“ Vielleicht ein Luxus-Problem: Der Borener hatte Philipp Müller, den einzigen ernsthaften Verfolger, schon in der zweiten Runde abgehängt.

Vor dem Einlauf in die Wikinghalle war es manchmal schwierig, den Überblick über das bewältigte Lauf-Pensum der einzelnen Teilnehmer zu bewahren. Während die „Halbmarathonis" an diversen Stationen Bänder einsammeln mussten, half in den anderen Konkurrenzen nur der Appell an den „sportlichen Geist“. Pech hatten die Veranstalter auf den fünf Kilometern. Bei den Männern tauchte an erster Stelle ein junger Läufer mit einer außerirdischen Zeit von 10:17 Minuten auf. Ein Tipp-Fehler oder ein Zieleinlauf zur Hälfte? Die Frage blieb bis nach der offiziellen Siegerehrung offen. Erst nachträglich wurde Maximilian Wegert zum Champion ernannt. Der Büdelsdorfer hatte genug Zeugen, dass er stets das Fahrrad mit dem Schriftzug „Erster Mann“ an seiner Seite hatte.

Mara-Sophie Münster erging es ähnlich. Die 13-Jährige wähnte stets eine fahrende Begleitung an ihrer Seite, erfuhr dann aber zu ihrer Verblüffung, dass angeblich eine Nordfriesin neuen Streckenrekord gelaufen sei. Doch niemand hatte die Frau gesehen. Es stellte sich heraus, dass ein Mann mit ihrem Chip und ihrer Nummer gestartet war. Da blieb nur die Disqualifikation. Mara-Sophie Münster rückte auf die verdiente Position eins, Vorjahres-Siegerin Julia Gröling wurde diesmal Zweite. „Ich fand es gelungen, dass wir diesmal zwei statt einer Runde gelaufen sind“, sagte die Bredstedterin. „So war mehr auf der Strecke los.“

Für Unterhaltung sorgten auch die „musikalischen Hot-Spots“ mit afrikanischen Trommlern und melodischen Orchester-Klängen. Nur einen Tag nach ihrem 0:0 gegen Haddeby hatten sich einige Fußballer des FC Wiesharde in Handewitt-Berg postiert und verteilten Getränke und Bananen. Dazu erklang aus der Box ein Disco-Kracher: „Wir reiten um die Wette.“ Um die Wette rennen, taten einige ihrer Kameraden, die den neu ausgetragenen Staffel-Wettbewerb gewannen. Als Einzelkämpfer hatten Oke Hansen (LAV Husum) und Lena Burmeister (TriAs Flensburg) das beste Stehvermögen über die 21 Kilometer lange Strecke.

Ein atmosphärisches Highlight sollte der Einlauf in die Wikinghalle werden. Da die Zeitmessung auf dem Hallenboden nicht funktionierte – vermutlich wegen der dort verlegten elektrischen Kabel – musste die Zielmatte kurzfristig vor den Eingang verlegt werden. So hatten die letzten Meter nur noch Show-Charakter. „Es geht nicht mehr um die Zeit, sondern nur noch darum, schön auszusehen“, kommentierte Moderatorin Tanja Hensen das lockere Auslaufen der Starter. Viele Zuschauer bekamen das aber gar nicht mit, da sie aufgrund des guten Wetters draußen im Läufer-Dorf bei Getränken und Wurst verharrten. „Wir haben viel Aufwand für den Aufbau in der Halle betrieben“, meinte ein nachdenklicher Kai Hensen. „Vielleicht hätten wir uns Regen wünschen sollen, dann wäre es drinnen voll gewesen.“

In jedem Fall war der Handewitter Sommerlauf wieder ein Erlebnis für Jung und Alt. Der 82-jährige Harro Kühn, der im Frühjahr Diamantene Hochzeit gefeiert hatte, „walkte“ auf das Podest. Der fünfjährige Rasmus dominierte zusammen mit seiner ebenso schnellen Mutter den Bambini-Lauf. Und bei den Kids gab es einen Doppelsieg der beiden Schwestern Evelyn und Lea Tschukitu, die zeitgleich ins Ziel rannten. Zunächst gab es einen gemeinsamen Siegerpokal. „Den zweiten reichen wir nach“, versprach Tanja Hensen.

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erstellt am 09.Sep.2014 | 08:00 Uhr

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