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Neuling will die 2. Liga "genießen"

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Aufsteiger HSG Tarp-Wanderup sieht sich nach personeller Zäsur gut aufgestellt

shz.de von
erstellt am 10.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Tarp | Die Euphorie ist riesengroß. Christian Voß hat mit seiner Mannschaft sogar eine Wette laufen. "Wenn wir aufsteigen, muss ich die Spieler nach Mallorca einladen. Das wird teuer", gestand der Trainer der HSG Tarp-Wanderup bei der offiziellen Saison-Pressekonferenz. Doch der 42-Jährige wird wohl nicht ins eigene Portemonnaie greifen müssen. Als Neuling in der 2. Handball-Bundesliga steht für die Tarper "Wölfe" der Klassenerhalt an erster Stelle. "Wir können stolz sein, wenn wir es schaffen, drin zu bleiben", sagte der neue Mannschaftskapitän Matthias Hinrichsen.

Der 30-jährige Routinier im neuformierten Team mit insgesamt neun Neuzugängen weiß, was den Aufsteiger erwartet. Als ehemaliger Spieler beim VfL Bad Schwartau verfügt er über langjährige Erfahrung in der 2. Liga. Als er Anfang Januar seinen Wechsel zur HSG bekannt gab, war beim Drittligisten aus Tarp von Meisterschaft oder Aufstieg noch keine Rede. "Da fiel es mir leicht, in Schwartau abzusagen mit der Begründung, handballerisch kürzer treten zu wollen", erklärte Hinrichsen. Doch das ist Vergangenheit. "Jetzt bin ich total heiß auf die 2. Liga."

Auch seine Mitspieler. Das hat Trainer Christian Voß schon beim Start der Vorbereitung festgestellt. "Im Vergleich zur vergangenen Spielzeit waren alle super fit. Die Spieler haben in der Pause offenbar viel gearbeitet." Die "bunte Truppe" (Pressesprecher Ingo Breuel) hat sich offenbar schnell zusammen gefunden. "Die Chemie in der Mannschaft stimmt", freut sich der Trainer. "Die Spieler pushen sich gegenseitig hoch. Uns ist eine gute Mischung gelungen."

Denn nach dem Aufstieg war eine personelle Zäsur unumgänglich. Für einige Akteure wie Mario Petersen waren der Aufwand in der eingleisigen 2. Liga und der Beruf nicht mehr in Einklang zu bringen. Jetzt sollen gestandene Spieler mit Zweitliga-Erfahrung wie Matthias Hinrichsen, Tobias Mahncke oder Steffen Fischer mit jungen "Wilden" wie Morten Dibbert, Lukas Blohme oder Lasse Worm in der zweithöchsten deutschen Spielklasse die nötigen Punkte für den Klassenerhalt sammeln.

Der Trainer ist mit dem aktuellen Stand sehr zufrieden, obwohl er wegen der zahlreichen Neuzugänge die Schwerpunkte der Vorbereitung verändert, mehr Wert auf das spielerische Moment gelegt hat. "Das lief alles völlig unproblematisch", berichtet Voß. "Wir sind jetzt schon bei der Feinabstimmung."

Im Umfeld wird daran noch gearbeitet. Aber es gibt positive Signale. Die Zahl der Kommanditisten ist auf ein Dutzend angestiegen. Manager Stefan Korte befindet sich "in guten Gesprächen" mit möglichen neuen Sponsoren. "Wir haben die Tarper Wölfe in vier Jahren zu einem Produkt entwickelt", unterstreicht Jochen Ohm, als Hauptsponsor seit Jahren die tragende "Säule" der HSG. Er hat bei der HBL auch für den 500 000-Euro-Etat gebürgt und garantiert, dass der HSG in den letzten drei Monaten der Saison die Puste nicht ausgehen wird. "Dafür stehe ich mit meinem Namen."

Spieler und Trainer können sich also voll und ganz auf ihren Job konzentrieren. Und der wird ihnen mit zahlreichen Auswärtstouren in den Süden der Republik bis nach Erlangen oder Saarlouis alles abverlangen. Christian Voß weiß, dass seine Mannschaft ein paar Wochen benötigen wird, um sich zu akklimatisieren. "Wir müssen erstmal reinriechen. Wie ist das Tempo, wie ist die Atmosphäre, wenn man vor 2000 Zuschauern spielt? Wo und wann gibt es auf die Wäsche?" Entscheidend wird für den Trainer wird dabei sein, "dass wir als Einheit auftreten".

Apropos Einheit: Die 2. Liga macht für den engagierten Voß nur Sinn, wenn die HSG in die Region eingebunden ist. "Das haben wir geschafft", erklärt Voß und verweist auf die erfolgreichen Kooperationen mit den Nachbarvereinen SG Flensburg-Handewitt, DHK Flensburg und TSV Hürup. Das war für ihn entscheidend. "Wir wollen das einfach nur genießen und gute Resultate erreichen."

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